mini|hochkant=1|Stolpersteine in Udine Die Liste der Stolpersteine in der früheren Provinz Udine enthält die Stolpersteine, die vom Kölner Künstler Gunter Demnig in der ehemaligen italienischen Provinz Udine in der Region Friaul-Julisch Venetien verlegt wurden. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.
Stolpersteine liegen im Regelfall vor dem letzten selbstgewählten Wohnsitz des Opfers. Die ersten Verlegungen in dieser Provinz fanden am 19. Januar 2020 statt. Die italienische Übersetzung des Begriffes Stolpersteine lautet: pietre d’inciampo.
Listen der Stolpersteine Die Tabelle ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.
Campoformido In Campoformido wurde ein Stolperstein verlegt.
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben120px- IN CAMPOFORMIDO WOHNTEEUTIMIO PAGANIJG. 1892VERHAFTET 1.11.1944DEPORTIERT 7.2.1945MAUTHAUSENERMORDET 9.2.1945AMSTETTEN MunicipioCampoformido (1892–1945)
Cervignano del Friuli In Cervignano del Friuli wurden drei Stolpersteine an zwei Adressen verlegt.
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px IN STRASSOLDO WOHNTEGERARDO BULZICHJG. 1887VERHAFTET 19.1.1944DEPORTIERTMAUTHAUSENERMORDET 8.12.1944 Porta CistignaStrassoldo (1887–1944) 120px IN STRASSOLDO WOHNTEGIROLAMO BULZICHJG. 1910VERHAFTET 19.1.1944DEPORTIERTMAUTHAUSENERMORDET 18.4.1944EBENSEE Porta CistignaStrassoldo (1910–1944) 120px HIER WOHNTEENNIO ONGAROJG. 1926VERHAFTET 1944DEPORTIERTBUCHENWALDERMORDET Via Roma, 66Cervignano del Friuli (1926–1944/45)
Marano Lagunare In Marano Lagunare wurde ein Stolperstein verlegt.Il Messaggero Veneto: Una pietra d’inciampo ricorderà il sacrifico del maggiore Bianchi, 25. Januar 2022
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120pxHIER WOHNTEMARCO BIANCHIGEBOREN 1899VERHAFTET 2.8.1944DEPORTIERTDACHAUERMORDET 22.1.1945 Via Sinodo, 3 (1899–1945)
Pasian di Prato In Pasian di Prato wurden drei Stolpersteine an einer Adresse verlegt.
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px IN PASIAN DI PRATOWOHNTEMAURO BRAMANTEJG. 1924VERHAFTET 28.7.1944DEPORTIERTBUCHENWALD, DACHAUBEFREIT MunicipioPasian di Prato (1924–) 120px IN PASIAN DI PRATOWOHNTEEGIDIO CAUTEROJG. 1924VERHAFTET 11.12.1944DEPORTIERTFLOSSENBÜRGERMORDET 30.4.1945DACHAU MunicipioPasian di Prato (1924–1945) 120px- IN PASIAN DI PRATOWOHNTEARISTIDE COMUZZIJG. 1924VERHAFTET 12.10.1944DEPORTIERTDACHAU, BUCHENWALDERMORDET 10.2.1945NATZWEILER MunicipioPasian di Prato (1924–1945)
Tavagnacco In Tavagnacco wurden drei Stolpersteine verlegt, alle an der Piazza Indipendenza.
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben IN TAVAGNACCO WOHNTELINEO CUBERLIGEB. 1908VERHAFTET 30.1.1945DEPORTIERTDACHAUERMORDET 23.4.1945 Piazza Indipendenza, 1Tavagnacco (1908–1945) IN TAVAGNACCO WOHNTELUIGI DI BENEDETTOGEB. 1918VERHAFTET 9.11.1944DEPORTIERT 1944BUCHENWALDERMORDET 18.3.1945 Piazza Indipendenza, 1Tavagnacco (1918–1945) IN TAVAGNACCO WOHNTEERMANNO RASPELLIGEB. 1895VERHAFTET 1944DEPORTIERTDACHAUERMORDET 7.5.1945KEMPTEN Piazza Indipendenza, 1Tavagnacco (1903–1945)
Udine In der Provinzhauptstadt Udine wurden 27 Stolpersteine an neunzehn Adressen verlegt.
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120pxHIER VERRICHTETE DEN DIENSTFILIPPI ACCORINTIGEBOREN 1916VERHAFTET 22.7.1944DEPORTIERT 1944DACHAUERMORDET 20.4.1945MAUTHAUSEN-MELK Via Treppo, 4(vor der früheren Questur) (1916–1945) 120pxHIER VERRICHTETE DEN DIENSTALBERTO BABOLINGEBOREN 1917VERHAFTET 2.8.1944DEPORTIERT 1944DACHAUERMORDET [...] 1945MAUTHAUSEN-MELK Via Treppo, 4(vor der früheren Questur) (1917–1945) 120pxHIER WOHNTELUIGI BASANDELLAGEBOREN 1921VERHAFTET 30.1.1945DEPORTIERTMAUTHAUSEN-GUSENERMORDET 25.4.1945Via Pozzuolo 16 wurde 1921 geboren. er lebte im Viertel Sant’Osvaldo in Udine und arbeitete als Elektriker. Wie auch einige Mitglieder seiner Familie schloss er sich der sogenannten Gappisti (GAP = Gruppi di Azione Patriottica) der Resistenza an. Zusammen mit seinen Brüdern wurde er in Zampis, einer Fraktion der Gemeinde Pagnacco, am 30. Januar 1945 verhaftet. Kurze Zeit später wurde er in das KZ Mauthausen deportiert. Luigi und sein Bruder Piero waren mit Isi Benini, welcher später Journalist des Messaggero Veneto und der Rai werden sollte, in Gefangenschaft. Eines Tages floh Luigi aus dem Lager, um einige Zwiebeln für kranke Häftlinge zu besorgen. Luigi Basandella wurde erwischt und vor seinem Bruder an Elektrokabeln aufgehängt.
Sein Bruder Piero überlebte die Gefangenschaft im Lager, beging aber im Alter von 60 Jahren Selbstmord.120pxHIER WOHNTEONELIO BATTISACCOGEBOREN 1920VERHAFTET 2.1.1945DEPORTIERTMAUTHAUSENERMORDET 21.3.1945Via Veneto 253 wurde am 27. Januar 1920 geboren. Er arbeitete zusammen mit seinem Bruder Giuseppe als Zimmermann in einer Werkstatt hinter dem Wohnhaus. Gemeinsam mit Giuseppe trat er in eine Gruppe Revolutionärer namens Glauco ein. Am 2. Januar 1945 wurde Onelio verhaftet, in das Gefängnis in der Via Spalato gebracht und dort verhört. Im Jahr 1945 wurden er und sein Bruder schließlich in das KZ Mauthausen bei Linz deportiert. Onelio Battisacco starb am 21. März 1945 im KZ Mauthausen. Sein Bruder Giuseppe wurde befreit und konnte nach Udine zurückkehren.120pxHIER WOHNTEGIOVANNI BATTISTABERGHINZGEBOREN 1918VERHAFTET 28.7.1944INTERNIERTRISIERA DI SAN SABBAERMORDET 12.8.1944Via Giosuè Carducci 2 wurde im Jahr 1918 in Montecatini Terme in der Provinz Pistoia geboren. Er hatte ein Literaturstudium abgeschlossen. Als Artillerie-Leutnant wurde er nach Frankreich und Italienisch-Ostafrika versetzt. Nach dem Waffenstillstand von Cassibile kam er nach Udine und schloss sich im November 1943 der Partisanengruppierung der Division Osoppo-Friuli an. Zusammen mit den Kameraden seiner Division verrichtete er einige Handstreiche und Sabotageaktionen, während denen er seinen Schlachtnamen „Barni“ trug. Am 28. Juli 1944 fiel er schließlich den Deutschen in die Hände. Während seiner Gefangenschaft wurde er gefoltert und sogar geblendet. Aber man brachte kein Wort aus Giovanni Battista Berghinz heraus. Schließlich überstellte man ihn ins KZ Risiera di San Sabba in Triest, wo er am 12. August 1944 erschossen wurde.
Nach seinem Tod gestand man Giovanni Battista Berghinz die Goldene Tapferkeitsmedaille zu. HIER WOHNTEMARCO BIANCHIGEB. 1899VERHAFTET 2.8.1944DEPORTIERT 1944DACHAUERMORDET 22.1.1945 Via Mercatovecchio, 12Udine (1908–1945) 120pxHIER VERRICHTETE DEN DIENSTBRUNO BODINIGEBOREN 190.VERHAFTET 24.7.1944DEPORTIERT 1944DACHAUERMORDET 20.2.1945BUCHENWALD-[...] Via Treppo, 4(vor der früheren Questur) (1909–1945) 120pxHIER VERRICHTETE DEN DIENSTGIUSEPPE CASCIOGEBOREN 1912VERHAFTET 24.7.1944DEPORTIERT 1944DACHAUERMORDET 12.2.1945MAUTHAUSEN-MELK Via Treppo, 4(vor der früheren Questur) (1912–1945) 120pxHIER WOHNTESILVANOCASTIGLIONEGEBOREN 1923VERHAFTET 11.1.1945DEPORTIERTMAUTHAUSENERMORDET 5.5.1945Via Brenari 14, geboren im Jahr 1922, war Buchhalter aus Udine. Er schloss sich der 2. Division Osoppo als Militant an. Am 9. Januar 1945 nahm man ihn als politischen Gefangenen fest. Silvano Castiglione wurde ins KZ Mauthausen deportiert und verlor dort am Tag der Befreiung des Lagers am 5. Mai 1945 im Alter von 22 Jahren sein Leben. Sein Vater war ebenfalls in einem KZ interniert und kehrte nach seiner Befreiung nach Udine zurück. HIER WOHNTECARLO CHIARUTTINIGEB. 1921VERHAFTET 10.1.1945DEPORTIERTMAUTHAUSENERMORDET 17.4.1945 Via Isonzo, 10Udine (1921–1945) 120pxHIER WOHNTELUIGI COSATTINIGEBOREN 1913VERHAFTET 27.2.1944DEPORTIERT 1944BUCHENWALDERMORDET APR. 1945ASCHERSLEBENVia Benedetto Cairoli 4 wurde am 27. Februar 1913 in Udine geboren. Die Mitglieder seiner Familie waren überzeugte Antifaschisten. Im Jahr 1926 zerstörten und entzündeten die squadristi udinesi, eine nicht staatlich organisierte faschistische Miliz, das Haus von Luigis Vater Giovanni. Daraufhin zog die Familie nach Venedig, wo Luigi das städtische Gymnasium besuchte. Nach seinem Schulabschluss studierte er Jura in Padua. 1934 trat „Gigi“, wie ihn Familienmitglieder und Schulfreunde nannten, den Militärdienst an. Nach Abschluss der Scuola allievi ufficiali in Bra, einer Art Militärakademie, war Luigi Cosattini 1939 bereits als freier Dozent für Zivilrecht und Lehrbeauftragter für Arbeitsrecht an der Universität Padua tätig. 1940 wurde Cosattini einberufen, 1941 aber trotzdem als Lehrbeauftragter für Zivilrecht in Urbino und Triest tätig. Obwohl er als Soldat in der Toskana war, nahm er 1942 an der Gründungsversammlung des venetischen Partito d’Azione (politische Partei zwischen 1942 und 1946) in Treviso teil. Außerdem stand er in engem Kontakt mit Liberalsozialisten aus Florenz. Am Tag des Waffenstillstands von Cassibile am 8. September 1943 befand sich Luigi Cosattini in Marina di Pietrasanta, einer Fraktion in der Provinz Lucca, wo er das Kommando über eine batteria costiera, einer Küstenbefestigung, führte. Er versuchte den Kommandanten seines Regiments zu überzeugen, sich gegen die Deutschen aufzulehnen. Am 12. September machte er sich aus dem Staub. Er schloss sich daraufhin den Partisanen in der Toskana an und arbeitete dann an der Propaganda und dem Verbindungsaufbau in Venetien, dem Friaul und der Emilia-Romagna. Am 27. Februar 1944 verhaftete die SS Luigi Cosattini in Udine, als sie eigentlich seinen Bruder Alberto suchten. Er wurde im Gefängnis von Triest festgehalten und strengen Befragungen unterzogen. Der junge Luigi gab aber nicht nach und gab keine Informationen über den Aufenthaltsort seines Bruders preis. Am 21. Juni 1944 wurde er ins KZ Buchenwald deportiert und später ins Außenlager Aschersleben überstellt. Während der letzten Tage seines Lebens lehnte er sich gegen die Wärter auf, um seine Mithäftlinge zu schützen und zu verteidigen. Luigo Cosattini verlor sein Leben im April 1945. HIER WOHNTEANTONIO DANELUTTIGEB. 1923VERHAFTET 29.9.1944DEPORTIERT 1944MAUTHAUSENERMORDET 1.3.1945 Vicolo dello Schioppettino, 13Udine (1923–1945) 120pxHIER WOHNTECECILIA DEGANUTTIGEBOREN 1914VERHAFTET 6.1.1945INTERNIERTRISIERA DI SAN SABBAERMORDET 4.4.1945Via Giuseppe Girardini 5 wurde am 26. Oktober 1914 in Udine geboren. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Cecilia zur diplomierten Krankenschwester des italienischen Roten Kreuzes ausgebildet. Gleich nach dem Waffenstillstand widmete sie sich unter der Leitung des Roten Kreuzes der Betreuung italienischer Soldaten, die sich in deutscher Gefangenschaft befanden. Nach ihrer Rückkehr nach Italien schloss sich Cecilia Deganutti der Widerstandsbewegung an und war in der Brigade Osoppo-Friuli aktiv. Die junge Frau leistete monatelang wichtige Informationstätigkeiten in Udine und der Bassa Friulana, einer Region von Friuli. Schließlich wurde sie in Udine von deutschen Soldaten festgenommen und nach Triest gebracht. Trotz der schrecklichen Folter der Schutzstaffel schwieg Cecilia und verriet keine Informationen über ihre Kameraden. Während ihrer Gefangenschaft ermutigte sie ihre Mitgefangenen laufend trotz der schlimmen Umstände. Schließlich überstellte man sie ins berüchtigte KZ Risiera di San Sabba. Am 4. April 1945, wenige Wochen vor Kriegsende und der Befreiung, wurde Cecilia Deganutti ermordet und ihr Leichnam in den Krematoriumsöfen verbrannt.