Die Schwarznackenbekarde (Tityra cayana), früher Schwarznackentityra oder Schwarzschwanztityra genannt, ist ein Vertreter aus der Unterordnung der Schreivögel.
Aussehen 150px|miniatur|links|Männliche Schwarznackenbekarde Die Schwarznackenbekarde erreicht eine Körperlänge von 21 cm. Die Geschlechter haben ein sehr unterschiedliches Federkleid. Der Schnabel ist hinten rot, die gebogene Schnabelspitze ist rot. Die Kehle, der Bauch und der Großteil des Rückens sind weiß. Der obere Teil der Flügel ist weiß, die darunterliegenden Bereiche sind schwarz. Der hintere Teil des Rückengefieders vor dem Schwanz ist schwarz. Die Schwanzfedern sind ebenfalls schwarz gefärbt. Das Männchen unterscheidet sich dadurch, dass die beim Weibchen schwarzen Gefiederteile braun sind. Der Rücken ist dunkelgrün mit schwarzen Streifen, auch die Brust ist gestreift. Bei beiden Geschlechtern sind die Augen schwarz und der Bereich um das Auge ist rot. Die Füße sind bei beiden Geschlechtern schwarz.
Verbreitung mini|Verbreitungsgebiet der Schwarznackenbekarde (grün) Die Schwarznackenbekarde kommt in Guyana, Venezuela bis nach Südbrasilien, Nordargentinien und Bolivien vor. Diese Art bewohnt die offenen Strauchflächen mit vereinzelten Baumgruppen in Höhen bis 1.300 Meter ü. NN.
Lebensweise miniatur|Lautäußerung der Schwarznackenbekarde Außerhalb der Brutzeit ziehen sie in kleineren Gruppen durch die Buschlandschaft. Sie ernähren sich von Beeren und anderen Früchten. Daneben fangen sie auch in der Luft fliegende oder an Boden entlang kriechende Insekten. Zum Ausruhen verweilen sie in Höhlen der Wipfel toter Bäume.
Fortpflanzung Zur Fortpflanzung lebt die Schwarznackenbekarde paarweise zusammen. Das Nest bauen beide Partner gemeinsam in der Baumhöhle in einer Höhe von 12 bis 35 Meter über dem Erdboden. Das Weibchen legt 2 weißgelbe Eier. Das Ausbrüten dauert 21 Tage und wird vom Weibchen allein bewältigt. Das Männchen hält indessen in der Nähe Ausschau nach Feinden und warnt das Weibchen bei Gefahr mit seinem Geschrei. Bei der Fütterung der Jungen helfen beide Elterntiere zusammen. Nach 25 Tagen verlassen die Jungen das Nest. Es werden mehrere Bruten im Jahr getätigt.
Unterarten Es sind folgende Unterarten bekannt:IOC World bird list Cotingas, manakins, tityras, becards Tityra cayana cayana (, 1766)Carl von Linné (1766), S. 137. ist von Kolumbien über Ecuador, Peru bis ins nördliche Bolivien, und in Venezuela, das nördliche Brasilien, Guyana, Suriname, Französisch-Guayana und auf Trinidad verbreitet. Tityra cayana braziliensis (, 1838)William Swainson (1838), S. 286. kommt im östlichen und südlichen Brasilien, im östlichen Paraguay und im nordöstlichen Argentinien vor.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung der Schwarznackenbekarde erfolgte 1766 durch Carl von Linné unter dem wissenschaftlichen Namen [Lanius] cayanus. Als Verbreitungsgebiet nannte er Cayenne. 1816 führte Louis Pierre Vieillot die für die Wissenschaft neue Gattung Tityra ein.Louis Pierre Vieillot (1816b), S. 39–40 Dieser Begriff geht auf Tityrus aus der bukolischen Dichtung zurück.Tityra in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname cayanus bezieht sich auf Cayenne.cayanus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Braziliensis bezieht sich auf Brasilien. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay sechs Bälge, gesammelt von Hans Krieg (1888–1970), Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Michael Mathias Kiefer (1902–1980) in Zanja Moroti und der Estancia Estrella im Bergland des Río Apa und in Nueva Germania, zur Verfügung. Im Münchner Museum fand er zusätzlich Exemplare von Adolf Neunteufel (1909–1979) aus der Colonie Cambychuelo und Georg Wieninger (1859–1925) aus Bernalcue. Laubmann führte die Art unter dem Namen Tityra cayana braziliensis. In der Literatur betrachtete er in einem von Richard Otto Rohde (1855–1912) gesammelten Exemplar aus Lambaré, welches durch Hans Hermann Carl Ludwig von BerlepschHans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch (1887), S. 13. beschrieben wurde, in SapucaiCharles Chubb (1910), S. 601 durch Charles Chubb, im Departamento Alto ParanáArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 52. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni, in ItapéCarl Eduard Hellmayr (1914), S. 207. durch Carl Eduard Hellmayr und im Nationalpark Río NegroElsie Margaret Binger Naumburg (1930), S. 303. durch Elsie Naumburg viele weitere Nachweise für das Land. Des Weiteren sah er in Caracterizado del blanco cabos negrosFélix de Azara (1805), S. 176–181. von Félix de Azara einen weiteren Nachweis.Alfred Laubmann (1940), S. 68–69.
Gefährdung und Schutzmaßnahmen Aufgrund ihrer weiten Verbreitung und weil für diese Art keine Gefährdungen bekannt sind, stuft die IUCN diese Art als ungefährdet (Least Concern) ein.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Schreivögel