Die Island-Klasse (teilweise auch als Small-Island-Klasse bezeichnet) war eine Fährschiffsklasse der schottischen Reederei Caledonian MacBrayne.

Geschichte Die Schiffe der Island-Klasse wurden zwischen 1972 und 1976 auf der schottischen Werft James Lamont & Company in Port Glasgow gebaut.

Die nach geographischen Objekten benannten Schiffe wurden auf Strecken im Bereich der Inneren Hebriden sowie der Isle of Arran und Rathlin eingesetzt. In den 1990er-Jahren wurden sie bei Caledonian MacBrayne größtenteils außer Dienst gestellt und teilweise durch Fähren der Loch-Klasse ersetzt. Die letzten beiden Einheiten der Klasse wurden 2018 außer Dienst gestellt.Michelle Henderson: CalMac career complete for Raasay ferry, The Press and Journal, 2. März 2018. Abgerufen am 24. Juli 2020.Michelle Henderson: Last of CalMac’s ‘Island’ class ferries in final sailing after more than 40 years, The Press and Journal, 10. April 2018. Abgerufen am 24. Juli 2020. Nach der Außerdienststellung bei CalMac wurden die Schiffe größtenteils nach Irland verkauft und sind teilweise weiterhin in Fahrt., Ships of CalMac.Andrew Cooke: The Glenachulish, Shipping Today & Yesterday Magazine, 9. Juni 2015. Abgerufen am 24. Juli 2020.

Beschreibung Der Schiffstyp wurde von Burness Corlet & Partners entworfen.Vessel Profile: MV Canna, NI Ferry Site, 29. Juni 2015. Abgerufen am 24. Juli 2020. Er basierte auf dem Landungsboottyp LCM-7 (Landing Craft Mechanised) der Royal Navy aus dem Zweiten Weltkrieg.Peter C. Smith: Offshore Ferry Services of England & Scotland – A Useful Guide to the Shipping Lines and Routes, Pen & Sword Maritime, 2012, ISBN 978-1-84884-665-4, S. 165. Die Schiffe sind mit einem offenen Fahrzeugdeck, das über eine Bugrampe zugänglich ist, ausgestattet. Auf dem Deck befindet sich ein Drehteller, mit dem Fahrzeuge gewendet werden können, so dass sie nach der Überfahrt die Fähre wieder vorwärts über die Bugrampe verlassen können. Auf dem Fahrzeugdeck stehen zwölf Spurmeter zur Verfügung. Die Schiffe können fünf bis sechs Pkw befördern, bei überwiegend kurzen Fahrzeugen auch mehr.Eigg, Ships of CalMac. Abgerufen am 21. Oktober 2020. Die ersten beiden Einheiten der Klasse waren etwas kleiner und konnten nur vier Pkw befördern. Am Heck der Schiffe befindet sich ein Decksaufbau mit einem Aufenthaltsraum für Passagiere und dem Steuerhaus.

Die Schiffe wurden ursprünglich von zwei Viertakt-Sechszylinder-Dieselmotoren des Herstellers English Electric Diesels/Bergius Kelvin (Typ: RS6 bzw. RA6) mit jeweils 150 PS Leistung angetrieben. Teilweise wurden sie im Laufe ihrer Dienstzeit mit Viertakt-Sechszylindermotoren der Hersteller Scania bzw. Daewoo Heavy Industries neu motorisiert. Die Motoren wirken über Untersetzungsgetriebe auf zwei Festpropeller. Die Schiffe erreichen eine Geschwindigkeit von rund 8 kn. Über die Antriebsmotoren wird auch die Stromversorgung der Schiffe sichergestellt. Die Motoren trieben Generatoren an, von denen Akkumulatoren geladen wurden. Zusätzlich steht ein Dieselgenerator zur Verfügung.Kilbrannan, Ships of CalMac. Abgerufen am 21. Oktober 2020.

Neben ihrem Einsatz im regulären Fährdienst waren die Schiffe aufgrund ihrer Bauart auch gut geeignet, Fahrzeuge oder auch Viehherden an Stellen aufzunehmen oder abzusetzen, an denen keine entsprechende Infrastruktur, sondern lediglich ein geeigneter, flacher Strandabschnitt vorhanden war.Another End of an Era as Island Ferry Retires from Service, Handy Shipping Guide, 6. März 2018. Abgerufen am 24. Juli 2020.

Schiffe Island-Klasse Bauname Bau-nummer IMO-Nr. KiellegungStapellaufIndienststellung Spätere Namen und Verbleib KilbrannanKilbrannan, Scottish Built Ships – The History of Shipbuilding in Scotland, Caledonian Maritime Research Trust. Abgerufen am 24. Juli 2020. 416 7217872 Januar 197219. Mai 19728. Juli 1972 1992 nach Irland verkauft; 2004: Arainn Mhor, 2008: Clew Bay Queen MorvernMorvern, Scottish Built Ships – The History of Shipbuilding in Scotland, Caledonian Maritime Research Trust. Abgerufen am 24. Juli 2020. 417 7235501  18. Dezember 19726. April 1973 1995 nach Irland verkauft BruernishBruernish, Scottish Built Ships – The History of Shipbuilding in Scotland, Caledonian Maritime Research Trust. Abgerufen am 24. Juli 2020. 420 7310662  22. März 197319. Mai 1973 2006 nach Irland verkauft RhumRhum, Scottish Built Ships – The History of Shipbuilding in Scotland, Caledonian Maritime Research Trust. Abgerufen am 24. Juli 2020. 422 7319589  23. Mai 19735. November 1973 1998 nach Irland verkauft CollColl, Scottish Built Ships – The History of Shipbuilding in Scotland, Caledonian Maritime Research Trust. Abgerufen am 24. Juli 2020. 421 7327990  2. August 197315. November 1973 1998 nach Irland verkauft EiggEigg, Scottish Built Ships – The History of Shipbuilding in Scotland, Caledonian Maritime Research Trust. Abgerufen am 24. Juli 2020. 423 7340411 1. Dezember 197211. Dezember 197425. Februar 1975 nach Irland verkauft CannaCanna, Scottish Built Ships – The History of Shipbuilding in Scotland, Caledonian Maritime Research Trust. Abgerufen am 24. Juli 2020. 424 7340423 Dezember 197231. Oktober 1975April 1976 nach Irland verkauft RaasayRaasay, Scottish Built Ships – The History of Shipbuilding in Scotland, Caledonian Maritime Research Trust. Abgerufen am 24. Juli 2020. 425 7340435 1. Dezember 197224. März 197630. April 1976 nach Irland verkauftRaasay, Ships of CalMac. Abgerufen am 28. Juli 2025.

Die Schiffe fuhren unter der Flagge des Vereinigten Königreichs. Heimathafen war Glasgow.

Die Eigg ist die einzige Fähre der Klasse, deren Steuerhaus um ein Deck erhöht wurde, um die Voraussicht des Schiffsführers bei der Beförderung größerer Fahrzeuge wie Lkw oder Bussen zu verbessern. Nach dem Verkauf des Schiffes nach Irland wurde auf der Steuerbordseite des offenen Fahrzeugdecks ein Kran installiert.MV Eigg, Clare Island Ferry Company (PDF, 986 kB). Abgerufen am 28. Juli 2025.

Weblinks

The 'Small Island' class vessels, Ships of CalMac

Einzelnachweise

Kategorie:Schiffsklasse Kategorie:CalMac Ferries