mini|Rosina Kuhn, Foto: Heinz Baumann, Comet Photo, Bildarchiv der ETH Zürich, ca. 1980 mini|Rosina Kuhn: Aktion Blumenhalde, Kunsthaus Aarau, 1977 Rosina Kuhn (* 5. Oktober 1940 in Zürich) ist eine Schweizer Zeichenlehrerin und Kunstmalerin.Christina Végh: Rosina Kuhn, Biografie. In: Sikart, SIK ISEA, 1998, aktualisiert 2016, abgerufen am 12. November 2023.Schweizerisches Sozialarchiv: Datenbank Bild + Ton, Rosina Kuhn. Abgerufen am 12. November 2023.Dorothea von Kiedrowski: Künstlerin des Monats – Rosina Kuhn. In: Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart an der Philipps-Universität Marburg, abgerufen am 24. Juli 2020.

Leben Kuhn war die Tochter der Berliner Textilkünstlerin Lissy Funk (1909–2005) und des Schweizer Malers Adolf Funk (1903–1996). Ihren Vater bezeichnete sie als ihren besten Lehrer; in seinem Atelier lernte sie malen und zeichnen, mit ihm besuchte sie als Jugendliche Ausstellungen, in Zürich ebenso wie in Paris. Nach der Matura besuchte sie die Kunstgewerbeschule Zürich (die jetzige Zürcher Hochschule der Künste ZHdK). Sie schloss diese mit dem Zeichenlehrerdiplom ab, ihr Hauptinteresse galt aber der Kunst und es folgten erste Ausstellungen. 1962 heiratete sie den Literaturkritiker Christoph Kuhn. 1965 reiste das Paar über New York nach Mexiko. 1968 kehrte es nach Zürich zurück, wo 1970 Sohn Cyril geboren wurde. 1972/73 erhielt Kuhn die Stipendien von Kanton und Stadt Zürich. 1974 trennte sie sich von ihrem Ehemann. Sie war aktiv in der 68-er Bewegung, engagierte sich bei der Gründung der Zürcher Produzentengalerie "Produga", trat mit Malperformances auf und initiierte die erste Zürcher Frauenausstellung «Frauen sehen Frauen» in der Städtischen Galerie zum Strauhof. 1976 wurde ihr das Atelierstipendium der Stadt Zürich in New York zugesprochen und sie tauchte ein in die Kulturszene um St. Mark’s Church und lebte nun abwechselnd in Zürich und New York. Seit 1980 ist Zürich ihr fester Wohnsitz, unterbrochen von Aufenthalten in der ihr seit der Kindheit vertrauten Kirche mit Wohnhaus in Obino im Tessin. Ab 1998 reiste sie alljährlich zu ihrem Sohn nach Los Angeles und arbeitete 2011 während sechs Monaten in Venedig. mini|Rosina Kuhn: Omaggio a Tiepolo, 2012 mini|Rosina Kuhn: Sunset in LA, 2022

Werk Ihren persönlichen und künstlerischen Aufbruch erlebte Rosina Kuhn im aufgeheizten sozio-politischen Klima Mexikos und in der Begegnung mit der Pop Art in New York zwischen 1965 und 1967. Die während ihrer getanzten, von Jazzmusikern begleiteten Mal-Performances entstandenen Bilder sind Ausdruck davon. Ihre Pop-Art-Werke der späten Sechziger- und Siebzigerjahre entwickelten sich aus Collagen von Fotos und Texten aus Zeitschriften zu abstrakter Malerei in Öl auf Leinwand. Dann trat das Porträt in den Vordergrund: in freien, figürlichen Kompositionen (Wandbild Universität Zürich), in intensiven Dialogen von Malerin und Modell, aber auch in Betonung des Körperhaften, wie z. B. in den «Rückenlandschaften» von 1985 oder den grossformatigen Gesichtslandschaften um 1990.

Eine teilweise Neuorientierung vollzog sich in Los Angeles, wo Kuhn zwischen 1998 und 2002 das urbane Strassenleben in der 54-teiligen Aquarell-Serie «Sunset Boulevard» malte. Landschaft im klassischen Sinn dominiert 2003 den umfangreichen Zyklus der Panorama-Landschaften «in alle Himmelsrichtungen und zu allen Tageszeiten» vom Standort Obino aus. Mit diesem Zyklus gewann sie 2003 den hochdotierten Preis der Fondation Edouard und Maurice Sandoz (FEMS). Einen freien Umgang mit dem Motiv findet sich in der Technik der Monotypie ab 2004 mit Alltagsmotiven, ausgehend von Zeitungsbildern verschiedenster Art. Aneignung und persönliche Interpretation prägten 2011/12 auch die «Venezianischen Himmel», zu welchen sie die Deckengemälde von Gian Battista Tiepolo in Venedig inspiriert hatten.

Ausstellungen (Auswahl) Museale Einzelausstellungen 2004: «Nord Süd West-Ost», Kunstmuseum Olten 1995: «Der Blick der Malerin», Kunstmuseum Olten 1987: «Rückenlandschaften», Kunsthaus Zürich 1982: Kunsthaus Glarus

Einzelausstellungen 2023: Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg, Zürich 2016, 2014: Rigassi, Galerie Soon, BernGalerie Soon: Rosina Kuhn – «Venezia - Venice Beach», abgerufen am 25. Dezember 2023. 2014: «Monotypien, Les Enfants du Paradis», Gluri-Suter-Huus, Wettingen 2012/2020/2023: Galerie Rosenberg, Zürich 2003: «Sunset Boulevard», Neue Galerie Aarau 2001, 1989: Galerie Esther Hufschmid, Zürich 1990/2000: Galerie Carzaniga und Uecker, Basel 1982: Thurgauische Kunstsammlung, Frauenfeld 1978/80: Galerie Jamileh Weber , Zürich 1969/73: Galerie Palette, Zürich 1966: Galerie Peccanins, Mexiko-Stadt 1964: Städtische Kunstkammer zum Strauhof, Zürich

Gruppenausstellungen 2023: “Ja, wir kopieren”! Strategien der Nachahmung in der Kunst seit 1970, Kunstmuseum Solothurn, Solothurn 2021: «So close, so far» Pop Art Made in Switzerland, Revisited, Galerie Kilchmann, Zürich 2017: «Swiss Pop Art», Aargauer Kunsthaus Aarau, Aarau 2011: «Monotypie», Graphische Sammlung ETH, Zürich 1980: Phönix, Alte Oper, Frankfurt am Main 1975: «Frauen sehen Frauen», Städtische Galerie zum Strauhof, Zürich 1973: «Tell 73» Zürich, Basel, Bern, Lausanne, Genf, Lugano

Publikationen (Auswahl) Venezianische Himmel, Gemäldezyklus 2011/2012, 2014. Rosina Kuhn, Ein Leben lang Malerin. Benteli Verlag, Sulgen 2011, ISBN 978-3-7165-1697-3. Sunset Edition Neue Galerie 6, Aarau 2003. Nord, Süd, Ost, West: Rosina Kuhn. Kunstmuseum Olten, 2005, ISBN 3-906651-32-0.Helveticat: Nord, Süd, Ost, West : Rosina Kuhn: Ausstellung, Kunstmuseum Olten, vom 21. November 2004 bis 6. Februar 2005, abgerufen am 25. Dezember 2023. mit Fritz Billeter: Lissy Funk. Scheidegger & Spiess, Zürich 1999, ISBN 3-85881-120-3. Der Blick der Malerin, Kunstmuseum Olten. Limmatverlag, Zürich 1995, ISBN 3-85791-266-9. Rückenlandschaften/Backscapes. Kunsthaus Zürich 1987. West Broadway 459, New York. Verlag Alice Lang, New York, 1976.

Auszeichnungen und Stipendien 2011: Stiftung Forberg, Castel Forte, Venedig 2003: Prix Fondation Eduard et Maurice SandozFondation Eduard und Maurice Sandoz: Biografie Rosina Kuhn, abgerufen am 12. November 2023 1983: Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis 1975: Zürcher Atelier in New York 1973: Stipendium der Stadt Zürich 1972: Stipendium des Kanton Zürich

Werke in öffentlichen Sammlungen / im öffentlichen Raum Kunstmuseum Olten Seedamm-Kulturzentrum, Pfäffikon (SZ) Kunsthaus Zürich Graphische Sammlung ETH Zürich Kunstsammlung Kanton Zürich Kunstsammlung Stadt Zürich ETH Hönggerberg (Mensa), Zürich (Aufbruch, 1976, Wandbild) Universität Zürich (Wandmalerei, 1986) Schulhaus Sihlfeld, Zürich (Wandmalerei (sechs Bilder), 1988)

Weblinks

Rosina Kuhn in Swisscovery, dem schweizerischen Suchportal der wissenschaftlichen Bibliotheken

Website von Rosina Kuhn Schweizer Fernsehen SRF: Ausstellung der Malerin Rosina Kuhn im Kunstmuseum Olten. 1. Oktober 1995, abgerufen am 7. November 2023. Aargauer Kunsthaus: Rosina Kuhn, «Esalen», 2016 YouTube

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Zürich) Kategorie:Bildender Künstler (Schweiz) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Frau