Justizkanzlei war die Bezeichnung für die Gerichte zweiter Instanz im Königreich Hannover. Bereits in Kurhannover war die Bezeichnung „Justizkanzlei“ für die landesherrlichen Mittelgerichte der einzelnen Landesteile üblich gewesen.
Geschichte Nach 1813 musste die Gerichtsorganisation im Königreich Hannover neu geordnet werden. An der Spitze stand das Oberappellationsgericht Celle, darunter wurden als Mittelgerichte acht Justizkanzleien wieder eingerichtet (später kam die Arensbergische Justizkanzlei Haselünne hinzu). Darunter bestanden in der ersten Instanz 274 Untergerichte, davon 162 Ämter, 64 Patrimonialgerichte und 48 Magistrate.
Nach der Revolution von 1848 wurden im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft.Gesetz über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 () Die Justizkanzleien wurden aufgehoben und durch Obergerichte ersetzt.
Liste der Justizkanzleien Justizkanzlei Aurich Justizkanzlei Bentheim Justizkanzlei Celle Justizkanzlei Göttingen Justizkanzlei Hannover Justizkanzlei Hildesheim Justizkanzlei Osnabrück Justizkanzlei Stade Justizkanzlei HaselünneFranz Heinrich Ungewitter: Neueste Erdbeschreibung und Staatenkunde, oder geographisch-statistisch-historisches Handbuch: mit besonderer Berücksichtigung der neuesten Gestaltung Deutschlands: in drei Bänden. Band 1, 1872, S. 379, Digitalisat.
Einzelnachweise