Günter Richter (* 7. Mai 1933 in Meißen; † 1. Februar 2026 in Leipzig) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Werdegang Günter Richter absolvierte von 1949 bis 1953 eine Ausbildung zum Bossierer in der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen. Von 1953 bis 1958 studierte er bei Emil Koch und Bernhard Heisig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGBK). Nach dem Diplomabschluss war er freischaffend in Leipzig tätig.

1972 gehörte Richter zu den Mitbegründern der Künstlergruppe „Leipziger Grafikbörse“, die er von 1976 bis 1982 leitete. Von 1989 bis 1992 arbeitete er als Lehrer im Jugendstudio des Lindenau-Museums Altenburg. Ab 1990 war er Dozent an der HGBK. Richter lebte und arbeitete in Leipzig.

Neben seiner bildkünstlerischen Arbeit betätigte Richter sich auch schriftstellerisch.

Richter hatte im In- und Ausland eine große Anzahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. von 1972 bis 1988 auf der VII. bis X. Kunstausstellungen der DDR in Dresden.

Werk Richters Hauptthemen waren Stadtlandschaften und Architektur aus der Wende zum 20. Jahrhundert. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Hölzer als etwas Gewachsenes, Abgestorbenes und Weggeworfenes im Kreislauf von Werden und Vergehen. Richter nutzte dafür im frühen Werk in der zeichnerisch linearen Wiedergabe seiner Gegenstandswelt bewusst die Tradition der Neuen Sachlichkeit der Leipziger Schule, nahm aber auch formale Elemente des Surrealismus auf, später auch des Fotorealismus zur Verdichtung der Bildaussage. In seinem späteren Werk wurde sein Duktus spontaner. Sein künstlerisches Werk zählte zur zweiten Generation der Leipziger Schule. Ehrungen 1981: Kunstpreis der Stadt Leipzig 1987: Kunstpreis der DDR

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Richters (unvollständig)

Berlin: Nationalgalerie Dresden: Kupferstichkabinett Leipzig: Museum der Bildenden Künste Leipzig: Kunsthalle der Sparkasse Leipzig Stendal: Winckelmann-Museumhttps://nat.museum-digital.de/search?q=G%C3%BCnter+Richter

Weitere Werkbeispiele Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur

Druckgrafik

Sitzstreik in Panama (Lithografie, 0,51 × 0,735 cm; 1965 auf der Ausstellung 500 Jahre Kunst in Leipzig)

Literarische Werke Bocksprünge. Plöttner -Verlag, Leipzig, 2010, ISBN 3-938442-80-8, ISBN 978-3-938442-80-7

Eule. Groteske Geschichte eines Malers. Mirabilis Verlag, Miltitz 2020, ISBN 978-3-947857-03-6.

Einzelausstellungen (unvollständig) 1974: Leipzig, Galerie am Sachsenplatz (mit Hans Theo Richter und Werner Hennig) 1976: Leipzig, Club der Intelligenz 1976: Berlin, Galerie Arkade 1982: Leipzig, Galerie am Sachsenplatz (Malerei und Zeichnungen der Jahre 1968–1983) 1990: Hannover, Kunstverein (Gemälde und Zeichnungen) 2018: Leipzig, Galerie Irrgang („Günther Richter – Bilder und Zeichnungen“)

Literatur

Richter, Günter. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 764/765 Gunhild Brandler: Günter Richter. In: Bildende Kunst, Berlin, 1976, S. 242–244

Weblinks Günter Richter. In: Literaturfest Meißen

Einzelnachweise

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