__NOTOC__ Michel Reiß, auch Reiss, (* 23. Juli 1805 in Frankfurt am Main; † 27. Januar 1869 ebenda) war ein deutscher Mathematiker.
Reiß stammte aus einer Familie wohlhabender Kaufleute. Sein Vater war Israel Elias Reiss (1766–1825), und seine Mutter war Bertha Halle (1775–1852). Sein knapp zwei Jahre jüngerer Bruder war der Kaufmann, Bankier und Politiker Isaak Anton Reiß (genannt Jacques). Er studierte ab 1823 Mathematik an der Universität Göttingen und hatte dabei Privatstunden bei Carl Friedrich Gauß. 1825 wurde er promoviert mit einer Dissertation über parallele Kurven auf Oberflächen. Er vollendete die Dissertation in Berlin und ging 1827 zum weiteren Studium nach Paris, wobei er einen Brief von Carl Gustav Jacobi an Adrien-Marie Legendre über elliptische Funktionen überbrachte. Danach ging er nach Brüssel, wo er die in London geborene Franziska Helena Reiss (1819–1910) heiratete. Aus dieser Zeit stammen Untersuchungen über Determinanten. Anfang der 1830er Jahre war er wieder in Frankfurt und lebte als reicher Privatgelehrter. Sein Gesundheitszustand war aber schlecht. Er veröffentlichte ein Buch über Determinanten. In einer nach seinem Tod in den Annali di Matematica (Serie 2, Band 5) veröffentlichten Arbeit behandelte er eine zahlentheoretisch-kombinatorische Aufgabe aus dem Dominospiel.
Die Reiß-Relation in der algebraischen Geometrie ebener Kurven ist nach ihm benannt.Griffiths, Harris, Principles of Algebraic Geometry, Wiley 1978, S. 675 Sie ist eine Beziehung zwischen den partiellen Ableitungen 2. Ordnung an den Schnittpunkten einer ebenen algebraischen Kurve mit einer Geraden.
Schriften Beiträge zur Theorie der Determinanten, Teubner 1867
Literatur
Weblinks
Michel Reiß in der Datenbank zbMATH Michel Reiß, Deutsche Biographie
Einzelnachweise
Kategorie:Mathematiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1805 Kategorie:Gestorben 1869 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Frankfurt am Main)