Die Laschar-Kapelle ist eine evangelische Kapelle in Corres, einem Ortsteil von Ötisheim im Enzkreis in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde Ötisheim gehört zum Kirchenbezirk Mühlacker der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Geschichte Um 1700 wurde der winzige Ort westlich von Ötisheim als Waldenserkolonie angelegt mit Bewohnern aus Du Queyras in der Dauphiné. Bis 1824 gehörte die Bevölkerung zur reformierten Pfarrei Dürrmenz. 1824 wurde die reformierte Kirchengemeinde Schönenberg/Corres in die württembergische Landeskirche eingegliedert und es entstanden die beiden Filialkirchengemeinden Corres und Schönenberg der Kirchengemeinde Ötisheim. 1896 dachte man über einen Betsaal in Corres nach und zog Heinrich Dolmetsch zu Rate, doch verwarf man seine Pläne für einen Kapellenbau 1899, da sie zu aufwändig waren. Neue Baupläne kamen dann von den Nachfolgern des 1908 verstorbenen Heinrich Dolmetsch, dem Sohn Theodor Dolmetsch und seinem Büropartner Felix Schuster. Der Bauplan sah 50 Sitz- und 25 Stehplätze vor. Wilhelm Laschar, Oberstleutnant und Nachfahre von Jean Lageard, welcher ein Mitbegründer Corres’ war,Konrad Dussel: Ötisheim – durch die Geschichte zur Gegenwart. regionalkultur, 2007, ISBN 978-3-89735-503-3, S. 133. spendete dem Kirchenbaufonds 10.000 Mark (4.200 Goldmark), in waldenser.org Am 19. Mai 1911 erfolgte der erste Spatenstich und am 22. September im selben Jahr die Einweihung. Zu Ehren des Spenders Laschar nannte man die Kapelle „Laschar-Kapelle“.
1934 forderte Professor Hans Seytter aus Stuttgart in einem Gutachten dringende Sanierungsmaßnahmen, da der Bau konstruktive Fehler aufwies. Die Kapelle wurde aber erst 1960 renoviert und am 12. Mai wieder eingeweiht. 1973–1974 gab es eine umfangreiche Erneuerung durch den Architekten H. Wiem aus Stuttgart. Ebenso schaffte man einen Altartisch, eine elektronische Orgel und neue Stühle an. Der Kunsthistoriker Mathias Köhler schrieb in seiner Würdigung, dass er die Umgestaltungen der Fenster bedauere, und dass der Eingang „verschandelt“ wurde.in der Würdigung des Kunstführers Nr. 1988 Evangelische Kirchen in Ötisheim S. 23.
Beschreibung Die Kapelle an der Hauptstraße besteht aus einem einfachen Saal, der nach Südosten in drei Seiten eines Achtecks schließt. Dem Altarraum ist die Sakristei angegliedert. Große Rechteckfenster, ursprünglich rundbogig, durchbrechen die aus verputztem Holzfachwerk errichteten Umfassungswände. Das Innere erhält durch die sichtbar belassenen Ständer und Unterzugsbalken der „falschen“ Holzdecke eine bescheidene Gliederung. Der Altar befindet sich im südöstlichen Bereich, dahinter befindet sich die Sakristei. Das Kruzifix ist holzgeschnitzt und entspricht dem Stil des Barocks.
Im Außenbereich wurde bei der Renovierung 1973–1974 eine Eternitplattenverkleidung angebracht. Auf dem Dach befindet sich ein Dachreiter. Dort hängt eine Glocke, welche 1911 von der Glockengießerei Kurtz aus Stuttgart hergestellt wurde. Sie hat die Tonhöhe B2, einen Durchmesser von 410 mm und wiegt 80 kg.
Lage Die Kapelle liegt im Ortsteil Corres an der Pforzheimer Straße, Richtung Dürrn, auf der linken Seite.
Siehe auch Liste der Kulturdenkmale in Ötisheim
Literatur David Koch: Kirchen- und Friedhofsbauten von Schuster & Dolmetsch-Stuttgart. In: Christliches Kunstblatt für Kirche, Schule u. Haus. Lahr, Baden, Bd. 58 (1916), 2, S. 38–48. Mathias Köhler: Evangelische Kirchen in Ötisheim. Schnell Kunstführer Nr. 1988. 1992, S. 21–23. Auf den Spuren der Waldenser. Themenheft. In: Ev. Gemeindeblatt für Württemberg, Nr. 36/2021, S. 4–9.
Weblinks Evang. Lascharkapelle (1911) in Corres in kirchbau.de Website der Kirchengemeinde
Einzelnachweise
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