mini|Cover von "Elisabeths Winter & Frühling in Rom" Der Roman Elisabeth’s Winter & Frühling in Rom wurde 1881 von der Kinder- und Jugendbuchschriftstellerin Johanna Hering unter dem Pseudonym Olga Eschenbach veröffentlicht.Barth, Eschenbach Es ist die Geschichte eines siebzehnjährigen Mädchens, Elisabeth von StachauEschenbach, S. 5, das ihre Großmutter nach Rom begleitet und Briefe an die Schwestern ihres beinahe Verlobten schreibt. Es ist eine Reiseerzählung, die sich dem Genre der Backfischromane zuordnen lässt, da sie belehrende Motive enthält.

Inhalt Der Roman ist in zwei Teile gegliedert: in die Vorgeschichte und zwanzig Briefe, die einen Aufenthalt in Rom schildern.

Vorgeschichte In drei Unterkapiteln wird die Ankunft von Elisabeth und Frau von Rothenfels, ihrer Großmutter, am neunten Januar 1879 in einem Hotel in Rom beschrieben sowie die ersten Tage im Hotel. Dabei erfährt der Leser, dass Frau von Rothenfels bereits vor etlichen Jahren mit ihrem Ehemann in Rom gewesen ist.

Sie richten sich in ihrem Zimmer ein, wobei eine anstehende Verlobung Elisabeth mit einem Hauptmann, Leo von Rödern, zur Sprache kommt. Da der Hauptmann mit 32 Jahren beinahe doppelt so alt ist wie Elisabeth, wurde die Verlobung von ihren Eltern aufgeschoben. Auch soll sie sich erst über ihre Gefühle klarwerden. Dazu gehört ein vorläufiges Kontaktverbot, das die beiden Liebenden durch die Schwestern des Hauptmanns umgehen wollen.

Dem Gespräch schließt sich ein ausführlicher Rundgang durch das Hotel und ein Abendessen an, bei dem sie Familie von Bener kennenlernen. Ihre neuen Bekannten haben eine fünfzehnjährige Tochter, Grete von Bener, durch sie erfährt man von Elisabeths Begeisterung für Musik, obwohl sie gänzlich unmusikalisch ist.

Im letzten Unterkapitel erzählt Elisabeth von ihren Vorstudien, die ihr von ihrer Gouvernante, Tante Charlotte, aufgebürdet wurden. Auch soll sie ihre Erlebnisse in einem Buch festhalten, wozu sie keinerlei Lust hat. Frau von Rothenfels funktioniert das Buch um, Elisabeth soll darin Zeichnungen festhalten.Eschenbach, S. 1–18.

Erster Brief Elisabeths Briefe richten sich an Leos Schwestern, Erna und Helene. Da die drei sich nicht persönlich kennen, beginnt Elisabeth mit einer Einführung in ihr Leben und in das ihrer Familie, die ein Gutsbesitz in Ostpreußen besitzt. Sie schreibt, dass sie mit fünf Jahren ihren drei Jahre jüngeren Bruder verlor, woraufhin ihre Eltern eine Reise nach Italien unternahmen, um den Schmerz zu vergessen, was ihnen jedoch nicht gelang. Nach deren Rückkehr lernte Elisabeth Leo kennen, den Neffen eines Nachbarn.

Zu Tante Charlotte, eigentlich Fräulein Charlotte Bender, hatte sie anfangs ein schwieriges Verhältnis, das sich mit der Zeit besserte, da Tante Charlotte mit Pflichtbewusstsein, Intelligenz und Vertrauen an den Unterricht ging. Das Verhältnis zu ihren Eltern litt unter dem Tod ihres Bruders, besserte sich jedoch ebenfalls nach einem besonderen Weihnachtsfest zur Kriegszeit, dessen Schilderung den Hauptteil des Briefes einnimmt, da sich Elisabeth und Tante Charlotte für die Armen einsetzten und diese zu sich einluden. Fortan gaben sie an jedem Sonntag vor Weihnachten ein ähnliches Essen für die Kinder der Leute, die auf den Gütern der Familie lebten.Eschenbach, S. 21–30

Zweiter Brief Im Herbst 1872 verschlechterte sich die Gesundheit ihrer Großeltern, weshalb diese von Berlin wegen nach Baden-Baden zogen. Im Juni 1873 besuchte Elisabeth ihre Großeltern, wo es ihr gut gefiel, nicht jedoch die herausgeputzten Mädchen, die "einherstolzirten und sich gegenseitig musterten"Eschenbach, S. 33.. Ende Oktober reiste Elisabeth wieder nach Hause, wo inzwischen zu ihrer Freude und Überraschung ihre Geschwister geboren wurden: Ihr kleiner Bruder, nach dem Vater Werner benannt, und ihre kleine Schwester, nach der Mutter Theodora benannt. Im Frühjahr 1877 starb ihr Großvater, woraufhin ihre Großmutter über den Winter zu ihnen zog. Das Leid der Großmutter, überforderte Elisabeth, weshalb sie sich an Tante Charlotte wandte, die ihr den Umgang mit einer leidenden Person erklärte. Der Besuch ihrer Großmutter nahm ein abruptes Ende, da es ihr nicht besser ging.

Die Rückblende Elisabeths wird an dieser Stelle kurz unterbrochen, da sie Briefe von Helene und Erna empfängt. Die beiden haben sie erfreulicherweise als Schwester akzeptiert und angemerkt, dass auch ihre Großeltern gern von Elisabeths Erlebnissen erfahren wollen.

Weil Elisabeths Eltern nichts davon hielten, Mädchen mit Geschenken zu überhäufen, bekam sie zur Konfirmation nur Blumen. Ihre Großmutter kam nicht zur Konfirmation, weil sie die weite Reise aus gesundheitlichen Gründen fürchtete. Sie schrieb Elisabeth jedoch einen Brief, in dem sie Elisabeth auf eine Reise im Januar 1879 nach Italien einlud, zu der ihr ihre Ärzte geraten hatten. Elisabeth sagte sofort zu, da sie bereits viele Andenken aus dem "Zauberland"Eschenbach, S. 40. mitgebracht bekommen hatte und sie das Land selbst sehen wollte. Kurz nach ihrer Zusage erwartete Elisabeth eine weitere Überraschung. Leo kam zu Besuch. Alle Familienmitglieder mochten ihn, weil er mit den Kleinen spielte und nur von Heldentaten der anderen erzählte. Elisabeth brauchte im Gegensatz zu ihrer Familie mehr Zeit, um zu ihrem früheren Umgang mit ihm zurückzukehren. Dennoch gelang es ihr, was den Abschied am Vortag der Reise schmerzhafter machte. An diesem Abend machte Leo ihr den Heiratsantrag und obwohl Elisabeth nicht antworten durfte, da ihre Eltern ihr für die Entscheidung Zeit lassen wollten, sagte sie Leo stumm zu, indem sie ihre Hände in seine legte.Eschenbach, S. 32–44.

Dritter Brief Der dritte Brief entsteht einige Wochen nach der Ankunft in Rom. Elisabeth gesteht gleich zu Anfang, dass sie mit viel bruchstückhaften Wissen nach Rom kam und auch vom Reisebuch überfordert war, da dieses zu viele Informationen und Orte enthält: 369 Kirchen, 12 Obelisken, 150 Plätze, 50 große Brunnen, unzählige Paläste und vieles mehr.

Das Fremdenviertel ist der erste Ort, den Elisabeth in ihren Briefen beschreibt, neben diesem zählt sie viele weitere Orte auf, an denen sie und ihre Großmutter vorbeigelaufen sind. Die Besichtigung einiger Sehenswürdigkeiten hilft Elisabeth, die Stadt zu verstehen und sich wohlzufühlen.

In ihren Beschreibungen finden sich folgende Sehenswürdigkeiten: Porta del Popolo, Piazza del Popolo, Piazza Montanara, mehrere Tempel, Obelisken und Brunnen, die Promenade Roms, die spanische Treppe, der Ausblick vom Monte Pincio sowie Kirchen und Kapellen. Einen großen Eindruck haben auch die flanierenden Offiziere gemacht, alle in unterschiedlichen Uniformen und mit reich geschmückten Frauen. Elisabeth weist die Schwestern auf schöne Pflanzen und Büsten hin und auf die Tatsache, dass viele Leute ihre Hunde mitnehmen, obwohl diese nichts auf den Ausflügen zu suchen hätten. In entlegenere Stadtteile reisen Elisabeth und ihre Großmutter erst im Februar. Die Straßen seien hübsch, aber zugleich nicht alle ansehnlich, die Läden seien sauber und die Waren geschmackvoll angerichtet. Es folgt eine Auflistung der Waren und der Hinweis darauf, dass sie sich die Italiener anders vorgestellt hat. Die Sprache klinge weder sanft noch musikalisch, die Bürgerlichen hätten elegante Kleidung getragen, viele seien umhergeschlendert, als hätten sie nichts zu tun, während ihre Häuser schmutzig und unkomfortabel seien. Auf einem Spaziergang sieht Elisabeth Mädchen, die von Klosterfrauen spazieren geführt werden und die Elisabeth leidtun. Der Anblick zeigt ihr auf, wie sehr sie doch in Freiheit aufgewachsen ist.Eschenbach, S. 45–55.

Vierter Brief Im vierten Brief geht Elisabeth auf die Fragen der Schwestern ein. Erna fragt nach der Zeiteinteilung der beiden Reisenden. Helene fragt nach Elisabeths Bekanntschaften, italienischen Gesellschaften und Theaterbesuchen.

Elisabeth schildert ihre Tagesroutine, die vor sieben Uhr früh mit Lesen und Schreiben beginnt. Anschließend gibt es ein Frühstück, Gespräche und ein Besuch im Salon, wo Elisabeth zeichnet oder schreibt und ihre Großmutter Pläne schmiedet oder ebenfalls schreibt. Das Hotel verlassen sie erst nach zehn Uhr, um bei gutem Wetter Ausflüge zu unternehmen. Beim Abendessen sitzt Elisabeth normalerweise neben Familie von Bener, da jedoch am Vorabend des vierten Briefs Familie von Bener bei Bekannten war, saß ein junges Ehepaar neben Elisabeth, die den Schwestern die Unterhaltung mit dem Paar ausführlich schildert, weil die Frau unzufrieden mit Rom ist. Elisabeth habe während des Gesprächs betont, dass man nach Rom wegen der Sehenswürdigkeiten komme und nicht wegen des guten Wetters, doch an ihren Ausführungen hätte nur der Ehemann Interesse gezeigt.

Von allen Mädchen im Hotel hat Elisabeth Gretchen am liebsten, da diese aufrichtig, natürlich und lustig ist und obwohl diese sich unüberlegt äußert. Davon abgesehen kommt zweimal in der Woche eine italienische Malerin vorbei, um Elisabeth Zeichenunterricht zu geben. Ebenfalls zweimal kommt eine Italienerin, um sich mit ihr zu unterhalten. Zu Gesellschaften geht Elisabeth ihrer Großmutter zuliebe nicht, obwohl die Gräfin Waldersee, eine befreundete Dame der Großmutter, sie oft zu solchen einlädt.Eschenbach, S. 57–62.

Fünfter und sechster Brief Die beiden Briefe widmen sich der ausführlichen Beschreibung der Ausflüge zur Grabkirche des Apostels Petrus, der Grabkirche des Apostels Paulus, zum Kapitol und den Tarpejischen Felsen.Eschenbach, S. 63–75.

Siebter Brief Den siebten Brief schreibt Elisabeth während der Karnevalszeit, weil ihre Großmutter jedoch geraten hat, nicht vorschnell zu urteilen, will Elisabeth ein anderes Mal vom Karneval berichten. Stattdessen schreibt Elisabeth über eine musikalische Soirée, zu der sie die Gräfin Waldersee eingeladen hat. Da die Gräfin den Vorurteilen der Italiener, die Deutschen würden sich nicht geschmackvoll kleiden, entgegenwirken will, kommt sie vor der Soirée vorbei und prüft Elisabeths Kleid. Ihr Kompliment, dass Elisabeth ein hübsches Mädchen sei, nimmt die Großmutter nicht unkommentiert an, weil Komplimente eitel machen würden.

Auf der Soirée stechen zwei Frauen hervor. Zwei arme Malerinnen, die nach Rom gekommen sind, um mit dem Malen Geld zu verdienen. Auf Bitte ihrer Großmutter hin stellt ihnen die Gräfin die Künstlerinnen vor: Eine eitle Adlige und eine bescheidene Ostpreußin. Noch bevor die Soirée beendet ist, gehen Elisabeth und ihre Großmutter ins Hotel. Dort bittet Elisabeth ihre Großmutter um Erlaubnis, der Ostpreußin zu helfen, wofür sie ihr eigenes Geld aufwenden will.

Im Atelier der Ostpreußin erfahren sie die traurige Lebensgeschichte der Künstlerin, Rosa Siegfried, die ihre Ersparnisse für den Traum, eine Malerin zu werden, verlor und sich kaum über Wasser halten kann. Elisabeth hat Mitleid mit der Künstlerin, weshalb sie zwei Studienköpfe gekauft hat, um sie zu unterstützen. Abends unterhält sie sich mit ihrer Großmutter über den Besuch, die die Hoffnung auf ein besseres Leben sehr schätzt.Eschenbach, S. 76–88.

Achter Brief Der achte Brief ist der Karnevalszeit gewidmet. Der erste und zweite Tag ist ganz dem Konfettiwerfen gewidmet. Es gibt Musik und die Menschen sind verkleidet, wobei Elisabeth die Kostüme schlecht findet. Während Elisabeth lediglich zuschaut, verbraucht Gretchen viel teures Konfetti, ohne dass ihre Eltern ihr Einhalt gebieten können. Der dritte Tag gefällt Elisabeth am meisten, da es schönes Wetter gibt. Statt Konfetti gibt es Blumen und Zuckerwatte. Nebst der Beschreibung von Trachten gibt es auch unterschiedliche Masken, geschmückte Wagen und einen Elefanten, von dessen Rücken ein Inder Blumen zu den Fenstern hochwirft, sowie einen Vogelstrauß. Der Abend schließt mit einem Pferderennen. Elisabeth hat Mitleid mit den abgemagerten Tieren. Zuletzt beschreibt sie die Moccoli-Feier am letzten Tag der Feier, ein tanzendes Grüppchen auf der Spanischen Treppe und ein Fest auf der Piazza Navona.Eschenbach, S. 89–97.

Neunter Brief