Schlierbach ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie Das Dorf liegt auf einem Hügelzug östlich des Surentals im Nordosten von Büron. Der Ortsteil Wetzwil () liegt 2 km (Luftlinie) südöstlich des Dorfs an der Strasse von Geuensee nach Rickenbach. Zu Schlierbach gehören auch die Weiler Weierbach 800 m östlich () und Brämhus 1,6 km nordöstlich des Dorfs (). Der Ortsteil Etzelwil () liegt zwischen dem Dorf und Brämhus.

Schlierbach grenzt an Büron, Geuensee, Rickenbach LU und Triengen im Kanton Luzern sowie an Schmiedrued im Kanton Aargau.

Bevölkerung

Da die Gemeinde im heutigen Umfang erst seit 1844 existiert, gibt es keine exakten Bevölkerungszahlen aus der Zeit vor 1850. Von 1850 bis 1910 führte eine massive Abwanderungswelle in die Industriezentren zu einem starken Bevölkerungsverlust (− 38,0 %). Danach stieg sie trotz zwei Zeitspannen des Bevölkerungsstillstands bis 1980 wieder deutlich an (1910–1980: + 28,6 %). Dieses Wachstum hat sich seither vergrössert – so dass die Zahl der Bewohner heute bei rund 1000 Personen liegt.

Sprachen Die Bevölkerung benutzt als Umgangssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 95,24 % Deutsch, 3,00 % Albanisch und 0,53 % Französisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen In früherer Zeit waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Heute (Stand 2000) gibt es 85,89 % römisch-katholische und 4,41 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben findet man 3,70 % Konfessionslose und 3,17 % Muslime.

Herkunft – Nationalität Ende 2024 waren von den 1008 Einwohnern 916 Schweizer und 92 (= 9,1 %) Ausländer. Die Einwohnerschaft bestand aus 90,9 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2024 stammten die ausländischen Einwohner aus Deutschland (32 Personen), der Ukraine (11), dem Kosovo (9), Italien (3), Portugal (2), Spanien und Serbien (je 1). 31 Personen stammten aus dem übrigen Europa, und 2 waren asiatischer Herkunft.

Geschichte Schon zur Römerzeit war der Ort besiedelt, wie Überreste eines römischen Gebäudes beweisen. Erste Erwähnung der Gemeinde als Slierbach im Jahr 1178. Der Ort gehörte zur Herrschaft Büron. Diese wiederum gehörte zur Grafschaft Willisau und somit bis 1407 zum Einflussbereich der Habsburger. In diesem Jahr erwarb die Stadt Luzern die Grafschaft Willisau. Nachdem Luzern 1455 von Hemmann von Rüsseegg auch die niedere Gerichtsbarkeit erworben hatte, war Schlierbach bis 1798 Teil der Landvogtei Büron-Triengen. Von 1798 bis 1803 gehörten die Ortsteile Schlierbach und Etzelwil zum Distrikt Sursee, während der Ortsteil Wetzwil dem Distrikt Beromünster zugeteilt war. Seither sind alle Ortsteile im damals neu geschaffenen Amt Sursee. Die Gemeinde entstand im heutigen Umfang erst im Jahr 1844 durch Zusammenlegung der Orte Schlierbach, Etzelwil und Wetzwil.

Sehenswürdigkeiten

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat Schlierbach besteht aus drei Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt (Legislaturperiode 2024–2028):

Marina Graber (die Mitte): Gemeindepräsidentin Frank Hürzeler (SVP): Gemeindeammann, seit 1. Januar 2022 Christine Stocker (FDP): Sozialvorsteherin

Kantonsratswahlen Bei den Kantonsratswahlen 2023 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Schlierbach: SVP 29,36 %, Mitte (mit GenMitte) 28,02 %, FDP 27,15 %, Grüne (mit JG und GrüneKuG) 5,85 %, SP (mit JUSO) 5,70 % und glp 3,92 %.Kantonsratswahlen: Stärke der Parteien 2023 (LUSTAT Statistik Luzern)

Nationalratswahlen Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Schlierbach: Mitte 30,0 %, FDP 29,6 %, SVP 24,9 %, SP 5,9 %, Grüne 4,3 %, glp 3,0 %, übrige 2,3 %.

Verkehr Die Gemeinde ist durch die Postautolinie 83 Sursee-Schlierbach-Etzelwil erschlossen. Die Gemeinde liegt an der Nebenstrasse Sursee-Schlierbach-Schmiedrued-Schöftland. Der nächstgelegene Autobahnanschluss ist Sursee an der A2 in 7 km Entfernung.

Persönlichkeiten Engelbert Arnold (1856–1911), Elektroingenieur und Hochschullehrer Armin Hartmann (* 1977), Politiker (SVP), Regierungsrat, Alt-Gemeindeammann

Literatur Adolf Reinle: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band IV: Das Amt Sursee. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 35). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1956, ISBN 978-3-906131-23-8.

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Schlierbach

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kanton Luzern Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Ersterwähnung 1178