Nationalparks am Turkana-SeeOffizielle Bezeichnungen , , deutsche Übersetzung entsprechend ist eine von der UNESCO gelistete Stätte des Weltnaturerbes in Kenia. Die serielle Welterbestätte umfasst drei Nationalparks am und im Turkana-See.

Hintergrund Der Turkana-See, früher Rudolfsee genannt, liegt im Ostafrikanischen Graben und ist der zweitgrößte Binnensee in Kenia. Er ist in Nord-Süd-Richtung etwa 250 Kilometer lang, in Ost-West-Richtung maximal knapp 50 Kilometer breit und hat eine Fläche von 6405 Quadratkilometern. Als Endsee hat er keinen Abfluss und verliert durch Verdunstung mehr Wasser als ihm zugeführt wird. Dadurch sinkt sein Wasserspiegel allmählich, und er versalzt immer mehr.

Die Region um den Turkana-See gehört zu den schwach besiedelten und abgelegenen Teilen Kenias. Dadurch hat sich hier ein artenreiches Ökosystem erhalten. Der Turkana-See ist unter anderem eines der wichtigsten Brutgebiete der Nilkrokodile in Afrika. Der See und seine Umgebung bildet eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel. Mit Koobi Fora liegt an dem See auch eine der wichtigsten Fundstätten homininer Fossilien von Ostafrika, in der 1972 der Homo rudolfensis entdeckt wurde.

Einschreibung 1997 wurden aufgrund eines Beschlusses der 21. Sitzung des Welterbekomitees der Sibiloi-Nationalpark und der Nationalpark Central Island in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Auf der 25. Sitzung des Welterbekomitees wurde die Welterbestätte um den Nationalpark South Island erweitert und erhielt die Bezeichnung Nationalparks am Turkana-See.

Die Eintragung erfolgte aufgrund der Kriterien (ix) und (x).

Umfang mini|Koobi Fora im Sibiloi-Nationalpark

Die Welterbestätte umfasst drei voneinander getrennte Bereiche und hat insgesamt eine Fläche von 161.485 Hektar. Die Nationalparks, die die Welterbestätte bilden, sind:

der Sibiloi-Nationalpark, gegründet 1973, Größe 157.085 ha, eine aride Halbwüste am Ostufer des Nordteils des Sees (), der Nationalpark Central Island, Größe 500 ha, eine vulkanische Insel im Mittelteil des Sees (), und der Nationalpark South Island, Größe 3.900 ha, eine Insel im Südteil des Sees (), die größte Insel des Sees.

Gefährdung Etwa 90 % seines Wassers bezieht der Turkana von seinem größten und einzigen ganzjährig Wasser führenden Zufluss, dem Omo. Durch den Bau der Talsperre Gilgel Gibe III in Äthiopien ist der regelmäßige Wasserzufluss für den See bedroht. Weitere Umweltbedrohungen für den Turkana-See könnten sich aus dem Kuraz Sugar Development Project, einem Projekt Äthiopiens für eine Zuckerindustrie am Omo, und durch das LAPSSET-Korridorprojekt, einem Verkehrsprojekt Kenias, ergeben, das unter anderem ein Resort am Turkanasee vorsieht. Das Welterbekomitee sieht dadurch die herausragende universelle Bedeutung der Stätte bedroht und hat deswegen auf seiner 42. Sitzung 2018 die Nationalparks am Turkana-See in die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Welterbestätte in Afrika Kategorie:Welterbestätte in Kenia Kategorie:Weltnaturerbestätte !TurkanaSee