mini|Wiktar Babaryka (2012)
Wiktar Dsmitryjewitsch Babaryka (, ; * 9. November 1963 in Minsk) ist ein belarussischer Bankmanager und Politiker. Von 2021 bis zu seiner Freilassung im Dezember 2025 war er politischer Gefangener in Belarus.
Leben Babaryka studierte an der Belarussischen Staatlichen Universität und war seit 1995 im Finanzsektor tätig. Er war langjähriger Vorstandsvorsitzender der Belgazprombank, die dem russischen Konzern Gazprom gehört. Der Bankmanager galt als aussichtsreicher Kandidat für die Präsidentschaftswahl in Belarus 2020. Am 18. Juni 2020 wurde er zusammen mit seinem Sohn Eduard Babaryka festgenommen. Amnesty International stuft die beiden als gewaltlose politische Gefangene ein.Belarus: Full-scale attack on human rights ahead of presidential election, amnesty.org, 29. Juni 2020. Er und sein Sohn, der Leiter seines Wahlstabs war, wurden der Geldwäsche und Steuerhinterziehung beschuldigt.Belarus: Sechste Präsidentschaft Lukaschenkas im Zeichen des Protests, boell.de, 17. Juli 2020. Aufgrund des Strafprozesses wurde Babaryka von der belarussischen Wahlkommission nicht zugelassen.Präsidentenwahl in Belarus: Oppositionskandidat darf nicht antreten, tagesschau.de, 14. Juli 2020.
An seiner Stelle stieg Maryja Kalesnikawa in den Wahlkampf ein und engagierte sich in einem Trio von Frauen um Swjatlana Zichanouskaja.Jan D. Walter: Maria Kolesnikowa: Für ein freies, demokratisches Belarus (Interview), DW, 19. August 2020. Auch sie wurde am 7. September 2020 festgenommen und wird von Amnesty International als politische Gefangene eingestuft.
Am 6. Juli 2021 wurde Babaryka vom Obersten Gerichtshof in Minsk wegen des Vorwurfs der Geldwäsche, Bestechung und Steuerhinterziehung zu 14 Jahren Haft verurteilt. Sein Prozess steht international in der Kritik als politische Inszenierung, um ihn mundtot zu machen. Der Tagesspiegel berichtete, dass Babaryka im April 2023 im Gefängnis verprügelt und schwer verletzt wurde.
Im Juli 2023 wurde sein Sohn Eduard Babaryka zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.
Am 13. Dezember 2025 wurde Wiktar Babaryka als einer von 123 politischen Gefangenen zusammen mit prominenten Oppositionsführern wie Ales Bjaljazki freigelassen und aus Belarus in die Ukraine abgeschoben. Dies geschah, nachdem die USA beschlossen hatten, ihre Sanktionen gegen Belarus zu lockern, was Lukaschenko als diplomatischen Erfolg feierte. Die USA hatten im Gegenzug ihre Sanktionen auf Kalidüngemittel, ein wichtiges Exportgut von Belarus, aufgehoben. Nach seiner Freilassung wurde Babaryka von der US-Regierung als ein Symbol des Widerstands gegen das autoritäre Regime von Präsident Alexander Lukaschenko bezeichnet. Kurz darauf reiste Babaryka auf Einladung der deutschen Behörden nach Deutschland.
Weblinks
Viktor Babariko: „Die Machthaber sind unsicher“, Deutsche Welle, 25. Juni 2020.
Einzelnachweise
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