mini|251x251px|Mugshot aus dem Jahr 1986 Nemesio Rubén Oseguera Cervantes (* 17. Juli 1966 oder 1964 in Naranjo de Chila, Aguililla, Michoacán; † 22. Februar 2026 auf einem Helikopter-Flug in Jalisco, Mexiko), gemeinhin unter dem von seinem Vornamen Nemesio abgeleiteten Spitznamen El Mencho bekannt, war ein mexikanischer Drogenbaron und Anführer des Cártel de Jalisco Nueva Generación (CJNG), einer in Jalisco ansässigen kriminellen Gruppe. Er wurde wegen Drogenhandels, Beteiligung am organisierten Verbrechen und illegalen Waffenbesitzes gesucht. El Mencho war Berichten zufolge für die Koordinierung von Drogenhandelsoperationen in Nord- und Südamerika, Europa, Asien, Afrika und Ozeanien verantwortlich. Unter seiner Leitung wurde CJNG zu einer der führenden kriminellen Organisationen Mexikos. Er war der meistgesuchte Kriminelle in Mexiko und einer der meistgesuchten in den USA. Beide Regierungen boten bis zu 30 Millionen Mexikanische Peso bzw. 15 Millionen US-Dollar für Informationen, die zu seiner Verhaftung führen sollten.

El Mencho wurde in Mexiko in Armut geboren, wanderte in den 1980er Jahren illegal in die USA ein, wurde Anfang der 1990er Jahre nach Mexiko abgeschoben und arbeitete für das Milenio-Kartell. Nachdem mehrere seiner Anführer verhaftet oder getötet worden waren, stieg El Mencho schließlich an die Spitze der kriminellen Organisation auf und gründete das CJNG. Öffentliche Aufmerksamkeit erregte er durch seinen aggressiven Führungsstil und seine Gewalttätigkeit sowohl gegen rivalisierende kriminelle Gruppen als auch gegenüber Sicherheitskräften.

Im Februar 2026 kam er bei einer Operation der mexikanischen Sicherheitskräfte ums Leben. Sein Tod löste heftige Unruhen und Vergeltungsaktionen vonseiten des CJNG vor allem im Westen Mexikos aus.

Frühes Leben Nemesio Oseguera Cervantes wurde am 17. Juli 1964 oder 1966 in Naranjo de Chila geboren, einer Ortschaft in der ländlichen Gemeinde Aguililla im Bundesstaat Michoacán, Mexiko. Er wurde Rubén oder Nemesio gerufen. Er hatte diverse Deck- und Alternativnamen wie Nemecio, Rubén Acerguera Cervantes, Lorenzo Mendoza oder Nemesio Oseguera Ramos. Nach einigen Quellen soll er seinen ursprünglichen Rufnamen Rubén in Erinnerung an seinen Patenonkel durch den zweiten Vornamen Nemesio ersetzt haben.

El Mencho wuchs in einer armen Familie auf, die Avocados anbaute. Er hatte fünf Brüder: Juan, Miguel, Antonio, Marín und Abraham. Er brach die Grundschule in der 5. Klasse ab, um auf den Feldern zu arbeiten. Im Alter von 14 Jahren begann er, Marihuana-Plantagen zu bewachen. Einige Jahre später wanderte er auf der Suche nach einem besseren Leben illegal in die USA aus und zog in den 1980er Jahren nach Kalifornien. Um seine Identität in den USA zu schützen, verwendete er verschiedene Namen und Kombinationen, wie unter anderem Rubén Ávila, José López Prieto, Miguel Valadez, Carlos Hernández Mendoza und Roberto Salgado.

Zeit in den USA Im Jahr 1986 lebte er in der San Francisco Bay Area. Er wurde im Alter von 19 Jahren von der Polizei von San Francisco wegen Hehlerei und Tragens einer geladenen Waffe verhaftet. Zwei Monate nach seiner Verhaftung wurde sein erstes Kind geboren. Den Aufzeichnungen der Grenzbehörden zufolge überquerte El Mencho in den späten 1980er Jahren unter verschiedenen Decknamen mehrmals die Grenze zwischen den USA und Mexiko. Die Drug Enforcement Administration (DEA) und die mexikanischen Ermittler glauben, dass er in dieser Zeit zusammen mit seinem Schwager Abigael González Valencia (alias El Cuini) im kalifornischen Central Valley in die Produktion von und den Handel mit Metamphetamin verwickelt war.

1989 wurde El Mencho erneut in San Francisco wegen Drogenhandels verhaftet. Einige Monate später wurde er nach Mexiko abgeschoben, kehrte jedoch in die USA zurück und ließ sich erneut in San Francisco nieder. Im September 1992 wurde er wieder verhaftet, diesmal in Sacramento, Kalifornien, und wegen Drogenhandels auf Bundesebene angeklagt.

Verhaftung und Abschiebung Er wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt und in das Big Spring Correctional Center in Texas eingewiesen. Nach drei Jahren wurde er auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen und im Alter von 30 Jahren nach Mexiko abgeschoben. In Mexiko schloss er sich den örtlichen Polizeikräften von Cabo Corrientes und Tomatlán im Bundesstaat Jalisco an. Nach einiger Zeit verließ er die Polizei und trat dem Milenio-Kartell bei. Er heiratete eine der Schwestern des Clanführers, Rosalinda González Valencia.

Kartell-Aufstieg Im Milenio-Kartell begann El Mencho als Mitglied des Kommandos, das den Drogenbaron Armando Valencia Cornelio (alias El Maradona) schützte. Am 12. August 2003 wurde dieser von den mexikanischen Behörden verhaftet. Etwa zur gleichen Zeit führte eine rivalisierende kriminelle Gruppe namens Los Zetas mit Unterstützung des Golf-Kartells eine bewaffnete Offensive gegen das Milenio-Kartell in Michoacán durch. Der Angriff zwang die Familie Valencia ins Exil nach Jalisco.

El Mencho zog mit seinem Schwiegervater José Luis González Valencia (alias El Quini) und Román Caballero Valencia in die Bundesstaatshauptstadt Guadalajara um. In Jalisco schlossen El Mencho und das Milenio-Kartell eine Allianz mit der Untergruppe des Sinaloa-Kartells unter der Leitung von Ignacio Nacho Coronel, einem hochrangigen Drogenbaron und Verbündeten von Joaquín El Chapo Guzmán. Unter Coronel verwalteten El Mencho und seine Gruppe die Drogengeschäfte und Finanzen des Sinaloa-Kartells in den Bundesstaaten Colima und Jalisco.

Am 28. Oktober 2009 wurde der Spitzenführer des Milenio-Kartells, Óscar Orlando Nava Valencia (alias El Lobo), verhaftet. Am 6. Mai 2010 wurde auch sein Bruder Juan Carlos (alias El Tigre) verhaftet. Zwei Monate später wurde Coronel bei einer Schießerei mit der mexikanischen Armee getötet. Nach diesen Rückschlägen begann das Milenio-Kartell zu zerbrechen.

Auseinandersetzungen um die Nachfolge der ausgefallenen Chefs führten zu einem Machtkampf innerhalb der Gruppe, und das Milenio-Kartell spaltete sich in zwei Teile. Die eine Seite war als La Resistencia bekannt, die andere waren Los Torcidos unter der Führung von El Mencho. La Resistencia beschuldigte Los Torcidos, Óscar Orlando an die Behörden ausgeliefert zu haben. Beide Gruppen kämpften um die Drogenschmuggelgebiete in Jalisco.

Um die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen, begann die Gruppe von El Mencho eine Propagandakampagne und prangerte Erpressungen und Entführungen an, die von rivalisierenden Banden gegen Zivilisten, Geschäftsleute und Regierungsbehörden verübt wurden. Die Torcidos gewannen letztlich den Bandenkrieg und festigten ihren Einfluss im Westen Mexikos. Die Gruppe änderte daraufhin ihren Namen in Cártel de Jalisco Nueva Generación (CJNG), das bedeutet „Neue Generation des Kartells von Jalisco“.

Zeit der Kartellführung Als Führer des CJNG festigte El Mencho seine Position und baute seine Organisation durch territoriale Ausdehnung und durch die Bestechung von Regierungsbeamten aus. Das CJNG entwickelte sich zu einer der führenden kriminellen Gruppen in Mexiko. Während des gesamten Prozesses etablierte sich El Mencho als einer der meistgesuchten Kriminellen Mexikos. Sein Aufstieg ist auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen, unter anderem auf die aggressive und sensationsgierige Zurschaustellung öffentlicher Gewalt durch das CJNG. Die direkten Angriffe des CJNG auf die mexikanischen Sicherheitskräfte brachten ihm bei den Behörden den Ruf ein, ein „Hauptfeind“ des Staates und ein gefährlicher Verbrecher zu sein. Darüber hinaus machte der Sturz einiger Anführer der organisierten Kriminalität den Weg frei. mini|Aktionsradius des CJNG im Jahr 2020 |300px

Er verstärkte seine Operationen in Jalisco und den angrenzenden Staaten durch die Abwehr von Übergriffen krimineller Gruppen wie Los Zetas und Los Caballeros Templarios. Regierungsquellen zufolge war er für die Beaufsichtigung des gesamten Drogenhandels des CJNG in den Bundesstaaten Jalisco, Colima und Guanajuato verantwortlich, wo er eine Bastion für die Produktion und den Handel mit Methamphetamin schuf.

Ihre operative Kapazität in Mexiko konzentriert sich auf acht Bundesstaaten: Jalisco, Colima, Guanajuato, Nayarit und Veracruz, wo sie den Drogenhandel kontrolliert, und Morelos, Guerrero und Michoacán, wo sie gegen konkurrierende rivalisierende Drogengruppen kämpft. Zwischen 2014 und 2016 war die einzige Region des Landes, in der das CJNG seine territoriale Präsenz verlor, Mexiko-Stadt. Auf internationaler Ebene hat das CJNG Berichten zufolge Verbindungen zu kriminellen Gruppen in den USA, Lateinamerika, Europa, Asien und Afrika. Auf internationaler Ebene konzentriert sich das CJNG hauptsächlich auf den Handel mit Kokain und Methamphetamin.

El Mencho gelang es, das CJNG zu einer der profitabelsten kriminellen Banden Mexikos zu machen. 2017 schätzte die Regierung das Gesamtvermögen der Gruppe El Menchos auf etwa 50 Milliarden US-Dollar. Sein Schwager Abigael González Valencia leitete eine mit CJNG verbündete Drogenhandelsgruppe namens Los Cuinis. Abigael wurde am 28. Februar 2015 von der mexikanischen Marine verhaftet. Ursprünglich stellte das CJNG Methamphetamin her, wechselte aber dann zur Heroinproduktion, als sich die Nachfrage änderte.

Fahndung 2012 und 2015 Am 25. August 2012 reagierte eine Einheit der mexikanischen Bundespolizei mit Sitz in Tonalá (Jalisco) auf einen anonymen Hinweis, der besagte, dass in einer ländlichen Gemeinde in der Nähe eine Zelle der organisierten Kriminalität präsent sei. Als die Sicherheitskräfte in dem Gebiet eintrafen, brach eine Schießerei aus. Bei dem Feuergefecht wurden sechs CJNG-Mitglieder getötet.

In einer Reihe koordinierter Aktionen, um die Verhaftung El Menchos zu verhindern, blockierte das CJNG mehrere Autobahnen und Straßen im Großraum Guadalajara, indem sie mindestens 37 Fahrzeuge in Brand setzten. Der Zweck bestand darin, sie als Blockaden zu errichten, um die Sicherheitskräfte daran zu hindern, die Hauptstadt Jaliscos zu durchqueren, und El Mencho genügend Zeit zur Flucht zu geben. Die Blockaden wurden auf strategischen Routen platziert, um zu verhindern, dass Polizeiverstärkungen nach Guadalajara kommen oder Guadalajara verlassen konnten. Nachdem die Angriffe vorüber waren, bestätigte die Regierung, dass El Mencho sich in der Gegend befand und sich der Gefangennahme entzogen hatte.

Am 19. März 2015 überfielen bewaffnete Männer des CJNG in Ocotlán (Jalisco) einen Konvoi der Bundespolizei. Insgesamt gab es elf Tote: fünf Polizisten, drei Zivilisten und drei bewaffnete CJNG-Schützen. Der Angriff war eine Aktion des CJNG zum Schutz von El Mencho, der sich Berichten zufolge zu einem Treffen in der Gegend aufhielt.

Am 23. März wurde Heriberto Acevedo Cárdenas (alias El Gringo und El Güero), einer der engen Vertrauten von El Mencho, bei einer Schießerei mit der Bundespolizei in Zacoalco de Torres (Jalisco) zusammen mit drei weiteren CJNG-Verdächtigen getötet. Regierungsquellen zufolge leitete Acevedo Cárdenas CJNG-Zellen in Zacoalco, Tlajomulco, Cocula, Tapalpa und Atemajac de Brizuela (Jalisco).

Am 6. April blockierten Bewaffnete des CJNG mit einem brennenden Fahrzeug eine Straße in San Sebastián del Oeste (Jalisco) und eröffneten das Feuer auf einen Konvoi der Bundespolizei, wobei 15 Polizisten getötet und 5 weitere verwundet wurden. Der Vorfall war der tödlichste Einzelangriff auf die mexikanische Polizei seit 2010. Am selben Tag wurde Miguel Ángel Caicedo Vargas, der Polizeichef von Zacoalco de Torres, vom CJNG getötet.

Einen Monat später, am 1. Mai 2015, startete die mexikanische Regierung die Operation Jalisco, eine vom Militär geführte Kampagne, die darauf abzielte, Gruppen des organisierten Verbrechens in Jalisco zu bekämpfen und ihre jeweiligen Anführer zu fassen.