Der Internationale Arbeitskreis Frau und Musik (e. V.) ist ein Organ der internationalen musikalischen Genderforschung. Der Verein konstituierte sich 1979 und feierte im November 2019 sein 40-jähriges Bestehen.40 Jahre Komponistinnen im Fokus – im Römer wird gefeiert

Geschichte Seine Geschichte begann 1977 mit dem Artikel Vergessene Komponistinnen von Elke Mascha Blankenburg in der Zeitschrift Emma, die damals seit einem Jahr erschien.Elke Mascha Blankenburg: So fing es an. Vergessene Komponistinnen. In: Freia Hoffmann, Eva Rieger (Hrsg.): Von der Spielfrau zur Performance-Künstlerin. Auf der Suche nach einer Musikgeschichte der Frauen. In: Frau und Musik, Internationaler Arbeitskreis e. V. Schriftenreihe Band 2, Furore Edition 859, Kassel 1992, ISBN 3-927327-11-5. S. 200–203. Zu Beginn und bis heute wurden unbekannte, vergessene Komponistinnen mit ihren Werken ausgegraben und gesammelt. Dabei entstand das weltweit umfangreichste Archiv Frau und Musik (heute in Frankfurt a. M.) für Kompositionen von Frauen und für deren musikalisches Wirken in alten und neuen Zeiten.

Gender-Aspekte und traditionelle Wahrnehmung der Frau in der Musikgeschichte ‚Il violino‘ sagt der Welsche, ‚Le violon‘ nennt’s der Franzos. Dass man so das Genus fälsche, wundert unsereinen groß. Uns erscheint die Violine immer nur als eine Frau. Zeigt sich doch das Feminine schon in ihrem Körperbau. Schlank der Hals das Köpfchen zierlich, sanftgeschwellt der Busen – und Etwas breiter, wie natürlich (nicht zu breit!) das Hüftenrund. (…) Und doch ist das tiefste Sehnen aller Geigen, aller Fraun, An die Schulter sich zu lehnen Einem, dem sie ganz vertraun. (…) Als besiegte Siegerinnen ihrer Niederlage froh (…) Geigen streichen, Weiber minnen: Wunderbares Quiproquo!Alfred von Ehrmann: Geiger und Weiber.1903, zitiert aus: Eva Rieger: Frau, Musik und Männerherrschaft. Berlin 1981, S. 7. Dieses Gedicht des Johannes-Brahms-Forschers Alfred von Ehrmann (1903) stellte die Musikwissenschaftlerin Eva Rieger an den Anfang ihres Buches Frau, Musik und Männerherrschaft – Zum Ausschluss der Frau aus der deutschen Musikpädagogik, Musikwissenschaft und Musikausübung (1981),

Die Musik der Frauen wurde über Jahrhunderte von männlichen Musikschaffenden dominiert, denn: so Rieger in der Einleitung ihres Buches. Insbesondere seit dem 18. Jahrhundert, dem Jahrhundert der Aufklärung, wurde die Rolle der Frau als Haushälterin ihres Mannes und Mutter seiner Kinder verfestigt, „eine kommode Lösung, die man(n) sich verständlicherweise zu erhalten strebte.“

Heute Inzwischen änderten sich die Wahrnehmungen in der Gesellschaft. Bereits 1992 wurden die ersten 15 Jahre der Entstehungs- und Erfolgsgeschichte des Internationalen Arbeitskreises e. V. Frau und Musik in einem ausführlichen Kalendarium erzählt.Eva Marguerre: Geschichte des Internationalen Arbeitskreises Frau und Musik (IAK). Kalendarium. In: Von der Spielfrau zur Performance-Künstlerin. Auf der Suche nach einer Musikgeschichte der Frauen. Kassel 1992, S. 204–220. Zur Feier seines 40-jährigen Bestehens – 2019 – entstand ein Video über seine demokratische Leitung, internationale Arbeit und Vernetzung und die Gründung des Archivs Frau und Musik.Video zum Jubiläum Den Festvortrag hielt Eva Rieger.Festrede Eva Rieger auf Youtube Das weltweit größte Archiv mit Musik von Frauen in Frankfurt a. M. weist inzwischen rund 1900 Namen von Komponistinnen mit ihren Werken auf. Bis heute gibt es auch die mit dem IAK eng zusammen arbeitende Zeitschrift Viva Voce.Viva Voce

Weblinks IAK Frau und Musik Viva Voce Drängende Fragen Tagung Hamburg Netzwerk Frau Musik und Gender

Siehe auch Frauen in der Musik Digitales Deutsches Frauenarchiv

Einzelnachweise

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