Olivier Tardy (* 1973 in Clermont-Ferrand) ist ein französischer Dirigent und Flötist.
Werdegang Olivier Tardy begann seine musikalische Ausbildung in seiner Heimatstadt Clermont-Ferrand und studierte anschließend am Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris. 1995 wurde er in die Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker aufgenommen und arbeitete dort mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Pierre Boulez, Bernard Haitink und Günter Wand. Seit 1996 ist er Soloflötist der Bayerischen Staatsoper in München. 2015 wurde er vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst zum Kammervirtuosen ernannt. 1998 erhielt er in Tokio den Bunkamura-Preis.
Neben seiner Tätigkeit als Flötist ist Tardy als Dirigent tätig. Er arbeitet regelmäßig mit Orchestern wie den Stuttgarter Philharmonikern, dem Münchner Rundfunkorchester, den Münchner Symphonikern, dem Georgischen Kammerorchester Ingolstadt sowie dem Orchestre Philharmonique de Nice. Gastdirigate führten ihn u. a. zum MDR-Sinfonieorchester, zu den Essener Philharmonikern, zur Prague Philharmonia, zum Orchestre National de Cannes, zum Orchestre Lamoureux, zum Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, zur Neuen Philharmonie Westfalen, zur Württembergischen Philharmonie Reutlingen und zu den Nürnberger Symphonikern.
2020 wurde Olivier Tardy zum designierten Chefdirigenten der Brandenburger Symphoniker berufen. Das Engagement kam jedoch vor Antritt der Position nicht zustande.
Oper und Konzert Im Opernbereich dirigierte Tardy u. a. das Münchner Rundfunkorchester in Kooperation mit der Bayerischen Theaterakademie im Prinzregententheater bei der zweiten Aufführung der Oper Achill unter den Mädchen von Wolfgang Andreas Schultz. An der Bayerischen Staatsoper leitete er Produktionen wie Peter Maxwell Davies’ Eight Songs for a Mad King sowie Gustav Mahlers Das Lied von der Erde in der Fassung von Arnold Schönberg und Rainer Riehn. Zudem war er musikalischer Leiter der Kammeroper München.
Tardy dirigierte Galakonzerte mit dem Tenor Roberto Alagna in Berlin, Hamburg und Dresden sowie beim Festival Música Mallorca in Palma de Mallorca. Zu den Solisten, mit denen er zusammenarbeitete, zählen u. a. Ivo Pogorelich, Gerold Huber, Yulianna Avdeeva und Christian Gerhaher.
Pädagogische Tätigkeit Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der musikalischen Nachwuchsförderung. Er leitete Projekte der Orchesterakademie der Bayerischen Staatsoper, des Bayerischen Landesjugendorchesters sowie weiterer nationaler und internationaler Jugendorchester. Außerdem dirigierte er Abschlusskonzerte des Deutschen Musikwettbewerbs und arbeitete mit der Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musik Festivals.
Diskografie Für seine Einspielung der Bläserkonzerte von Henri Tomasi mit dem Ensemble German Strings erhielt Tardy internationale Kritiken, darunter eine Höchstbewertung des französischen Fachmagazins Diapason. Mit dem Münchner Rundfunkorchester entstanden mehrere CD-Produktionen, darunter Die kleine Hexe nach Otfried Preußler mit Sprecher Stefan Wilkening. Weitere Aufnahmen realisierte er mit der Philharmonie Südwestfalen sowie in Crossover-Projekten mit den Münchner Symphonikern.
Weblinks Offizielle Website
Einzelnachweise
Kategorie:Dirigent Kategorie:Klassischer Flötist Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1973 Kategorie:Mann