mini|hochkant=0.9|Stolpersteine in Bologna Die Liste der Stolpersteine in der Metropolitanstadt Bologna enthält die Stolpersteine in der Metropolitanstadt Bologna, der Hauptstadt der Emilia-Romagna und deren Umland. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen aus dieser Region, die von Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben worden sind. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt. Sie liegen im Regelfall vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers. Ihre Bezeichnung lautet auf Italienisch: Pietre d’inciampo.

Die erste Verlegung in der Metropolitanstadt Bologna fand am 12. Januar 2018 in Casalecchio di Reno statt.

Verlegte Stolpersteine Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Bologna In Bologna wurden 19 Stolpersteine an fünf Adressen verlegt.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120pxHIER WOHNTEADELCHI BARONCINIGEBOREN 1921VERHAFTET 24.2.1944INTERNIERT IN FOSSOLIDEPORTIERT 1944MAUTHAUSENERMORDET 3.1.1945 Via Rimesse, 25 wurde am 4. November 1889 in Conselice geboren. Er wurde Mechaniker und heiratete Teresa Benini. Das Paar hatte drei Töchter, Jole, Angela (genannt Lina) und Nella. Die Familie wohnte in der Via Rimesse 25 in Bologna und Baroncini arbeitete für die O.A.R.E. (Officina Automezzi Riparazioni Esercito), eine Reparaturwerkstatt für Militärkraftfahrzeuge. Er engagierte sich im Widerstand gegen die NS-Besatzer, unterstützt von Ehefrau und Töchtern. Seine Töchter tippten die Widerstandstexte auf einer Schreibmaschine und vervielfältigten sie dann. Am 24. Februar 1944 wurden rund zwanzig Arbeiter der O.A.R.E. an ihrem Arbeitsplatz verhaftet – darunter auch Adelchi Baroncini, Antonio Celin und Armando Mazzoli. Der Vorwurf der Gestapo lautete Sabotage kriegswichtiger Produktion. Unterdessen durchsuchte die Polizei Baroncinis Wohnung, wo sie Frau, Töchter, ein Lager illegaler Schriften und eine Geheimdruckerei vorfanden. Daraufhin wurde die ganze Familie verhaftet und im Gefängnis von San Giovanni in Monte eingesperrt. Der Familienvater und Tochter Lina, die viel Schuld auf sich nahm und ihre Schwestern zu entlasten versuchte, wurden im Hauptquartier der Gestapo in Bologna, in der Viale Risorgimento, gefangen gehalten und verhört. Adelchi Baroncini wurde – teilweise in Anwesenheit seiner Tochter – ein Monat lang immer wieder verhört und gefoltert. Als auch er in das Gefängnis von San Giovanni in Monte überstellt wurde, bekam er die Häftlingsnummer 10091. Am 6. Mai 1944 wurde die ganze Familie in das Durchgangslager Fossoli überführt. Im Sommer desselben Jahres wurden die Baroncinis getrennt. Adelchi Baroncini wurde zuerst in das Durchgangslager Bozen überstellt und schließlich in das KZ Mauthausen deportiert. Am 5. August 1944 verließ der erste Konvoi das Bozner Lager mit mehr als 300 politischen Häftlingen. Die Fahrt in den Vierhwaggons dauerte zwei Tage. Baroncini wurde als politischer Häftling mit der Nummer 82267 und mit rotem Dreieck registriert und zur Zwangsarbeit im Außenlager Gusen eingeteilt. Adelchi Baroncini wurde am 3. Januar 1945 auf Schloss Hartheim, einer Tötungsanstalt, in der Häftlinge, die zu schwach zur Zwangsarbeit waren, mittels Giftspritze oder in der Gaskammer ermordet wurden, ermordet.

Seine Ehefrau und die drei Töchter wurden alle Anfang August 1944 in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Teresa Benini und die älteste Tochter Jole Barancini wurden ebenfalls vom NS-Regime ermordet. Lina und Nella konnten die KZ-Haft überleben. Die Kommission zur Anerkennung der Partisanen in der Region Emilia-Romagna stufte Adelchi Baroncini als Partisan der 7. Garibaldi-Brigade „Gianni“ ein. Als Dauer seiner klandestinen Tätigkeit wurde der Zeitraum von 9. September 1943 bis 3. Januar 1945 festgelegt. Sein Name findet sich am Partisanendenkmal in der Piazza Nettuno in Bologna und auf einer Gedenktafel im Hof von Schloss Hartheim.Comune di Bologna: Pietre d'inciampo, abgerufen am 26. Juli 2020 (ital.)Raum der Namen, Die Toten des KZ Mauthausen: Adelchi Baroncini1889 - 1945, abgerufen am 26. Juli 2020 120pxHIER WOHNTEANGELA BARONCINIGEBOREN 1923VERHAFTET 24.2.1944INTERNIERT IN FOSSOLIDEPORTIERT 1944RAVENSBRÜCK Via Rimesse, 25 , genannt Lina, wurde am 20. Juli 1923 in Bologna als Tochter von Adelchi Baroncini und Teresa Benini geboren. Sie hatte zwei Schwestern, Jole und Nella. Sie arbeitete als Angestellte und war gemeinsam mit ihrer Familie im Widerstand tätig. Am 24. Februar 1944 wurde die gesamte Familie verhaftet, der Vater, ein Mechaniker, an seinem Arbeitsplatz, ihre Mutter, Angela Baroncini und ihre Schwestern in der elterlichen Wohnung, in der auch eine Geheimdruckerei und ein Lager illegaler Schriften untergebracht war. Angela Baroncini und ihr Vater wurden im Hauptquartier der Gestapo in Bologna, in der Viale Risorgimento, gefangen gehalten und verhört. Sie nahm viel Schuld auf sich um ihre Schwestern zu entlasten. Sie musste auch die Folterung ihres Vaters mitansehen. Nach einem Monat wurde sie und ihr Vater in das Gefängnis von San Giovanni in Monte überstellt, wo sich bereits Mutter und Schwestern befanden. Am 6. Mai 1944 wurde die ganze Familie in das Durchgangslager Fossoli überstellt. Die vier Frauen blieben bis 2. August 1944 in Fossoli. An diesem Tag wurde die Familie getrennt: Ihr Vater wurde in das KZ Mauthausen deportiert, während sie mit ihrer Mutter und den zwei Schwestern am 2. August 1944 in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert wurde. Der Transport erfolgte in plombierten Viehwaggons, es gab einen Zwischenstopp in Verona. Nach vier Tagen langte der Zug schließlich in Ravensbrück an. Während Mutter und Schwestern in Ravensbrück blieben, wurde Angela Baroncini in das KZ Salzwedel überstellt. Es war das einzige Außenlager des KZ Neuengamme, welches nicht geräumt wurde. Am 14. April langte die 9. US-Armee ein und befreite das Lager. Angela Baroncini und ihre Schwester Nella konnten nach Italien zurückkehren.

Ihre Eltern und ihre ältere Schwester wurden vom NS-Regime ermordet. Die überlebt habenden Schwestern berichteten über ihre Erfahrungen in dem Sammelband Le donne di Ravensbrueck, erschienen 1978.Storia e Memoria di Bologna: Baroncini Angela detto Lina, abgerufen am 27. Juli 2020 120pxHIER WOHNTEJOLE BARONCINIGEBOREN 1917VERHAFTET 24.2.1944INTERNIERT IN FOSSOLIDEPORTIERT 1944RAVENSBRÜCKERMORDET 4.3.1945 Via Rimesse, 25 wurde am 13. August 1917 in Imola als Tochter von Adelchi Baroncini und Teresa Benini geboren. Sie hatte zwei jüngere Schwestern, Angela (genannt Lina) und Nella. Sie arbeitete als Angestellte und war gemeinsam mit ihrer Familie im Widerstand tätig. Am 24. Februar 1944 wurde die gesamte Familie verhaftet, der Vater, ein Mechaniker, an seinem Arbeitsplatz, ihre Mutter, Jole Baroncini und die Schwestern in der elterlichen Wohnung, in der auch eine Geheimdruckerei und ein Lager illegaler Schriften untergebracht war. Jole Baroncini war zuerst im Gefängnis von San Giovanni in Monte inhaftiert und danach ab 6. Mai 1944 mit Eltern und Schwestern im Durchgangslager Fossoli. Wenige Monate später wurde die Familie getrennt. Ihr Vater wurde in das KZ Mauthausen deportiert, während Jole Baroncini mit ihrer Mutter und ihren Schwestern am 2. August 1944 in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert wurde. Der Transport erfolgte in plombierten Viehwaggons, es gab einen Zwischenstopp in Verona. Nach vier Tagen langte der Zug in Ravensbrück ein. Jole Baroncini verlor dort am 4. März 1945 ihr Leben.

Ihre Eltern wurden ebenfalls vom NS-Regime ermordet. Die beiden Schwestern konnten die KZ-Haft überleben und nach Italien zurückkehren. 120pxHIER WOHNTENELLA BARONCINIGEBOREN 1925VERHAFTET 24.2.1944INTERNIERT IN FOSSOLIDEPORTIERT 1944RAVENSBRÜCK Via Rimesse, 25 wurde am 26. August 1925 in Bologna als Tochter von Adelchi Baroncini und Teresa Benini geboren. Sie hatte zwei ältere Schwestern, Jole und Angela (genannt Lina). Sie absolvierte eine kaufmännische Ausbildung, arbeitete als Angestellte und war gemeinsam mit ihrer Familie im Widerstand tätig. Am 24. Februar 1944 wurde die gesamte Familie verhaftet, der Vater, ein Mechaniker, an seinem Arbeitsplatz, die Mutter, Nella Baroncini und ihre Schwestern in der elterlichen Wohnung, in der auch eine Geheimdruckerei und ein Lager illegaler Schriften untergebracht war. Nella Baroncini war zuerst im Gefängnis von San Giovanni in Monte inhaftiert und danach ab 6. Mai 1944 mit Eltern und Schwestern im Durchgangslager Fossoli. Wenige Monate später wurde die Familie getrennt. Ihr Vater wurde in das KZ Mauthausen deportiert, während Nella Baroncini, ihre Mutter und ihre Schwestern am 2. August 1944 in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert wurden. Der Transport erfolgte in plombierten Viehwaggons, es gab einen Zwischenstopp in Verona. Nach vier Tagen langte der Zug in Ravensbrück ein. Nella Baroncini wurde am 30. April 1945 in Ravensbrück befreit. Sie und ihre Schwester Lina konnten nach Italien zurückkehren.

Ihre Eltern und die älteste Schwester wurden vom NS-Regime ermordet. 120pxHIER WOHNTETERESABENINI BARONCINIGEBOREN 1893VERHAFTET 24.2.1944INTERNIERT IN FOSSOLIDEPORTIERT 1944RAVENSBRÜCKERMORDET 26.1.1945 Via Rimesse, 25 wurde am 19. Mai 1893 in Imola geboren. Sie war verheiratet mit dem Mechaniker Adelchi Baroncini aus Conselice. Das Paar wohnte in der Via Rimesse 25 in Bologna und bekam drei Töchter: Jole, Angela (genannt Lina) und Nella. Ihr Ehemann arbeitete für die O.A.R.E. (Officina Automezzi Riparazioni Esercito), eine Reparaturwerkstatt für Militärkraftfahrzeuge. Die ganze Familie engagierte sich im Widerstand gegen die NS-Besatzer, produzierte und vervielfältigte Schriften gegen das faschistische Regime und die deutsche Schutzmacht. Im Februar 1944 wurde die ganze Familie verhaftet. Teresa Benini Baroncini war zuerst im Gefängnis von San Giovanni in Monte inhaftiert und danach ab 6. Mai 1944 mit ihrem Mann und ihren Töchtern im Durchgangslager Fossoli. Im Sommer desselben Jahres wurde die Familie getrennt. Adelchi Baroncini wurde zuerst in das Durchgangslager Bozen gebracht und schließlich in das KZ Mauthausen deportiert, während Benini Baroncini und die drei Töchter am 2. August 1944 in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert wurde. Der Transport erfolgte in plombierten Viehwaggons, es gab einen Zwischenstopp in Verona. Nach vier Tagen langte der Zug in Ravensbrück ein. Teresa Benini Baroncini verlor dort am 26. Januar 1945 ihr Leben.