mini|Ulrich Grun (2008) Ulrich Grun (* 23. Februar 1937 in Brilon; † 4. März 2017 in Rüthen), in Publikationen auch Grun-Ditz, war ein deutscher Lehrer, Heimatforscher und (Kunst-)Historiker.

Leben Nach dem Abitur am Gymnasium Petrinum in Brilon studierte Grun die Fächer Geschichte, Kunstgeschichte und Germanistik an den Universitäten Köln, Bonn und Würzburg und legte das Staatsexamen ab.

Beruflich war er als Lehrer am Friedrich-Spee-Gymnasium in Rüthen tätig.Hier unterrichtete er unter anderen den Politiker Friedrich Merz und war Kollege von Franz Hoischen, Karl Rainer, Eduard Bufé und Ferdinand Koch, denen er auch freundschaftlich verbunden war. Daneben forschte er vor allem zur Geschichte und Kunstgeschichte Westfalens; anfangs insbesondere in Zusammenarbeit und im fachlichen Austausch mit Eberhard Henneböle, dessen Sagensammlung er schließlich vollenden konnteVgl. die Vollendung der Sagensammlung Das Haarmännchen (siehe Publikationen), die entsprechende Arbeiten Henneböles weiterführt., später auch in Zusammenarbeit bzw. im Austausch mit Peter KrachtVgl. die entsprechenden Publikationen im Kalender des Kreises Soest (hrsg. von Peter Kracht)., Philipp R. HömbergVgl. „Römer“ machen Fort Fun Konkurrenz – Geschichtlicher Arbeitskreis will Clavicel-Tor in Kneblinghausen rekonstruieren, in: Der Patriot, Lippstadt, ZDB-ID 1023664-8, Nr. 100, 30. April 1983; und Getreide mahlen war einst schweißtreibende Arbeit - 600 Jahre altes Fundstück aus Wüstung gibt Rätsel auf: Schleifstein oder Mörser?, in: Der Patriot, Lippstadt, ZDB-ID 1023664-8, Nr. 15, 18. Januar 2003., Hans-Joachim BehrVgl. den Aufweis der ältesten Darstellungen Rüthens (Bisher ältestes Bild von Rüthen wurde gefunden, in: Westfalenpost, ZDB-ID 2760825-6, 15.06.1978) und Kneblinghausens sowie die früheste urkundliche Erwähnung Kneblinghausens (päpstliche Urkunde) in den Beständen des Staatsarchivs Münster (Kneblinghausen um 1725, in: Der Patriot, Lippstadt, Nr. 183, ZDB-ID 1023664-8, 09.08.1980) und Wilfried ReininghausVgl. Wo rot die Erde schimmert, in: Der Patriot, Lippstadt, ZDB-ID 1023664-8, Nr. 100, 29. April 2008..

Auf Gruns archivalische Forschungen zurück gehen unter anderem die korrekten Nachweise des Geburtsorts von Franz Wilhelm RabaliattiUlrich Grun: Xerxes [von Westrem] und das Schloss Körtlinghausen, in: Kreis Soest (Hrsg.): Kalender des Kreises Soest, Soest 2009, ZDB-ID 619151-4, S. 41–46; vgl. auch die Vorarbeiten durch Eberhard Henneböle (Eberhard Henneböle: Rabaliatti, in: derselbe, Baumeister, Steinhauer, Bildschnitzer und Maler in Rüthen nach dem 30-jährigen Kriege bis um 1750, Lippstadt 1974, S. 80 f.) und der ersten Zunftordnung für Steinmetze und Maurer im Herzogtum Westfalen.Vgl. Ulrich Grun: Anno 1683 – Die Steinmetze im Herzogtum Westfalen erhalten eine neue Zunftordnung, in: Kreis Soest (Hrsg.): Kalender des Kreises Soest, Soest 1994, ZDB-ID 619151-4, S. 43 ff.; nämliches gilt für die erste urkundliche Erwähnung KneblinghausensVgl. Ulrich Grun: Die Papsturkunde [ erste urkundliche Erwähnung Kneblinghausens ], in: 800 Jahre Kneblinghausen 1183-1983(Festschrift), Lippstadt 1983 S. 2 ff. sowie die Entdeckung der ältesten Darstellungen von RüthenVgl. Das bisher älteste Bild von Rüthen wurde entdeckt – Als Erläuterung für einen Prozeß im Jahre 1753 gezeichnet, in: Der Patriot, Lippstadt, ZDB-ID 1023664-8, Nr. 214, 15. September 1978; sowie Ulrich Grun: Unbekanntes Stadtbild Rüthens aus dem Jahre 1753, in: 25 Jahre Volksbank Rüthen (Festschrift), Rüthen 1978, S. 11 ff und KneblinghausenVgl. Ulrich Grun: Kneblinghausen um 1725, in: 275 Jahre St. Nikolaus-Schützenbruderschaft Kneblinghausen e. V. 1705–1980 (Festschrift), S. 15; sowie Kneblinghausen um 1725, in: Der Patriot, Lippstadt, Nr. 183, ZDB-ID 1023664-8, 9. August 1980..

Gruns pädagogisches Bestreben galt insbesondere der Vermittlung historischer Zusammenhänge in breiteren BevölkerungsschichtenVgl. dazu beispielsweise Jugendliche zeichnen ein Bild der Natur – Schüler machen Lösungsvorschläge, in: Der Patriot, Lippstadt, ZDB-ID 1023664-8, Nr. 148, 30. Juni 1983; Kleiner Turm - große Historie, in: Der Patriot, Lippstadt, ZDB-ID 1023664-8, Nr. 289, 11. Dezember 2002 oder Kneblinghausen wird heißes Eisen für Geschichtsforscher, in: Der Patriot, Lippstadt, ZDB-ID 1023664-8, 12. Januar 1981.: So kuratierte er – als Vorsitzender des Kulturrings Rüthen – etwa sechzehn Ausstellungen zu (kunst-)historischen ThemenVgl. Heimatforscher aus Leidenschaft, in: Der Patriot, Lippstadt, ZDB-ID 1023664-8, Nr. 58, 9. März 2017. – unter anderen zu Eduard BuféVgl. Bufés Bilder strahlen Ruhe und Kraft aus – Gedächtnisausstellung in Brilon eröffnet, in: Der Patriot, Lippstadt, ZDB-ID 1023664-8, Nr. 102, 3. Mai 1991; Kunst, die zum genussvollen Stöbern im Detail verlockt. - 150 Besucher wohnten der Eröffnung der Bufé-Ausstellung im Alten Rathaus bei / Leben, Werk und Wesen umrissen, in: Der Patriot Lippstadt, 4. Februar 2002 UND Als Architekt ein Praktiker. - Kunstkreis 2 beleuchtet andere Seite des Schaffens von Eduard Bufé., in: Westfalenpost, 1. Februar 2003., Friedrich-Adolf SauerVgl. Das 5-Minuten-Interview – Ausstellung [zu Friedrich-Adolf Sauer], in: Der Patriot, Lippstadt, ZDB-ID 1023664-8, Nr. 153, 5. Juli 1990. und Eberhard HenneböleVgl. Ausstellung würdigt Wirken von Ehrenbürger Henneböle, in: Der Patriot, Lippstadt, ZDB-ID 1023664-8, Nr. 120, 27. Mai 1991. -, gründete 1978 den Heimatgeschichtlichen ArbeitskreisVgl. Heimatforscher aus Leidenschaft, in: Der Patriot, Lippstadt, ZDB-ID 1023664-8, Nr. 58, 9. März 2017. und initiierte eine der ersten strukturierten Stadtführerausbildungen im Kreis Soest.Vgl. Angehende Stadtführer büffeln Heimatgeschichte, in: Der Patriot, Lippstadt, Nr. 136, 15. Juni 1993; Historie bei jedem Wetter vermitteln, in: Der Patriot, 29. April 1999 UND Stadtführer drücken die Schulbank, in: Westfalenpost, Nr. 219, 20. September 2003. Als HeimatpflegerVgl. zum Beispiel: Große Fußstapfen – Ernst Müller folgt Ulrich Grun, in: Der Patriot, Nr. 232, 02.10.2012. und wissenschaftlicher Berater städtischer InstitutionenVgl. beispielsweise: Rätselhafter Fund stiftet Verwirrung, in: Der Patriot, Lippstadt, Nr. 193, 21. August 1980., besonders im Raum Rüthen, war er zudem federführend für die historische Begründung respektive Belegung von StraßennamenNeben vielen anderen Straßennamen wären hier anzuführen die Benennung der Schorlemerstraße, Hennebölestraße, Radowitzstraße, Buféstraße und Sauerstraße in Rüthen. und StadtwappenDies gilt zum Beispiel für die Wappen von Kneblinghausen und Westereiden: „Ein eigenes Wappen stiften sich die Kneblinghäuser zum 800-jährigen Bestehen ihres Dorfes im nächsten Jahr. Es zeigt den Stab des Klosters Abdinghof und den Grundriss eines Tores im Römerlager.“ (Kneblinghausen feiert drei Tage Geburtstag – Vorbereitungen zum 800-Jahr-Jubiläum in: Der Patriot, Lippstadt, 21. Dezember 1982) UND Ulrich Grun: Urkunde und Wappen der Gemeinde Westereiden, in: Festschrift zur 750-Jahr-Feier der Gemeinde Westereiden, Warstein-Belecke 2006, S. 8 ff) oder: „Das Westereider Wappen wurde [...] von Ulrich Grun entworfen.“ (Ortswappen, in: Der Patriot, Lippstadt, Nr. 159, 11. Juli 2006). zuständig sowie für die öffentliche Ausschilderung und Einbindung von Denkmälern ins jeweilige OrtsbildVgl. beispielsweise: Bronzetafeln an historischen Gebäuden – die wichtigsten Daten zur Erinnerung, in: Westfalenpost, Nr. 283, 4. Dezember 1981., so beispielsweise auch bei der Anlage des Rüthener Hexenturms als Museum und GedenkortVgl. Museum im Hexenturm, in: Der Patriot, Lippstadt, 12. März 1983; und Kanonenmündung ragt aus Hexenturm-Schießscharte, in: Der Patriot, Lippstadt, Nr. 207, 6. September 2003. in Zusammenarbeit mit der NRW-Stiftung und dem Wissenschaftler Wilfried Stichmann.Vgl. Vor 100 Gästen das Museum im Hexenturm vorgestellt, in: Der Patriot, Lippstadt, Nr. 9. 11. Januar 2003; und: Gemeinsam für die Kultur, in: Soester Anzeiger, 11. Januar 2003.

Daneben entwarf oder restaurierte Grun zuweilen Inneneinrichtungen, wie z. B. Türen, Treppengeländer, Teppiche und anderes, wobei er stets den Bezug zu historischen Kontexten suchte und berücksichtigte.Vgl.: Porträts zieren alten Rathaussaal, in: Der Patriot, Lippstadt, Nr. 97, 27. April 1982.

Ausstellungen (Auswahl) Ausstellungen, die von Grun kuratiert bzw. begleitet wurden: Porträt-Ausstellung: Rüthen und das Herzogtum Westfalen (1982)Vgl. Alte Porträts machen Geschichte greifbar – „Stadt-Galerie“ im Ratssaal eröffnet, in: Der Patriot, Lippstadt, Nr. 120, 25. Mai 1982. Historische Stadtansichten (1983)Vgl. Bilder aus dem 18. Jahrhundert, in: Der Patriot, Lippstadt, Nr. 103, 4. Mai 1983. Lobetag in Rüthen Kirchen, Schulen und Ämter (Schwerpunkt: Friedrich Adolf Sauer) (1990)Vgl. Das 5-Minuten-Interview – Ausstellung [zu Friedrich-Adolf Sauer], in: Der Patriot, Lippstadt, ZDB-ID 1023664-8, Nr. 153, 5. Juli 1990. Eduard Bufé – Architektur (Brilon 1991)Vgl. Bufés Bilder strahlen Ruhe und Kraft aus – Gedächtnisausstellung in Brilon eröffnet, in: Der Patriot, Lippstadt, ZDB-ID 1023664-8, Nr. 102, 3. Mai 1991. Eduard Bufé - der Maler (Rüthen, 2002)Vgl. Kunst, die zum genussvollen Stöbern im Detail verlockt. - 150 Besucher wohnten der Eröffnung der Bufé-Ausstellung im Alten Rathaus bei / Leben, Werk und Wesen umrissen, in: Der Patriot Lippstadt, 4. Februar 2002. Eduard Bufé - der Architekt (Rüthen, 2003)Vgl. Als Architekt ein Praktiker. - Kunstkreis 2 beleuchtet andere Seite des Schaffens von Eduard Bufé., in: Westfalenpost, 1. Februar 2003. Eberhard Henneböle (1991)Vgl. Ausstellung würdigt Wirken von Ehrenbürger Henneböle, in: Der Patriot, Lippstadt, ZDB-ID 1023664-8, Nr. 120, 27. Mai 1991. Adolf Kolping in Westfalen (2002)Helene Hermes, Tochter von Eberhard Henneböle und ihr Mann Alfons Hermes waren hier in besonderem Maße an der Konzeption und Ausgestaltung der Ausstellung beteiligt.

Publikationen (Auswahl) Monografien

Rüthen – Bilder aus vergangenen Tagen, Reihe: Quellen und Beiträge aus dem Rüthener Quartier, Nr. 1, Horb am Neckar 1988, ISBN 978-3-89264-200-8. 125 Jahre Schützenverein St. Georg Westereiden – 1859–1984 (Festschrift), Lippstadt 1984 St. Pankratius Hoinkhausen, München 1991 u. a.: 1072-1997 Nieder- und Oberbergheim. Beiträge zur Dorfgeschichte, 1997 mit Heribert Schlüter: Meiste und Kneblinghausen – Häuser und ihre Bewohner in den vergangenen Jahrhunderten (= Quellen und Beiträge aus dem Rüthener Quartier, Nr. 2), Paderborn 2001Von Grun bearbeitet und herausgegeben als Vorsitzender des Kulturrings Rüthen. Das Haarmännchen. Sagen aus der Region um Haar und Möhne (= Quellen und Beiträge aus dem Rüthener Quartier, Nr. 3). Horb am Neckar 2007, ISBN 978-3-86595-229-5

Aufsätze Unbekanntes Stadtbild Rüthens aus dem Jahre 1753, in: 25 Jahre Volksbank Rüthen (Festschrift), Rüthen 1978 Kneblinghausen um 1725, in: 275 Jahre St. Nikolaus-Schützenbruderschaft Kneblinghausen e. V. 1705–1980 (Festschrift), S. 12 Der große „Brilonisch und Rudisch Holtzstreit“ von 1569, in: Bürgerschaft der Stadt Brilon (Hrsg.): Briloner Schnadezug, Brilon 1980 Stadt ist keine Abbruch-Firma, in: Der Patriot, Lippstadt, 9. August 1980, ZDB-ID 1023664-8 Lobetag in der Bergstadt Rüthen, in: Westfälische Rundschau, 20. Juni 1981, ZDB-ID 1048543-0, Nr. 141 Die Papsturkunde [ erste urkundliche Erwähnung Kneblinghausens ], in: 800 Jahre Kneblinghausen 1183-1983 (Festschrift), Lippstadt 1983 S. 2 ff Der Ort Kneblinghausen, in: 800 Jahre Kneblinghausen 1183–1983 (Festschrift), Lippstadt 1983 S. 9–11 Die Römer und das Lager bei Kneblinghausen, in: 800 Jahre Kneblinghausen 1183–1983 (Festschrift), Lippstadt 1983 S. 12–15 Der Überfall durch die Rietbergischen, in: 800 Jahre Kneblinghausen 1183–1983 (Festschrift), Lippstadt 1983 S. 16–18 Die Hexenverfolgung, in: 800 Jahre Kneblinghausen 1183–1983 (Festschrift), Lippstadt 1983 S. 19–22 Schützen unterm Hakenkreuz, in: Reinhard Laumanns (Hrsg.): Lippstädter Heimatblätter, ZDB-ID 631644-X, Nr. 64 (1984), S. 139 ff