Die erste Staffel der US-amerikanischen Science-Fiction-Fernsehserie Star Trek: Picard erschien im ersten Quartal 2020 und besteht aus zehn 45-minütigen Episoden.
Episoden
Kritik Manche Gesamteinschätzungen waren positiv. Bei SZ.de hieß es zum Beispiel, dass die Serie „die richtige Balance zwischen Nostalgie und Gegenwartsbezug“ finde und mit Picard eine Figur zurückbringe, „die enorm aktuell und relevant ist.“Kathleen Hildebrand: Jean-Luc, erlöse uns! SZ.de, 24. Januar 2020; abgerufen am 10. Juli 2020 Die Stuttgarter Zeitung sprach von einem „außergewöhnlich vieldeutigen, vielfältigen Drama, das mehr als nur hübsche Science-Fiction-Schauwerte bietet.“Gunther Reinhardt: Was taugt der „Raumschiff Enterprise“-Ableger? In: Stuttgarter Zeitung, 24. Januar 2020; abgerufen am 10. Juli 2020 Andere Kritiker waren hingegen nicht so überzeugt. Der Kritiker von Golem.de beanstandete die Hintergrundgeschichte der Staffel als „recht uninspiriert vom Plot der Videospiel-Reihe Mass Effect geklaut“ und Picards Schicksal am Staffelende als „unglaublich abgedroschen“. Problematisch sei überdies die Abwesenheit der Sternenflotte bis auf die letzten fünf Minuten der Staffel. Der Verfall der Sternenflotte als Organisation wirke „wie ein Verfall der alten Star-Trek-Werte“.Tobias Költzsch: Hasenpizza mit Jean-Luc. Golem.de, 27. März 2020; abgerufen am 10. Juli 2020 Der Kritiker von RP online befand die Hauptgeschichte als „nicht sonderlich tiefgründig oder nuanciert. Man hat da offenbar nicht mehr zu sagen als die Vorlagen, bei denen man sich bediente – und die ihre Storys ausgefeilter, intelligenter und vielschichtiger präsentierten. Und das macht es leider auch belanglos.“Ludwig Jovanovic: Star Trek ist tot. RP online, 1. April 2020; abgerufen am 10. Juli 2020
Manche lobten die Figur Picard und ihren Darsteller. Bei Golem.de etwa hieß es dazu, dass Stewart zum Glück nicht darin verfalle, seine Rolle jünger wirken zu lassen als er es selbst ist, und dass die Darstellung dadurch realistischer sei. Der Kritiker von Heise.de hob Stewart als großartig hervor und seine schauspielerischen Leistungen als keinen Wunsch offen lassend.Fabian A. Scherschel: Star Trek: Picard – Ein Winzer im Weltall, in: Heise.de vom 30. März 2020, abgerufen am 10. Juli 2020 In der FAZ hieß es anerkennend von Dietmar Dath, dass die „komplexe Sozialmoralkonstellation“, die sich aus Picards Haltung gegenüber Außerirdischen oder Androiden ergebe, die Serie „hoch über die schwach motivierten Minderheiten-Allegorie-Klebebildchen und Emanzipationsposen der bislang bestenfalls durchwachsenen Enttäuschung ‚Star Trek: Discovery‘“ heben würden.Dietmar Dath: Veteranen sind die neue Jugend. In: FAZ, 24. Januar 2020, abgerufen am 10. Juli 2020 Der Kritiker von RP online war mit dem Protagonisten hingegen nicht zufrieden und bemängelte, dass Picard sich nicht wie „der legendäre Captain“ verhalte, nicht mehr nachdenklich, abwägend, souverän sei, keine klassische Literatur mehr zitiere, kein Anführer mehr sei, sondern vielmehr „wie das Klischee eines störrischen, selbstgefälligen, rechthaberischen und bisweilen alles andere als mitfühlenden alten Mannes“ wirke.
Manche Kritiker bemängelten das Erzähltempo der Serie in den ersten Folgen als zu gering. Die Staffel starte „etwas langsam“ und sei „in den ersten paar Folgen stellenweise langatmig“ (Golem.de); sei als „Thriller anfangs sehr weitschweifig (und eher simpel konstruiert, wie man später bemerkt), dann aber durchaus fesselnd“ (Ruhr-Nachrichten);Kai-Uwe Brinkmann: In „Star Trek: Picard“ geht der Pensionär auf galaktische Mission. In: Ruhr-Nachrichten, 15. April 2020, abgerufen am 10. Juli 2020 und man wohne „einer sehr langen Exposition bei, die eher durch die Komplexität ihrer Konstruktion zu gefallen versucht und durch die Konstellation der ihr zugrundeliegenden moralphilosophischen und identitätstheoretischen Fragen als durch nennenswerten narrativen Schwung“ (Zeit online).Jens Balzer: Ach ja, Zukunftsglaube, schön war’s. Zeit online, 23. Januar 2020; abgerufen am 10. Juli 2020
Manche Kritiker äußerten sich über die Dramaturgie, das Erzähltempo und die Handlungsdichte aber auch mit großer Ablehnung. Im Spiegel etwa hieß es, die Serie falle zurück in die „Betulichkeit des Fernsehens der Neunzigerjahre“: „Die Bilder sind so clean wie die Dramaturgie, die dem Publikum das Geschehen durchgängig doppelt erklärt. Konflikte klopfen höflich an und bleiben hübsch übersichtlich.“ Der Kritiker von RP online meinte: „Die Hauptgeschichte schreitet über die zehn Episoden so langsam voran, dass ein zweistündiger Film gereicht hätte.“
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Picard