Diese Liste verzeichnet die Personen, die seit der Reformation in Hildburghausen als Superintendenten bzw. Generalsuperintendenten amtiert haben.

Einführung

In der zum ernestinischen Kurfürstentum Sachsen gehörenden Stadt Hildburghausen wurde schon in den 1520er Jahren die Reformation durchgeführt. Im Zuge des landesherrlichen Kirchenregiments wurden Superintendenten eingesetzt, die auf regionaler Ebene die Aufsicht über das Kirchen- und Schulwesen führten. Hildburghausen unterstand anfangs der Superintendentur Eisfeld. Erst 1646, während der Zugehörigkeit zum Fürstentum Sachsen-Coburg, wurde für Hildburghausen und sein Umland eine eigene Superintendentur eingerichtet. Das Amt war mit dem Pfarramt an der Laurentiuskirche (bzw. der sie ab 1785 als evangelische Stadtkirche ersetzenden Christuskirche) verbunden. Das Aufsichtsgebiet wurde als Diöcese oder Ephorie bezeichnet; erst im 20. Jahrhundert setzte sich die Bezeichnung Kirchenkreis durch.

Nachdem Hildburghausen 1684 Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Hildburghausen geworden war, wurden die Superintendenten zu Generalsuperintendenten, da sie nun auch die Aufsicht über die weiteren Superintendenten im Herzogtum hatten. Mit der Eingliederung des Herzogtums in das Herzogtum Sachsen-Meiningen 1826 wurden sie wieder zu Superintendenten herabgestuft. Der erste gemeinsame Generalsuperintendent des vereinigten Herzogtums, Ludwig Nonne, residierte jedoch ebenfalls in Hildburghausen, das von 1829 bis 1848 auch der Sitz des Landeskonsistoriums war.

Bei der Gründung der Thüringer Evangelischen Kirche nach dem Ersten Weltkrieg blieb Hildburghausen Sitz eines Kirchenkreises. Das Amt des Superintendenten (bzw. Oberpfarrers zwischen 1920 und 1944) war nun nicht mehr notwendigerweise mit dem Pfarramt der Stadtkirche verbunden. 1996 wurde der Kirchenkreis Hildburghausen mit dem Kirchenkreis Eisfeld zum Kirchenkreis Hildburghausen-Eisfeld (anfangs Kirchenkreis Eisfeld-Hildburghausen) vereinigt, der seinen Sitz weiterhin in Hildburghausen hatte. Er gehörte von 2009 bis zu dessen Auflösung im Jahr 2022 zum Propstsprengel Meiningen-Suhl und anschließend zum Bischofssprengel Erfurt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Zum 1. Januar 2026 fusionierte der Kirchenkreis mit drei benachbarten Kirchenkreisen zum Kirchenkreis Südthüringen, der seinen Sitz in Meiningen hat.

Superintendenten 1646: Melchior Weigler (ca. 1589–1646; schon ab 1633 Pfarrer an der Laurentiuskirche)GND 1647–1667: Johannes Elfflein (1605–1667)CERL Thesaurus 1668–1677: Johann Sebastian Güth (1628–1677)Kurzbiografie auf der Website www.schildburghausen.de. 1678–1691: Johann Reinhard (1645–1691)GND 1691–1697: Johann Valentin Kleinschmidt (1643–1697)CERL Thesaurus. 1698–1711: Johann Heinrich Thamer (1639–1719)GND.

Generalsuperintendenten 1711–1719: Johann Heinrich Thamer 1719–1721: Amandus Gotthold Fehmel (1688–1721); Christian Gottlieb Jöcher: Allgemeines Gelehrten-Lexicon Bd. 2, Sp. 543. 1723–1732: Johann Wilhelm Hecker (1668–1743)GND¸ Kurzbiografie auf der Website der Franckeschen Stiftungen. 1732–1746: Johann Christoph Hommel (1685–1746)Deutsche Biographie. 1751–1756: Siegmund Basch (1700–1771)Deutsche Biographie. 1759–1776: Philipp Ernst Kern 1776–1819: Vakanz, nur Vikare ernannt 1819–1831: Johann Andreas Genßler (schon ab 1790 Vikar) 1833–1854: Ludwig Nonne

Superintendenten 1831–1844: Friedrich Gendner, Zweiter Pfarrer an der Laurentiuskirche und Superintendent der Landdiözese (1788–1862)Wiener Kongress bis Reichsgründung auf der Website www.dunkelgraefinhbn.de. 1844–1858: Carl Gottlieb Hermann (1793–1858)Wiener Kongress bis Reichsgründung auf der Website www.dunkelgraefinhbn.de. 1858–1876: Ernst Balthasar Wölfing (1806–1876)Kurzbiografie seines Sohnes Max Wölfing auf der Website www.schildburghausen.de. 1877–1885: Friedrich Geldner († 1890) 1885–1901: Albert Sauerteig 1901–1920: Rudolf Armin Human (1843–1923)Kurzbiografie auf der Website www.schildburghausen.de. 1920–1928: Karl Michael (1867–1938)Johannes Ziegner: Die Oberpfarrer der Kirchenkreise in der Thüringer evangelischen Kirche 1919–1933. Diplomarbeit Martin-Luther-Universität Halle, 1980 (PDF-Datei), S. 62. 1928–1945: Otto Hoffmann (1881–1941)Johannes Ziegner: Die Oberpfarrer der Kirchenkreise in der Thüringer evangelischen Kirche 1919–1933. Diplomarbeit Martin-Luther-Universität Halle, 1980 (PDF-Datei), S. 52. 1946–?: Ernst Köhler (1899–1970)Als Superintendent genannt in Besetzung und Besatzungszone auf der Website www.dunkelgraefinhbn.de. In den Amtslisten taucht er nicht auf, nur 1930–1949 als Pfarrer in Hildburghausen‐Wallrabs (Friedrich Meinhof: Thüringer Pfarrerbuch Band 10: Thüringer evangelische Kirche 1921–1948 und Evangelisch‐Lutherische Kirche in Thüringen 1948–2008. Entwurf. Heilbad Heiligenstadt 2015, S. 100). Zur Person vgl. auch Hannelore Braun, Gertraud Grünzinger: Personenlexikon zum deutschen Protestantismus 1919–1949. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 978-3-525-55761-7, S. 141. 1950–1969: Rudolf Karl Ludwig Schumann 1970–1984: Hans-Dietrich Bettmann 1985–2005: Hanspeter Wulff-Woesten 2005–2013: Michael Kühne 2014–2021: E. F. Johannes Haak 2021–2024: Hartwig Dede 2024–2025: Hartmut Löschinsuedthueringen.de.

Literatur Thüringer Pfarrerbuch Bd. 7: Sachsen-Meiningen. Hrsg. von der Gesellschaft für Thüringische Kirchengeschichte. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2017 (pdf), S. 51.

Weblinks Geistliche auf der Website www.dunkelgraefinhbn.de (Amtslisten) Superintendentur auf der Website des Kirchenkreises Hildburghausen-Eisfeld

Einzelnachweise

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