mini|hochkant=1.48|Rebolledo de la Torre – Iglesia de San Julian y Santa Basilisa mini|hochkant=1.48|Rebolledo de la Torre – Ermita de Santa Lucia Rebolledo de la Torre ist ein Ort und eine nordspanische Landgemeinde (municipio) mit nur noch Einwohnern (Stand: ) im Nordwesten der Provinz Burgos in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León.
Lage und Klima Der Ort Rebolledo de la Torre liegt in der kastilischen Hochebene (meseta) zu Füßen einer kleinen Bergkette ca. 80 km (Fahrtstrecke) nordwestlich der Provinzhauptstadt Burgos in einer Höhe von ca. . Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 700 mm/Jahr) fällt übers Jahr verteilt.Rebolledo de la Torre – Klimatabellen
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1857 1900 1950 2000 2019Einwohner 1.022 973 817 180 102Rebolledo de la Torre – Bevölkerungsentwicklung Die Mechanisierung der Landwirtschaft, die Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und der damit einhergehende Verlust von Arbeitsplätzen haben seit der Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem deutlichen Rückgang der Einwohnerzahlen geführt (Landflucht). Zur Gemeinde gehören auch die nahezu aufgegebenen Weiler (pedanías) Albacastro, Castrecias und Valtierra de Albacastro.
Wirtschaft Die Einwohner der Landgemeinde lebten jahrhundertelang als Selbstversorger von der Landwirtschaft. Städtische Märkte waren zu weit entfernt und so konnten nur haltbare oder haltbar gemachte Produkte (Tierhäute, Käse, Wurst) bei fahrenden Händlern getauscht oder verkauft werden.
Geschichte Über die Ursprünge des Ortes ist so gut wie nichts bekannt. Keltische, römische, westgotische und selbst maurische Spuren fehlen. Im frühen 10. Jahrhundert wurde die Gegend von den Christen unter der Führung des Grafen Gonzalo Fernández zurückerobert (reconquista) und anschließend neu- oder wiederbesiedelt (repoblación); in dieser Zeit entstand wahrscheinlich der Ort, der im 11. oder 12. Jahrhundert eine Kirche und eine Burg erhielt.
Sehenswürdigkeiten Die den hll. Julian und Basilissa geweihte Kirche des Ortes wurde in mehreren Abschnitten errichtet. Ältester erhaltener Bauteil ist wahrscheinlich das aus Bruchsteinen bestehende Langhaus; später entstanden der romanische Portikus und in der Spätgotik bzw. der Renaissance die von Strebepfeilern stabilisierte Apsis und der Glockenturm (campanario). Einige Säulenschäfte und Kapitelle der Vorhalle sind reich verziert. Das Westfenster des Portikus zeigt eine außergewöhnlich reich verzierte Bogenrahmung in der Art eines Alfiz mit Vielpassbögen, Miniaturtürmchen und zwei Figuren, die als Adam und Eva interpretiert werden. Das leicht aus der Mauerflucht hervortretende Portal ist zweifach zurückgestuft; eine der Archivolten zeigt einen Kugelstab. Das zweischiffige Innere der Kirche ist rippengewölbt und bewahrt zwei sehenswerte Barockaltäre.Rebolledo de la Torre – KircheRebolledo de la Torre – Kirche In unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche stehen die Reste der ehemals von einem Wassergraben (foso) umgebenen mittelalterlichen Burg (castillo). Zu sehen sind Teile der Burgmauer und der ca. 20 m hohe und nahezu vollständig erhaltene fensterlose Bergfried (torre del homenaje), dessen Mauerdicke ca. 1,20 m beträgt.Rebolledo de la Torre – Burg Umgebung Etwa zwei Kilometer vom Ort entfernt steht eine der heiligen Lucia von Syrakus geweihte apsislose Kapelle (ermita) aus Bruchsteinen unter Verwendung einiger Spolien.
Literatur César del Valle Barreda: Todo el Románico de Burgos. Fundación Santa María la Real, Centro de Estudios del Románico. Aguilar de Campoo 2009, ISBN 978-84-89483-57-6, S. 58–61.
Weblinks
Rebolledo de la Torre – Fotos + Infos (wikiburgos, spanisch)
Einzelnachweise