Wujie () ist eine Landgemeinde im Landkreis Yilan der Republik China (Taiwan).

Lage und Klima Wujie liegt im Norden der Insel Taiwan am südöstlichen Ende der Yilan-Ebene, einer Schwemmebene, die durch Ablagerungen des Flusses Lanyang und anderer Flüsse entstanden ist. Wujie liegt im Mündungsbereich des Lanyang, der im Wesentlichen die nördliche Gemeindegrenze bildet. Zwei Zuflüsse fließen hier in den Lanyang: im Westen der Luodong (), im Osten der Dongshan (). Wujie grenzt auf einer Strecke von 8 Kilometern an den Pazifik. Der Küstenstreifen ist durch Sanddünen gekennzeichnet. Landeinwärts befindet sich ebenes, fruchtbares Land, das intensiv landwirtschaftlich genutzt wird.

Das Klima ist subtropisch und durch den Monsun geprägt. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 25 °C. Im Durchschnitt gibt es 165 Regentage. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt im Mittel bei 85 %.

Geschichte Die ursprünglichen Bewohner der Gegend waren austronesische Ureinwohner, die verschiedenen Pingpu-Stämmen angehörten. Ab 1768 ließen sich hier die ersten Han-chinesischen Siedler aus der Provinz Fujian nieder. Die Urbevölkerung wurde nach und nach verdrängt oder assimiliert. Im Jahr 1810 wurde das Gebiet von Yilan formell der Verwaltung Qing-Dynastie unterstellt.

Während der japanischen Herrschaft über Taiwan (1895–1945) wurde 1920 die Verwaltungseinheit Dorf Wujie () gebildet. Nach Übernahme Taiwans durch die Republik China im Jahr 1945 wurde daraus die Landgemeinde Wujie (), zunächst im Landkreis Taipeh und ab 1950 im neu eingerichteten Landkreis Yilan.

Einwohner Die Bevölkerungszahl belief sich im August 2025 auf 41.801. Im Jahr 2020 wurden 229 Angehörige indigener Völker der Ebenen (, Pingpu) und 344 Angehörige indigener Völker des Berglandes () gezählt. Zusammen machten diese 1,4 % der Bevölkerung aus. Gliederung Wujies260px Verwaltungsgliederung Nach 1945 war Wujie zunächst in 26 Dörfer () eingeteilt. Am 1. Juli 1978 trat die heutige Einteilung in 15 Dörfer in Kraft.

Wirtschaft Landwirtschaftliche Produkte Wujies sind Reis (), Zwiebeln, Knoblauch, Frühlingszwiebeln (), Chinesischer Yams (Dioscorea polystachya) und Zierpflanzen (Lilien). Entlang der Küste werden Aquakultur und Fischfang betrieben (Garnelen, Aale). Auch Entenzucht ist von Bedeutung.

Verkehr Die Hauptverkehrsstraßen verlaufen in Nord-Süd-Richtung. Dazu zählen die Autobahn Nationalstraße 5 in der Mitte Wujies, die Provinzstraße 2 nahe der Küste und die Provinzstraße 9 im Westen. In Ost-West-Richtung verlaufen die Kreisstraße 196 (in der Mitte Wujies) und die Provinzstraße 2C (2丙, im Süden).

In Wujie befinden sich zwei Haltebahnöfe an der Yilan-Linie der Taiwanischen Eisenbahn: der Bahnhof Erjie () und der Bahnhof Zhongli ().

Besonderheiten Im Nationalen Zentrum für traditionelle Künste ( ) im Dorf Jixin werden traditionelle chinesische und indigene Künste demonstriert und erlebbar gemacht.

Der Wanggong-Tempel ( ) im Dorf Erjie geht auf das späte 18. Jahrhundert zurück. Nach dem Bau eines neuen Tempels wurde der alte in ein Kulturmuseum umgewandelt. Jedes Jahr am 15. Tag des elften Mondmonats finden ausgedehnte Tempelfeiern statt.

Entlang des Flusses Dongshan befindet sich im Dorf Jixin ein kleiner Park, der Dongshan-Flusslandschaftspark ( ). Nahe der Mündung des Flusses ins Meer liegt das Qingshui-Fluttor ( ), das der Wasserregulierung und dem Hochwasserschutz dient.

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Einzelnachweise

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