Bei den bayerischen Pwi Bay 61 handelt es sich um zweiachsige Packwagen für den Einsatz in Güterzügen nach dem Blatt 219 aus dem Wagenstandsverzeichnis für die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen vom 31. März 1913 (bzw. Blatt Nr. 127 aus dem Wagenstandsverzeichnis vom 31. März 1897 und Blatt 46 aus dem Verzeichnis von 1879). Das Nebengattungszeichen i weist darauf hin, dass die Wagen mit offenen Übergängen ausgestattet waren.

Geschichte In den Wagenstandsverzeichnissen K.Bay.Sts.B. ist als ältestes Baujahr für Wagen dieser Art das Jahr 1854 ausgewiesen. Bis zum Jahr 1860 führte die K.Bay.Sts.B. schon 163 Wagen in ihrem Bestand.Konrad, die Reisezugwagen der deutschen Länderbahnen, Band 2, Seite 18 Bis zum Ende der K.Bay.Sts.B. wuchs der Bestand an Gepäckwagen für den Einsatz in Güterzügen auf etwa 1000 Stück an.

Beschaffung In den Jahren zwischen 1861 und 1866 wurden die Wagen nach Blatt 219 beschafft. Im Verzeichnis von 1879 wurden sie noch als Wagen der Gattung J ausgewiesen. Sie hatten den gleichen Grundaufbau wie die zeitgleich beschafften Güterwagen.

Verbleib Von den Wagen ist nur die Nummer 17 518 im Verzeichnis von 1913 aufgeführt, alle anderen sind vorher ausgemustert worden. Auf Grund der Bauart – überwiegend hölzernes Untergestell – und des hohen Alters dürfte auch dieser vor 1923 ausgemustert worden sein.

Konstruktive Merkmale Untergestell Der Rahmen der Wagen war eine Kombination aus hölzernem Grundrahmen und eisernen, äußeren Längsträgern. Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen nach VDEV. In der Grundausstattung gab es zudem noch Notfallketten. Die Zugstange war durchgehend und mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen ursprünglich Stangenpuffer mit einer Einbaulänge von 612 mm und 360 mm für die Pufferteller.

Laufwerk Die Wagen hatten aus Blechen und Winkeln genietete Achshalter der kurzen, geraden Bauform. Gelagert waren die Achsen in Gleitachslagern. Die Räder hatten Speichenradkörper des bayerischen Typs 38. Die jeweils 1764 Millimeter langen Tragfedern hatten je neun Blätter. Der Querschnitt der Blätter betrug 96 × 13 Millimeter. Es gab eine Handspindelbremse, welche von der Kanzel des Dienstraums aus bzw. von der offenen Übergangsplattform aus bedient werden konnte. In der Wagenmitte befand sich die Bremsumlenkung in der typisch bayerischen Bauform.

Wagenkasten Der Rahmen des Wagenkastens bestand aus einem hölzernen Ständerwerk, welches durch stählerne Zugbänder versteift wurde. Die äußere Verkleidung des Wagenkastens bestand – wie bei Güterwagen üblich – aus senkrecht angebrachten Profilbrettern. Innen wurden die Wagen mit diagonal angebrachten Brettern verschalt. Die Seiten- und die Stirnwände waren gerade. Der Wagenkasten war in zwei Bereiche zur Lagerung der Gepäckstücke und ein 1295 mm breites Dienstabteil aufgeteilt. Zusätzlich gab es bei den Wagen mit Bremsersitz einen von der offenen Übergangsplattform aus zugänglichen Abort sowie – auf dessen Gegenseite – eine Hundebox. Das flache Tonnendach war bei den Wagen mit Bremsersitz über dem Dienstraum einer Kanzel versehen. Diese diente dem Zugführer zur Beobachtung und als Bremserstand. Dieser Bremserstand war nur vom Wageninneren aus zugänglich. Zum Be- und Entladen gab es beidseitig je eine 1500 mm breite Schiebetüre, die auf Rollen stand und mit Kopfstangen geführt wurde. Beidseitig gab es durchgehende Laufbretter mit Anhaltestangen.

Ausstattung Beleuchtet wurden die Wagen mit Öl-Lampen. Alle Wagen waren mit einem Abort ausgestattet.

Die Beheizung erfolgte durch einen Ofen im Dienstraum. Zur Belüftung gab es statische Lüfter auf dem Dach. Die Wagen waren alle mit einer Leitung für die Dampfheizung ausgestattet und konnten so auch in Personenzüge eingereiht werden.

Skizzen, Musterblätter, Fotos

Wagennummern Herstelldaten Wagennummern je EpocheGattungszeichen Fahrwerk Ausstattung Zusatzinfos Bau- jahr Her- steller bis 1875 ab 1875 ab 1893 ab 1909 Ausge-mustert Anz.Achs. Rad-stand(mm) LüP(mm) Unt.Gest. LA. Brem-sen Bl. Hz. Art u. Anzahl der Abteile(siehe Legende) Bemerkung Blatt-Nr. 219(ehem. 127)JP.P.g.Pwi Bay 61(siehe jeweilige Legende) A B D G P V Z186117 50317 50317 503<191324.0008.414H,EBrh;WbrÖlL11214 693?17 50417 50417 504<1913Brh;WbrLSOLzusätzlich mit Rayl-Signalbesondere Form eines Interkommunikations- bzw. Notsignals ausgestattet4 694?17 50517 50517 505<19134 695?17 50617 50617 506<19134 697?17 50717 50717 507<1913Brh;WbrLSOL4 698?17 50817 50817 508<19134 699?17 50917 50917 509<19134 700?17 51017 51017 510<19134 701?17 51117 51117 511<191318626 022?17 51217 51217 512<191324.0008.141H,EBrhWbrLSÖlL112120 492?17 51317 51317 513<19133.650PlWbrBauform siehe Skizze zu Blatt 219186417 51417 51417 514<191324.0008.141H,EBrhWbrÖlO,L112117 51517 51517 515<1913BrhL17 51617 51617 516<1913BrhWbrO,L17 51717 51717 517<1913186617 51817 51817 51823.6508.141H,EPlWbrÖlO,L1121Bauform siehe Skizze zu Blatt 219

Anmerkungen / Hinweise

Einzelnachweise

Weblinks Digitalisat des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Blatt 219 aus dem Wagenstandsverzeichnis von 1913

Literatur

Kategorie:Reisezugwagen (Bayerische Staatseisenbahnen)