Die Bremer Brücke, auch kurz Brücke genannt, ist ein Fußballstadion im Stadtteil Schinkel der niedersächsischen Stadt Osnabrück. Das Stadion ist die Heimspielstätte des VfL Osnabrück. Die Gesamt-Zuschauerkapazität beträgt bis zu 16.098 Plätze, wobei das Stadion bei Heimspielen normalerweise mit 15.741 Zuschauern als ausverkauft gilt.Bremer Brücke. Website des VfL Osnabrück; abgerufen am 28. Juli 2023.
Lage und Verkehrsanbindung links|mini|Lageplan mit Umgebung des Stadions Das Stadion steht am Hannes-Haferkamp-Platz und ist von den Wohnhäusern des Schinkels umgeben. Der nächstgelegene Bahnhof ist der Hauptbahnhof in der Innenstadt in ca. 1,5 km Entfernung. Die gleichnamige Bushaltestelle „Bremer Brücke“, die sich in der Bohmter Straße befindet, wird von der Buslinie M4 (Hellern–Neumarkt–Belm) im 10-Minuten-Takt bedient. An der gleichen Haltestelle halten auch die Regional-Expressbuslinien X273–X276 aus dem und in das nordöstliche Umland. An Heimspieltagen werden zusätzlich E-Wagen eingesetzt.
Mit dem Auto ist die Sportstätte über die Autobahn 33 und die Mindener Straße oder die Bremer Straße zu erreichen. Aufgrund der Lage in einem Wohngebiet stehen im direkten Stadionumfeld keine größeren Parkflächen zur Verfügung, an der Südtribüne existiert lediglich ein V.I.P.-Parkplatz für ca. 100 Fahrzeuge. Oft kann jedoch das Außengelände der Halle Gartlage an der Schlachthofstraße zum Parken genutzt werden, das ca. 300 Meter entfernt ist. Die Stellflächen für die Reisebusse der Gästefans befinden sich an der Buerschen Straße in ca. 500 Metern Entfernung.
Namensgebung und Sponsoring mini|Schriftzug am Stadion Der ursprüngliche Name war „Kampfbahn Bremer Brücke“, im Volksmund auch einfach nur die „Bremer Brücke“. Dieser Name rührt von der benachbarten Eisenbahnbrücke der Bahnverbindung nach Bremen her, welche die Bremer Straße überquert. Zwischenzeitlich war das Stadion im Eigentum der Stadt Osnabrück („Städtisches Stadion an der Bremer Brücke“), ging anschließend jedoch wieder in Vereinshand. vfl.de; abgerufen am 20. April 2018. 1995 wurden die Namensrechte an die Piepenbrock Unternehmensgruppe unter Leitung des langjährigen Präsidenten und Mäzen des VfL Osnabrück, Hartwig Piepenbrock, verkauft und das Stadion in „Piepenbrock-Stadion an der Bremer Brücke“ umbenannt. radiobremen.de, 19. April 2017; abgerufen am 21. November 2017.
Im Jahr 2004 wurden die Namensrechte durch das Telekommunikationsunternehmen Osnatel erworben, das Stadion erhielt den Namen „Osnatel-Arena“ (eigene Schreibweise: osnatel ARENA). Zum Jahresende 2016 lief der Namensrechtsvertrag mit EWE Tel, mittlerweile Mutterkonzern von Osnatel, aus. Auf der Mitgliederversammlung des VfL Osnabrück am 16. Januar 2017 wurde das neue Sponsoring-Konzept für das Stadion präsentiert. Es trägt demnach zukünftig wieder den traditionellen Namen „Bremer Brücke“, dafür sollen die Tribünen Namen von Sponsoren erhalten.Osnabrück: Aus „Osnatel-Arena“ wird wieder „Bremer Brücke“. liga3-online.de, 16. Januar 2017. Dies wurde zur Saison 2017/18 umgesetzt: Die Südtribüne mit dem Sponsor Stadtwerke Osnabrück wurde in Stadtwerke Südtribüne, die Nordtribüne mit dem Sponsor Sparkasse Osnabrück in GiroLive Nordtribüne umbenannt. vfl.de, 28. Juli 2017.
Zum Ende der Saison 2017/18 wurde vom VfL zunächst bekanntgegeben, den Heimbereich auf der Westkurve aufgrund von zu geringer Auslastung künftig nur noch bei bestimmten Spielen öffnen zu wollen. Nachdem Fans dieses Vorhaben teils stark kritisiert hatten, gab der VfL bekannt, die Entscheidung zu überdenken und eine Lösung zu suchen.Nach Fan-Dialog: VfL Osnabrück schließt Westkurve doch nicht. liga3-online.de, 1. Juni 2018; abgerufen am 26. Juli 2018. Kurz vor Beginn der Saison 2018/19 wurde mit der Deutsche Finetrading AG ein Sponsor für die Westkurve bekanntgegeben, die Tribüne hieß deshalb seitdem DFT-Westkurve und ist weiterhin bei allen Saisonspielen geöffnet., vfl.de, 26. Juli 2018. Im November 2020 übernahm die Firma Dieckmann Bauen + Umwelt das Sponsoring für die Tribüne. vfl.de, 6. November 2020; abgerufen am 4. Januar 2021.
Im Juli 2022 wurde die Übernahme eines Stadionsponsorings durch einen Zusammenschluss zunächst acht regionaler Unternehmer als Genossenschaft unter dem Namen Brückenpfeiler bekannt. Parallel zur Vermarktung der Tribünennamen hält die Genossenschaft gegen eine Lizenzgebühr die Namensrechte am Stadion, wobei der Name Bremer Brücke unverändert bleiben soll. Perspektivisch ist außerdem vorgesehen, dass die Genossenschaft gemeinwohlorientierte Projekte finanziert. Das Sponsoring soll für mindestens drei Jahre gelten.Genossenschaft sichert Stadionnamen. vfl.de, 20. Juli 2022; abgerufen am 21. Juli 2022.
Eigentumsverhältnisse Mit Wirkung vom 21. Mai 2026 befindet sich das Stadion im Eigentum der Bremer Brücke Stadion GmbH & Co. KG, die wiederum eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Osnabrück ist.Chronologischer Abdruck des Eintrags unter der Nummer HRA 203459 im Handelsregister des Amtsgerichtes Osnabrück, abgerufen über handelsregister.de am 11. Juni 2026. Die Übernahme aller Gesellschaftsanteile durch die Stadt Osnabrück geschah zur Finanzierung des geplanten Umbaus des Stadions.
Zuvor firmierte die Gesellschaft als VfL Osnabrück Stadion GmbH & Co. KG (im Vereinsumfeld häufig nur „Stadion-KG“ genannt) und befand sich zu 95 % im Besitz des Verein für Leibesübungen von 1899 e. V. Osnabrück („VfL Osnabrück“) und zu 5 % im Besitz der Osnabrücker Beteiligungs- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH („OBG“), einer Tochtergesellschaft der Stadt Osnabrück. Das Grundstück gehört der Stadt Osnabrück und wurde der Stadion-KG per Erbbaurecht zur Verfügung gestellt.Lokalpolitik unterstützt VfL Osnabrück auf den Weg in die 2. Bundesliga. hasepost.de, 28. Mai 2019; abgerufen am 29. Mai 2019. Die VfL Osnabrück GmbH & Co. KGaA, die für den Spielbetrieb der Profimannschaft des VfL zuständig ist, nutzt das Stadion über einen Pachtvertrag und ist auch für dessen Betrieb und Instandhaltung verantwortlich.„Unser VfL Konzern“ – Organigramm des VfL Osnabrück, erstellt durch die VfL-Fanabteilung.
Geschichte Entstehung und Ausbau Der erste Spatenstich erfolgte am 21. November 1931. Auf einem Wiesengelände an der Brücke der Eisenbahnlinie nach Bremen baute der SC Rapid Osnabrück, der sich 1925 vom VfL Osnabrück abgespalten hatte, eine Sportstätte mit 9.000 Stehplätzen. Das Stadion wurde nach anderthalbjähriger Bauzeit am 22. Mai 1933 eröffnet. Seit der 1938 von den Nationalsozialisten erzwungenen Wiedervereinigung des SC Rapid mit dem VfL Osnabrück ist das Stadion die Heimspielstätte des VfL. 1939 wurde die Bremer Brücke um eine Sitzplatztribüne für 500 Zuschauer erweitert. Als erste große Partie im neuen Stadion des VfL Osnabrück gilt das Spiel vom 19. November 1939, als die lila-weiße Elf den deutschen Meister FC Schalke 04 vor 13.000 Zuschauern mit 3:2 schlug. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Stadion fast völlig zerstört und der Verein musste bis zum Neubau ins sogenannte Wembleystadion, einen Platz an der Jahnstraße, der von den britischen Soldaten zur Verfügung gestellt wurde, ausweichen.
Am 27. Juli 1946 war die Bremer Brücke wieder aufgebaut und der Spielbetrieb wurde wieder aufgenommen. 1952 wurde das Stadion für das Meisterschaftsspiel gegen den VfB Stuttgart ausgebaut. Ziel war es, die Bremer Brücke in nur 18 Tagen auf 35.000 Plätze zu erweitern. Schließlich waren am 27. April 1952 weit mehr als 35.000 Zuschauer im Stadion, auch wenn offizielle Quellen von 32.500 Besuchern ausgingen.Lilaweiss.de Stadion In jenen Jahren konnte der Übergang zwischen der Westkurve und der Nordtribüne aus rechtlichen Gründen nicht errichtet werden. Ein Kleingärtner weigerte sich, sein Grundstück zu verkaufen, und so blieb 35 Jahre lang eine Lücke im Stadion, bis in den 1980er Jahren ein Teil des Grundstücks enteignet wurde.
1969 wurde das Fassungsvermögen der Bremer Brücke aus Sicherheitsgründen auf 28.500 begrenzt. Im Jahr 1968 wurde für die Aufstiegsrunde zur Bundesliga eine provisorische Tribüne errichtet. Das Richtfest für die dreiseitige Sitz- und Stehplatztribüne war 1974. Am 11. Februar 1975 wurde die Flutlichtanlage eingeweiht. Diese Erweiterungen waren nötig, um die Bewerbung des Vereins um einen Platz in der Zweiten Bundesliga zu unterstützen. Im Jahre 2000 wurde die Sitzplatztribüne mit Schalensitzen aus dem alten Leverkusener Stadion ausgerüstet. Im selben Jahr wurde das Presse- und Kommunikationszentrum an der Südtribüne nach einem Jahr Bauzeit fertiggestellt. Dieser Stadionteil, in dem sich auch die Geschäftsstelle befindet, wurde am 23. Juli bei einem Tag der offenen Tür offiziell seiner Bestimmung übergeben.In Ibbenbürener Volkszeitung vom 20. Juli 2000: "Nach fast einem Jahr Bauzeit wurde das Presse- und Kommunikationszentrum fertiggestellt"
2008 bis 2011: Neubau der Nordtribüne und Modernisierung mini|Die neue Nordtribüne im Jahr 2014 Am 2. April 2008 wurde mit dem Abriss der alten Nordtribüne begonnen, die durch eine moderne, überdachte Sitzplatztribüne ersetzt wurde. Im Ligaspiel gegen den SC Freiburg am 22. August 2008 wurde diese zum ersten Mal benutzt. In der „Affenfelsen“ genannten Nordost-Ecke entstanden zudem 750 neue Stehplätze. Die Gesamtkapazität sank dadurch auf 16.130 Plätze, der Anteil der Sitzplätze stieg jedoch auf 5.655, rund 35 Prozent. Das ermöglicht dem VfL höhere Einnahmen pro verkauftem Ticket. Außerdem entstanden an der Südtribüne neue Verwaltungsräume, an der Westkurve wurde der zur Stadt hin gelegene Vorplatz neu gestaltet. Im Innenraum wurden eine Rasenheizung verlegt und zwei je 25 Quadratmeter große LED-Videowände installiert. Die Stadt Osnabrück sorgte für eine Verbindung zwischen dem Außenbereich der Nord- und Ostkurve, sodass man nun beinahe das ganze Stadion zu Fuß umrunden kann. Am 30. Januar 2009 war das Stadion beim Heimspiel des VfL Osnabrück gegen den FC St. Pauli (2:2) erstmals seit dem Umbau ausverkauft.
Das letzte Stück zwischen Nordtribüne und Westkurve konnte zunächst nicht ausgebaut werden, weil sich die Eigentümerin eines dahinter befindlichen Grundstückes aufgrund einer weit zurückliegende Fehde zwischen ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann und dem damaligen VfL-Präsidenten Friedel Schwarze jahrzehntelang weigerte, das Grundstück an den VfL zu verkaufen. Erst im Oktober 2010 konnte nach längeren Verhandlungen der Kauf abgeschlossen werden. Im Dezember 2010 begann man mit vorbereitenden Maßnahmen zum weiteren Ausbau des Stadions. Zwei Monate später wurde damit begonnen, das noch unüberdachte Teilstück der Nordtribüne um 503 Sitzplätze zu erweitern und zu überdachen.
Ausbauplanungen 2010/11