Kick It Like Beckham (Originaltitel Bend It Like Beckham, in etwa ‚Schieß die Bananenflanke wie Beckham‘) ist eine Filmkomödie der britischen Regisseurin Gurinder Chadha aus dem Jahr 2002.

Handlung Jesminder Bhamra, kurz Jess genannt, ist die Tochter einer in London-Hounslow lebenden Familie mit indischen Wurzeln und spielt gegen den Willen ihrer Eltern Fußball. Insbesondere ihre Mutter erwartet, dass Jess sich darum kümmert, die traditionelle indische Küche zu erlernen und andere Rollenerwartungen zu erfüllen.

Die indische Familie, die der Mittelklasse angehört, befindet sich mitten in den Hochzeitsvorbereitungen für Jess’ ältere Schwester Pinky. Pinky hat sich ihren Ehemann selbst ausgesucht, was in indischen Familien, in denen traditionsgemäß die Eltern Ehen arrangieren, ungewöhnlich ist. Zudem hat sich Pinky durchaus der englischen Gesellschaft angepasst, und sie geht auch nicht jungfräulich in die Ehe. Auf den ersten Blick scheint es, als ob es ihr gelungen sei, dies vor ihren Eltern zu verheimlichen, aber im Verlauf der Handlung macht die Mutter eine Bemerkung, aus der hervorgeht, dass sie es die ganze Zeit wusste.

Jess hingegen hat noch keinen Freund. Ihr Fußballtalent fällt auf, als sie mit männlichen indischen Freunden im Park Fußball spielt. Sie lernt die gleichaltrige Juliette „Jules“ Paxton, eine weiße Engländerin, kennen. Diese überredet Jess, sich der Frauenfußballmannschaft anzuschließen, in der sie selbst spielt. Juliette hat selbst unter ihrer hysterischen Mutter zu leiden, die sie für eine Lesbe hält, weil sie im Verein Fußball spielt.

Jess wird bald zu einer Leistungsträgerin des Teams und verliebt sich in ihren Trainer Joe. Joe hatte selbst unter seinem Vater zu leiden. Dieser hatte ihn dazu getrieben, immer weiter zu trainieren. Um dem Vater zu demonstrieren, dass er kein Weichling sei, zog er sich eine Verletzung zu und wurde Sportinvalide. Zunächst gibt Jess ihren Eltern gegenüber offen zu, in einer Frauenfußballmannschaft zu spielen. Nachdem ihre Mutter das ausdrücklich verbietet, schleicht sich Jess heimlich aus dem Haus unter dem Vorwand, arbeiten zu gehen. Für einige Zeit gelingt es ihr, ihre Aktivitäten auf dem Fußballfeld vor ihren Eltern zu verbergen. Irgendwann fliegt ihr Geheimnis auf, und sie arrangiert sich mit ihrer Schwester Pinky, die sie deckt.

Gemeinsam mit dem Team fliegt Jess nach Hamburg zu einem Spiel. Dort kommt es beinahe zu einem Kuss zwischen ihr und Joe, der die Freundschaft zu Jules auf eine schwere Probe stellt. Auch Jess’ Heimlichkeiten vor den Eltern kommen heraus.

Vor einem wichtigen Endspiel, das am selben Tag stattfindet wie die Hochzeit von Pinky, muss sich Jess entscheiden, ob sie daran teilnimmt oder bei der Hochzeit ihrer Schwester Pinky dabei ist. Von ihrer Familie wird letzteres erwartet und man legt ihr nahe, das Fußballspielen aufzugeben. Jess bekommt jedoch unerwartet Hilfe von ihrem Vater, der sieht, wie unglücklich sie auf der Hochzeit ist. Mit dessen Hilfe und der ihres homosexuellen Freundes Tony kommt Jess gerade noch rechtzeitig zur zweiten Halbzeit und kann spielen.

Kurz vor dem Spiel versöhnen sich Jess und Jules wieder. Ein US-amerikanischer Talentscout ist von der Leistung der beiden Mädchen überzeugt, so dass sie ein Fußball-Stipendium an einer US-amerikanischen Universität erhalten. Jess überredet ihre Eltern, ihr zu erlauben, in die USA zu fliegen. Dabei wird sie vor allem von ihrem Vater unterstützt, der bedauert, seine eigene sportliche Karriere abgebrochen zu haben. Er wollte als junger Mann in England Cricket spielen, bis er durch rassistische Bemerkungen weißer Engländer gedemütigt wurde und seine Mannschaft verließ. Er möchte nun seiner Tochter die Chance einräumen, die er nicht bekommen hat. Auch Joe kommt zum Flughafen, um sich von ihr zu verabschieden, nachdem sie ihm gesagt hat, dass sie keine Beziehung mit ihm haben kann. Aber dann wird ihnen beiden klar, dass sie verliebt sind, und sie beschließen, es Jess’ Eltern zu berichten, wenn Jess aus den USA zurückkommt.

Hintergründe Die Dreharbeiten für den Film fanden in London, Hamburg, Middlesex und Surrey statt.imdb.com Beinahe alle mitwirkenden Spielerinnen sind tatsächlich professionelle Spielerinnen, das deutsche Team bestand zum Beispiel aus Fußballerinnen des Hamburger Vereins Grün-Weiß Eimsbüttel.

Für den amerikanischen Markt wollte 20th Century Fox den Film, als Anlehnung an die US-amerikanische Fußballspielerin Mia Hamm, in Move it like Mia umbenennen, da sowohl David Beckham als auch der Begriff bend damals in den USA unbekannt waren. Auch aufgrund Gegenwindes der Regisseurin Chadha wurde dieses Vorhaben nicht umgesetzt. Der deutsche Markt sah ein ähnliches Problem mit dem Begriff bend und daher wurde hierfür der alternative englischsprachige Titel Kick it like Beckham für den Film gewählt.

Für die Besetzung des Films wurden auch einige Berühmtheiten ausgewählt, so sind im Vorspann die englischen Fußballspieler Gary Lineker, Alan Hansen und John Barnes als Sportmoderatoren mit Jess’ Mutter zu sehen. Außerdem spielte die Sängerin der Band All Saints Shaznay Lewis eine Nebenrolle als Spielerin in Jess’ Team. Melanie C wollte unbedingt, dass ihr Lied Independence Day für den Film verwendet wird und schrieb deshalb extra den Text zum Film passend um.

Im darauffolgenden Jahr erschien die am Film orientierte englischsprachige Schullektüre Bend It Like Beckham von Narinder Dhami, die im Englischunterricht deutscher Schulen verwendet wird. Am 26. Dezember 2010 wurde der Film als erster westlicher Spielfilm überhaupt im nordkoreanischen Staatsfernsehen gezeigt. Anlass war das zehnjährige Bestehen der britisch-nordkoreanischen Beziehungen. Die TV-Fassung wurde um einige Szenen auf 104 Minuten gekürzt.Spiegel online: Nordkoreas Fernsehen sendet erstmals Westfilm

In der Simpsons-Folge Marge online entdeckt Lisa durch den Film ihr Interesse an Fußball.

Kritiken

Filmpreise Auszeichnungen 2002: Auszeichnung des Norwegischen Internationalen Filmfestivals, des Sydney-Filmfestes, des Internationalen Marrakesch-Filmfests, des Dinard British Filmfestivals, des Internationalen Filmfestivals von Locarno und des Internationalen Festivals für Frauen im Kino in Bordeaux. British Comedy Award 2003: ALFS Award, ESPY-Award, Film Discovery Jury Award, Guild Film Award in Silber, Publikumspreis des East Lansing Filmfestivals, Gilde-Filmpreis in Silber 2004: GLAAD Media Award

Nominierungen 2002: British Independent Film Award, Europäischer Filmpreis, „Goldener Hitchcock“ des Dinard British Filmfestivals 2003: Alexander Korda Award für den besten britischen Film, Empire Award, Eddie-Award 2004: Golden Globe Award, Satellite Awards, Image Award, OFCS Award, PFCS Award, WGA AwardIMDb

Literatur Narinder Dhami: Bend it like Beckham. Klett Verlag, Stuttgart u. a. 2003, ISBN 3-12-578010-1. Michael D. Giardina: Bending It Like Beckham in the Global Popular. Stylish Hybridity, Performativity, and the Politics of Representation. In: C. Richard King, David J. Leonard (Hrsg.): Visual Economies of/in Motion. Sport and Film. Peter Lang, New York NY u. a. 2006, ISBN 0-8204-7852-0, S. 33–55 (Cultural critique 6). Barbara Korte, Claudia Sternberg: Bidding for the Mainstream? Black and Asian British Film since the 1990's. Rodopi, Amsterdam u. a. 2004, ISBN 90-420-1038-X (Internationale Forschungen zur allgemeinen und vergleichenden Literaturwissenschaft 73). Anjali Gera Roy: Translating Difference in „Bend It Like Beckham“. In: New Cinemas. Journal of Contemporary Film. 4, 2006, , S. 55–66. Gerold Sedlmayr: Negotiating Diasporic Spaces in Contemporary Multi-Ethnic Britain. Gurinder Chadha's Bend It like Beckham. In: Jürgen Kamm (Hrsg.) Medialised Britain. Essays on Media, Culture and Society. Stutz, Passau 2006, ISBN 3-88849-254-8, S. 173–184 (Passauer Arbeiten zur Literatur- und Kulturwissenschaft 4). Ralf Adelmann: Kick It Like Beckham. In: Kai Marcel Sicks, Markus Stauff (Hrsg.): Filmgenres: Sportfilm (=Reclams Universal Bibliothek. Nr. 18786.) Reclam, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-15-018786-9, S. 266–270.

Weblinks (englisch)

Filmheft der Bundeszentrale für politische Bildung

Einzelnachweise

Kategorie:Frauenfußball im Film Kategorie:Filmtitel 2002 Kategorie:Britischer Film Kategorie:Deutscher Film Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Culture-Clash-Komödie Kategorie:Independent-Film Kategorie:Fußball (England)