La guillotine permanente (deutsch: „Die beständige Guillotine“) ist ein französisches Kampf- und Revolutionslied, das während der Französischen Revolution aufkam. Es besingt die Guillotine und deren Einsatz als Waffe der Revolution.
Hintergrund Geschichtliches hochkant=1.5|mini|alt=Soldaten umschließen ein Schafott, auf dem eine Guillotine und drei Henker stehen; einer von ihnen präsentiert den abgetrennten Kopf eines Hingerichteten|Darstellung einer Guillotinehinrichtung Gegen Ende des Jahres 1789 verhandelte die Konstituante über ein neues Strafgesetz für Frankreich. Unter den Vertretern des Bürgertums befand sich der Arzt Joseph-Ignace Guillotin, welcher sich unter anderem für die strafrechtliche Gleichstellung der Stände einsetzte. In diesem Zusammenhang forderte er auch, dass sämtliche Todesurteile durch Enthauptung vollstreckt würden. Ein „einfacher Mechanismus“ sollte einen möglichst raschen und schmerzlosen Tod sicherstellen und dadurch die Hinrichtung humanisieren. Diese Reformbemühungen Guillotins führten letztendlich dazu, dass die ab 1792 aufgestellten Enthauptungsmaschinen als Guillotine bezeichnet wurden. (Guillotin wird zu Unrecht häufig als „Erfinder der Guillotine“ betitelt. Auch die Verse von La guillotine permanente schreiben ihm das „Fertigen“ der Maschine zu. Tatsächlich war Guillotin an der Entwicklung des nach ihm benannten Apparates an sich nicht beteiligt.)
Die Melodie Die Melodie von La guillotine permanente war schon lange vor der Französischen Revolution bekannt; ihre Spuren reichen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Das alte Volkslied Si le roi m’avait donné wird zu dieser Melodie gesungen, Molière zitiert es in der im Jahr 1666 uraufgeführten Komödie Der Menschenfeind.
La guillotine permanente ist nicht der einzige aus der Französischen Revolution stammende Text, der zu dieser Melodie gedichtet wurde.
Text Französischer Text: Le député Guillotin Dans la médecine Très expert et très malin Fit une machine Pour purger le corps français De tous les gens à projets C’est la guillotine, ô gué„Ô gué“ ist ein heute eher ungebräuchlicher Freudeausruf in der französischen Sprache. C’est la guillotine
Pour punir la trahison La haute rapine Ces amateurs de blasons Ces gens qu’on devine Voilà pour qui l’on a fait Ce dont on connaît l’effet C’est la guillotine, ô gué C’est la guillotine
A force de comploter La horde mutine A gagné sans y penser Migraine maline Pour guérir ces messieurs-là Un jour on les mènera A la guillotine, ô gué A la guillotine
De la France on a chassé La noble vermine On a tout rasé, cassé Et mis en ruine Mais de noble on a gardé De mourir le cou tranché Par la guillotine, ô gué Par la guillotine
Messieurs les nobles mutins Dont chacun s’échine Soufflant par des efforts vains La guerre intestine Si nous vous prenons vraiment Vous mourrez très noblement A la guillotine, ô gué A la guillotine
Le dix nous a procuré Besogne de reste Les traîtres ont abondé C’est pis qu’une peste Comme on n’en veut pas manquer On punit sans déplanter La machine reste, ô gué La machine reste Deutsche Übersetzung: Der Abgeordnete GuillotinGemeint ist Joseph-Ignace Guillotin. In der Medizin Sehr kundig und sehr klug Fertigte eine Maschine Um den Körper Frankreichs zu reinigen Von allen Leuten hinter Plänen Das ist die Guillotine, hurra Das ist die Guillotine
Um den Verrat zu bestrafen Den großen Diebstahl Diese Wappennarren Diese Leute, man erratet welche Für diese haben wir sie gemacht Sie, deren Wirkung wir kennen Das ist die Guillotine, hurra Das ist die Guillotine
Durch das Anzetteln Der meuterischen Horde Holte man sich ohne daran zu denken Furchtbare Kopfschmerzen Um diese Herren zu heilen Werden wir sie eines Tages führen Zu der Guillotine, hurra Zu der Guillotine
Von Frankreich aus haben wir gejagt Das noble Gesindel Haben alle wegrasiert, zerschlagen Und alle ruiniert Aber die Noblen sind vorbereitet Mit durchtrenntem Hals zu sterben Durch die Guillotine, hurra Durch die Guillotine
Die Herren, die noblen Meuterer Jene die sich abschinden Leiden unter vergeblichen Bemühungen Dem inneren Krieg Wenn wir euch ernst nehmen Werdet ihr sehr nobel sterben Auf der Guillotine, hurra Auf der Guillotine
Der Zehnte bescherte unsMit dem „Zehnten“ ist der 10. Brumaire II im republikanischen Kalender gemeint, welcher im gregorianischen Kalender dem 31. Oktober 1793 entspricht. An diesem Tag wurden in Paris über ein Dutzend vom Revolutionstribunal zum Tode verurteilte Girondisten hingerichtet. Weitere Arbeit Verräter gibt es reichlich Es ist schlimmer als eine Pest Wir wollen es nicht verfehlen Ohne Ausnahmen zu bestrafen Die Maschine bleibt, hurra Die Maschine bleibt
Anmerkungen
Melodie rahmenlos|hochkant=3.5|La guillotine permanente|klasse=skin-invert-imagezentriert
Trivia La guillotine permanente ist im 2014 erschienenen Videospiel Assassin’s Creed Unity zu hören, dessen Handlung in der Französischen Revolution angesiedelt ist.
Aufnahmen Catherine Ribeiro: 1989… Déjà! (1988) Jean-Louis Caillat: Chansons de la Révolution (1989) Marc Ogeret: Chante La Révolution (1989)
Einzelnachweise Objekt YE-35763 in der französischen Nationalbibliothek (Bibliothèque nationale de France).
Kategorie:Musik (Frankreich) Kategorie:Lied (18. Jahrhundert) Kategorie:Revolutionslied Kategorie:Kultur (Französische Revolution) Kategorie:Tod in der Kunst Kategorie:Todesstrafe Kategorie:Tod (Frankreich)