mini|William Augustus Brevoort Coolidge mini|Christian und Ulrich Almer, M. Brevoort, deren Neffe W. A. B. Coolidge und die Hündin Tschingel William Augustus Brevoort Coolidge (* 28. August 1850 in New York; † 8. Mai 1926 in Grindelwald, Schweiz) war britischer Staatsbürger, anglikanischer Theologe, Historiker und leidenschaftlicher Bergsteiger. Mit seiner systematischen Erforschung der Schweizer Alpen, bei der er Pionierarbeit leistete, machte er die Schweizer Bergwelt im englischen Sprachraum sowohl wissenschaftlich als auch touristisch bekannt.

Biografie Der in Vereinigten Staaten geborene William Augustus Brevoort Coolidge war der Sohn des in Boston tätigen Kaufmanns Frederic William Skinner und der Elisabeth Neville geborene Brevoort. Er besuchte Schulen in den Vereinigten Staaten und Großbritanniens, bevor er am Exeter College in Oxford seinen Abschluss in Geschichte und Rechtswissenschaften machte. 1875 war er Fellow am Magdalen College und von 1880 bis 1881 Professor für englische Geschichte am Saint David’s College in Lampeter. 1883 wurde er zum Pfarrer der anglikanischen Kirche ordiniert.

Coolidge führte in den letzten vier Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts in den schweizerischen, französischen und italienischen Westalpen zahlreiche Bergfahrten durch, bei denen er sich oft der Führung Christian Almers anvertraute. So führte er zusammen mit seiner Tante Margaret Claudia (»Meta«) Brevoort, dank der er als Jugendlicher zum Bergsteigen gekommen war, sowie mit Christian und dessen Sohn Ulrich Almer im Januar 1874 die erste Winterbesteigung der Jungfrau im Berner Oberland durch. Coolidges Hund Tschingel nahm ebenfalls an dieser Winterbegehung teil. Christian Almer hatte dem jungen Coolidge die Hündin nach einem Misserfolg am Eiger als Trost geschenkt. Der Mischling aus dem Lötschental unternahm in der Folge mit seinem Herrchen und dessen Tante in seinem Hundeleben Hunderte von Wanderungen, 30 große Touren, darunter elf Erstbesteigungen und war damals als einziges weibliches Wesen Ehrenmitglied im Alpine Club. Da Coolidge in den Bergen oft mit Hund und Tante unterwegs war, wurde er in seinen jungen Jahren bekannt als „the young American who climbs with his aunt and his dog“.

1885 ließ sich W. A. B. Coolidge in Grindelwald nieder und widmete sich einer reichhaltigen publizistischen Tätigkeit, die ihm viele Ehrungen einbrachte. 1908 erhielt er einen Ehrendoktortitel der Universität Bern. Coolidge war Redakteur des Alpine Journal.

Nach W. A. B. Coolidge sind der hohe Pic Coolidge und das Couloir Coolidge (die Südwest-Eisrinne) am hohen Mont Pelvoux in den Dauphiné-Alpen benannt.

Besteigungen (Auswahl) 1867 Piz Badile () Bergell mit F. und H. Dévouassoud, Erstbesteigung 1867 Piz Mitgel () Albula-Alpen mit F. und H. Dévouassoud, Erstbesteigung 1870 L’Ailefroide () Dauphiné-Alpen mit Christian Almer, Ulrich Almer und Christian Gertsch, Erstbesteigung 1874 Jungfrau () Berner Alpen,mit Margaret Claudia Brevoort, Christian und Ulrich Almer erste Winterbesteigung 1876 Les Droites Westgipfel () Mont-Blanc-Gruppe mit Christian und Ulrich Almer, Erstbesteigung 1877 Pic Coolidge () Dauphiné-Alpen mit Christian und Ulrich Almer, Erstbesteigung 1879 Monte Argentera () Seealpen mit Christian und Ulrich Almer, Erstbesteigung 1888 Pizzo Rotondo () Gotthardmassiv mit Christian Almer, Erstbesteigung

Literatur Ronald W. Clark: An Eccentric in The Alps. The story of WAB Coolidge, the great Victorian Mountaineer. Museum Press, London 1959 Ronald Clark: The Victorian Mountaineers. B. T. Batsford Ltd., London 1953

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Bergsteiger (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Ehrendoktor der Universität Bern Kategorie:US-amerikanischer Emigrant in der Schweiz Kategorie:Brite Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1850 Kategorie:Gestorben 1926 Kategorie:Mann Kategorie:Jungfrau (Berg)