mini|hochkant=1|Der Wildermuthweg mit Zugang zum Kinderspielplatz Der Wildermuthweg in der Südstadt von Hannover wurde im 19. Jahrhundert als Emilienstraße angelegt und führt von der Hildesheimer Straße zur Bandelstraße. Zwischen den Neubauten des Anfang der 1950er Jahre als vorbildliche Großstadtbebauung errichteten Constructa-BlocksDer Städtetag. Zeitschrift für kommunale Politik und Praxis, Neue Folge Band 11, Hrsg.: Präsidium des Deutschen Städtetages, Stuttgart; Köln: Kohlhammer, 1958, S. 123; Vorschau über Google-Bücher wurde der Verkehrsweg zum autofreien Fuß- und Spazierweg umgestaltet, der städtebaulich einen Teil einer Grünverbindung aus der Südstadt zum Maschsee bildet.Constructa-Block, in Martin Wörner, Ulrich Hägele, Sabine Kirchhof: Architekturführer Hannover. Berlin 2000, Dietrich Reimer Verlag, ISBN 3-496-01210-2, S. 97.
mini|hochkant=1|Gründerzeit-Bebauung der Emilienstraße um 1900; Ausschnitt der Ansichtskarte Nr. 1193 von F. Astolz jun. Emilienstraße Die Emilienstraße wurde im Jahr 1885 angelegtHelmut Zimmermann: Wildermuthweg, in ders.: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 266Helmut Zimmermann: Verschwundene Straßennamen in Hannover. In: Hannoversche Geschichtsblätter N.F. Bd. 48 (1994), S. 355–378, hier S. 362; Amtliches Straßenschild mit erläuternder Legendentafel und erhielt ihren Namen „auf Antrag des Architekten Klug nach dessen Tochter Emilie“ (geboren am 9. März 1866 in Hannover, gestorben nach 1943), die wenig später am 28. April 1888 den Architekten Hermann Schaedtler heiratete.Cordula Steffen-Hammes: Die Schlossbauten des Architekten Hermann Schaedtler von 1888-1927. Eine traditionelle Bauaufgabe in ihrer Spätphase. (= Dissertation, vorgelegt der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn) Bonn 1996, S. 25;
mini|rechts|Blätter für Architektur und Kunsthandwerk: Emilienstraße 10 von Karl Ross, 1898; Foto von Georg Alpers Die Straße war geprägt durch repräsentative Wohngebäude der Gründerzeit, wie etwa die Blätter für Architektur und Kunsthandwerk noch vor der Wende zum 20. Jahrhundert beispielhaft an dem 1898 nach Plänen des Architekten Karl Ross errichteten Gebäudes Emilienstraße 10 illustrierten.Tafel 62 des 12. Jahrgangs der Zeitschrift aus dem Bestand des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin
Die Emilienstraße war zeitweilig Wohnsitz verschiedener Persönlichkeiten und bekannter Künstler: So wohnte der Maler Carl Wiederhold ab 1901 mindestens eineinhalb Jahrzehnte gemeinsam mit seinem Freund, dem Kunst- und Kirchenmaler Friedrich Koch, unter der Adresse „Emilienstraße 2 II“.Manfred Koenig: Der Maler Carl Wiederhold. Anmerkungen zur Biographie und zum Werk. in: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge Bd. 59, Hannover 2005, S. 63–82, hier: S. 65. Der Kunst- und Kirchenmaler sowie Restaurator Martin Gotta der Ältere hatte mit seiner Familie seinen Sitz ab 1913 langjährig im Haus Emilienstraße 4.Stefanie Lindemeier: Die ausführenden Kunst- und Kirchenmaler, sowie Kurzbiographien Gotta, Hans Karl Martin sowie Gotta, Martin. In dies.: Studien zur Restaurierungsgeschichte mittelalterlicher Gewölbe – und Wandmalereien im Gebiet des heutigen Niedersachsen : Darstellung von historischen Methoden, Technikem und Materialien. Dissertation 2009 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Band 2 (Textband), S. 53 ff. 309, v. a. S. 310; Digitalisat der Hochschule für Bildende Künste Dresden
Zur Zeit der Weimarer Republik war der Bildhauer Peter Schumacher laut dem Adressbuch von 1927/28 Eigentümer des Gebäudes Emilienstraße 10; einer seiner dortigen Mieter war die Helwingsche Verlagsbuchhandlung.Emilienstraße, in: Adreßbuch der Stadt Hannover, Abteilung II: Straßen und Häuser von Hannover. Verzeichniß sämtlicher Häuser mit nach Nummern geordneten Grundstücken, deren Eigenthümern bzw. Verwaltern und Bewohnern, S. 59; Digitalisat der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek über die Deutsche Forschungsgemeinschaft
Durch die Luftangriffe auf Hannover während des Zweiten Weltkrieges wurde die Emilienstraße und ihre Umgebung nahezu vollständig zerstört. mini|Straßenschild mit Legendentafel: „1885 angelegt u. Emilienstr. benannt. 1952 umbenannt […]“
Wildermuthweg In der frühen Nachkriegszeit wurde 1952 die Emilienstraße in Wildermuthweg „umbenannt nach dem Wiederaufbauminister (Eberhard) Wildermuth (1890–1952).“ Über das kriegszerstörte Gebiet war der Wildermuthweg als Spazierweg konzipiert durch den etwa zeitgleich erbauten Constructa-Block, der während der Ausstellung Constructa dem Publikum beispielhaft eine vorbildliche Großstadtbebauung vorstellen sollte.Friedrich Lindau: Planen und Bauen der Fünfziger Jahre in Hannover. Schlüter, Hannover 1998, ISBN 978-3-87706-530-3, S. 140; .
Der Architekt Friedrich Lindau skizzierte in Planen und Bauen der Fünfziger Jahre in Hannover die Bebauung der ehemaligen Emilienstraße durch den späteren Wildermuthweg. Dieser erschließe die baumbestandenen Zuwege zu den Gebäuden des nach einem Architektenwettbewerb prämierten Constructa-Blocks, der nach den Vorstellungen der damaligen Stadtplaner „ein modellartiges Beispiel […] für das Ideal einer ‚gegliederten und aufgelockerten Stadt‘“ darstelle. Die Grundidee der wenig später in einer Arbeitsgemeinschaft tätigen Preisträger war ein „autofreies Gebiet mit Zeilenbauten“, das von einer Grünzone mit Gartenwegen durchzogen vom Stephansplatz bis zum Maschsee reichen sollte. In den Gärten der Reihenhäuser könnten die Bewohner Rosen züchten – „400 Meter von der City entfernt auf wertvollen innerstädtischen Grundstücken.“ Tatsächlich umsetzen ließ sich der Plan letztlich nur im „Wettbewerbsgebiet“ zwischen der Schlägerstraße und der Hildesheimer Straße beiderseits entlang des Wildermuthwegs; die ursprünglich geplanten Anschlüsse zum Stephansplatz und zum Maschsee kamen nicht zustande.Helmut Knocke, Hugo Thielen: Hildesheimer Straße 61–77 / Constructa-Block, in Dirk Böttcher, Klaus Mlynek (Hrsg.): Hannover. Kunst- und Kultur-Lexikon. Neuausgabe, 4., aktualisierte und erweiterte Auflage, zu Klampen, Springe 2007, ISBN 978-3-934920-53-8, S. 147 f., hier: S. 148.
Weblinks
Dmitry Bo: Hannover-Südstadt, Blick von der Emilienstraße auf das Haus Bandelstr. 3, Foto nach dem 09.10.1943., Foto (pin) auf der Seite pinterest.de
Einzelnachweise
Kategorie:Straße in Hannover Kategorie:Südstadt (Hannover) Kategorie:Erbaut in den 1880er Jahren Kategorie:Zerstört in den 1940er Jahren Kategorie:Erbaut in den 1950er Jahren Kategorie:Zerstört im Zweiten Weltkrieg