Die Lauchert ist ein linker Nebenfluss der Donau in Baden-Württemberg.

Name In den ersten schriftlichen Nennungen des 13. Jh. heißt der Fluss Locha. Der Name stammt vom althochdeutschen Lōh-aha und bedeutet 'Waldbach' (vgl. Loh und -aha).

Geographie mini|links|hochkant|Quelle östlich von Melchingen mini|links|hochkant|Der Willmandinger Quellbach (von oben) und der permanente Quellbach (von rechts) vereinigen sich am südlichen Melchinger Dorfrand. mini|links|hochkant|Orografisches Einzugsgebiet der Lauchert. Keine Oberflächenabflüsse in den schraffierten Gebieten.

Lauchertquelle Die Lauchert entspringt mehreren Quellen bei Willmandingen im Landkreis Reutlingen und um Melchingen im Zollernalbkreis. Nur eine offiziell als Lauchertquelle bezeichnete Karstquelle, östlich von Melchingen, schüttet das ganze Jahr. Der längere und zeitweise wasserreichere Willmandinger Quellbach versiegt im Sommer.

Verlauf Die Lauchert verläuft überwiegend in südlicher bis südöstlicher Richtung bis nahe der Stadt Sigmaringen, ab der sie zuletzt eine weite Schlinge nach Nordosten auf Bingen zu schlägt, um dann unterhalb von Sigmaringen in Sigmaringendorf von links und Nordnordosten in die Donau zu münden. Sie ist etwas über 60 km lang, hat einige große Zuflüsse und am Unterlauf etliche zulaufende Auengräben auf ihrem dort breiten Talgrund. Wegen des verkarsteten Untergrunds der Alb laufen ihrem Tal außer Zuflüssen auch etliche Trockentäler zu.

Zuflüsse Liste der Zuflüsse und klasse=noviewer|10px Seen von der Quelle des Willmandinger Oberlaufastes bis zur Mündung. Gewässerlänge, Seefläche, Einzugsgebiet und Höhe nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt. Auswahl, ohne Mühl- und Triebwerkskanäle.

Ursprung des Willmandinger Oberlaufastes der Lauchert auf etwa am Südostrand von Sonnenbühl-Willmandingen.

(Graben von der Brunnhalde), von rechts und Norden auf etwa am Ortsende von Willmandingen, 1,0 km und ca. 1,1 km². (Salmendinger Quellast), von rechts und Südwesten auf etwa , ca. 1,6 km und ca. 1,7 km². Sehr unbeständig. (Abfluss der Melchinger Lauchertquelle), von links und Nordosten auf etwa am Südende von Melchingen, 1,4 km und ca. 1,4 km². Woog, von rechts und insgesamt Westen auf etwa zwischen Melchingen und dem Haldenhof, 6,2 km und 21,8 km². Am Unterlauf liegt der Quellteich der Woogquelle. (Graben aus dem Hirschental), von links und Norden auf etwa nahe am Haldenhof, ca. 1,0 km und ca. 1,1 km². klasse=noviewer|10px Durchfließt etwa den Lauchertsee kurz vor der folgenden, 2,0 ha. Erpf, von links und Nordosten auf kurz vor Stetten unter Holstein, 3,0 km und 32,0 km². Seckach, von links und Nordosten auf etwas südwestlich von Mägerkingen, 6,6 km und 51,5 km². Fehla, von rechts und Nordwesten auf nach Hettingen, 18,0 km und 72,3 km². (Abfluss der Gallusquelle), von rechts und Nordosten auf etwa in Hermentingen, ca. 0,1 km und unter 0,1 km². (Bach aus der Büttnau), von rechts und Nordwesten auf zwischen Veringenstadt und Veringendorf, 7,8 km und 56,3 km². Quellgraben, von links und Nordwesten auf etwa am Ortseingang von Jungnau, 0,8 km und 1,2 km². Auengraben. Leinertgraben, von rechts und Nordnordwesten auf etwa nach Jungnau, 1,0 km und 0,3 km². Auengraben. Riedgraben, von rechts und Nordosten auf etwa ungefähr unter der Ruine Hertenstein, 2,5 km und 13,3 km². Auengraben. Bahndammgraben, von links und Nordwesten zwischen dem Sporn der Ruine Hertenstein und dem Nägelesfelsen, 0,5 km und unter 0,2 km². Auengraben. Unterbrühlgraben, von links und Nordwesten gegenüber dem Nägelesfelsen, 0,5 km und ca. 0,5 km². Auenrandgraben. Bullesriedgraben, von links und Westen, 0,8 km und ca. 0,3 km². Auenrandgraben. Weitenriedgraben, von rechts und Westsüdwesten, 1,3 km und 1,1 km². Auenrandgraben. Buttenriedgraben, von links und Norden, 0,6 km und unter 0,4 km². Mühlhaldengraben, von rechts und Westsüdwesten kurz vor der Bittelschießer Kapelle gegenüber am Beginn des Bittelschießer Täles, 0,5 km und ca. 0,3 km². Bittelschießer Waldgraben, von links im Bittelschießer Täle, 0,1 km und unter 0,1 km. Kurzer Teilungslauf gegen Ende des Bittelschießer Täles mit Hangzufluss. Bargengraben, von links und Westnordwesten zwischen Hornstein und Bingen, 0,4 km und 0,9 km². Oberseegraben, von links und Westnordwesten zwischen Bingen und Hitzkofen, 0,6 km und 6,7 km². Fischbach, von links und Nordosten auf etwa in Hitzkofen, 1,8 km und 34,0 km².

Mündung der Lauchert von links und zuletzt Nordnordosten auf in Sigmaringendorf in die Donau. Die Lauchert ist 60,3 km lang und hat ein 455,5 km² großes Einzugsgebiet.

Orte mini|hochkant|Mündung der Lauchert in den Lauchertsee südlich von Mägerkingen mini|Nördlich von Gammertingen mini|Wasserfall Gieß der Lauchert in Veringendorf mini|Wasserfall Gieß der Lauchert in Veringendorf bei Hochwasser mini|Laucherttal nördlich Sigmaringen vom Nägelesfelsen aus mini|Mündung der Lauchert (Mitte) in die Donau (von links) in Sigmaringendorf Orte am Lauf mit ihren Zugehörigkeiten. Nur die Namen tiefster Schachtelungsstufe bezeichnen Siedlungsanrainer.

Landkreis Reutlingen Gemeinde Sonnenbühl Willmandingen (Dorf) Zollernalbkreis Stadt Burladingen Melchingen (Dorf, links) Haldenhof (Siedlungsplatz von Melchingen, in etwas Abstand links) Stetten unter Holstein (Dorf) Walzmühle (Haus, links) Hörschwag (Dorf) Landkreis Reutlingen Stadt Trochtelfingen Lauchertmühle (Häuser, links) Hausen an der Lauchert (Dorf) Mägerkingen (Dorf, in etwas Abstand in linkem Nebental) Landkreis Sigmaringen Stadt Gammertingen Mariaberg (ehemaliges Kloster, am rechten Oberhang) Bronnen (Dorf, rechts) Gammertingen (Stadt) Stadt Hettingen Hettingen (Stadt) Stadt Veringenstadt Hermentingen (Dorf) Veringenstadt (Stadt, überwiegend rechts) Veringendorf (Dorf, überwiegend links) Stadt Sigmaringen Jungnau (Dorf, überwiegend rechts) Gemeinde Bingen Hornstein (Dorf. in Abstand auf linker Randhöhe) Bingen (Dorf, überwiegend links) Hitzkofen (Dorf) Gemeinde Sigmaringendorf Laucherthal (Ort) Sigmaringendorf (Dorf)

Schutzgebiete Fast auf ihre gesamte Länge fließt die Lauchert durch Schutzgebiete. Das seinerzeitige Regierungspräsidium Südwürttemberg-Hohenzollern in Tübingen hat mit Verordnung vom 13. September 1955 drei Landschaftsschutzgebiete gebildet. Alle drei Gebiete tragen die Bezeichnung Laucherttal mit Nebentälern: Im damaligen Landkreis Hechingen (heute zum Zollernalbkreis) wurde mit der Nr. 4.17.044 zwischen Melchingen und Hörschwag eine Fläche von 345,0 Hektar unter Landschaftsschutz gestellt. Im Landkreis Reutlingen entstand im Gebiet der Stadt Trochtelfingen mit der Nr. 4.15.002 ein 213,0 Hektar großes Schutzgebiet. In ihrem Unterlauf im Landkreis Sigmaringen durchquert die Lauchert zwischen Gammertingen und Sigmaringendorf ein 1199,1 Hektar großes Landschaftsschutzgebiet, das die Nummer 4.37.001 trägt.

Zwischen Stetten und Hörschwag tangiert die Lauchert außerdem das Naturschutzgebiet Bei der Mühle (Schutzgebietsnummer 4087, Größe 7,01 Hektar), das am 23. Februar 1981 unter Schutz gestellt wurde.

Eine große Zahl von Geotopen säumt den Lauf der Lauchert, mit für die Alb typischen Felsspornen, Einzelfelsen, Höhlen, Karstquellen, Bröllern und dem kurzen cañonartigen Bittelschießer Täle. Der Wasserfall in Veringendorf ist als Naturdenkmal eingetragen. Der Karstwasserleiter wird stark für die Trinkwasserversorgung genutzt, weswegen der überwiegende Teil des Einzugsgebietes in Wasserschutzgebieten liegt.

Flussgeschichte

Sonstiges Bei Mägerkingen wird der in den 1970er-Jahren künstlich angelegte Lauchertsee durchflossen.

Die an der Lauchert gelegene Walzmühle bei Hörschwag wurde durch den am 25. Dezember 1999 in der ARD erstmals ausgestrahlten, 75-minütigen Dokumentarfilm von Rudolf Werner. namens „Der Herrgott weiß, was mit uns geschieht - Die Schwestern von der Albmühle“ als „Albmühle“ bundesweit bekannt., EKD.

Besonders hervorzuheben sind die Gallusquelle, die Altstadt von Veringenstadt sowie die Ereignisse aus dem klimatisch unruhigen Quartär, als die Alpen mehrfach vergletscherten. Insbesondere in den letzten rund eine Million Jahren war die Lauchert durch gravierende Veränderungen an der oberen Donau davon mehrfach betroffen. Eines der Ergebnisse dieser Veränderungen ist das Bittelschießer Täle mit der Bittelschießer Höhle und der Ruine Bittelschieß.

Der Name soll von den um 400 v. Chr. in der Gegend sesshaften Kelten stammen (Lochert, Luchat, später Luachert).

Das Hochwasser in Mitteleuropa 2013 Ende Mai und Anfang Juni traf nach tagelangen Starkregenfällen auch die Lauchert. Unter anderem standen große Teile von Stetten unter Holstein, Hausen an der Lauchert, Veringenstadt und Jungnau unter Wasser.

Einzelnachweise LUBW Amtliche Online-Gewässerkarte mit passendem Ausschnitt und den hier benutzten Layern: Lauf und Einzugsgebiet der Lauchert Allgemeiner Einstieg ohne Voreinstellungen und Layer: Höhe: Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte. Höhe nach grauer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte. Länge: Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN). Länge abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte. EZG: Einzugsgebiet nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN). Einzugsgebiet nach dem Layer Aggregierte Gebiete 03. Einzugsgebiet abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte. Seefläche: Seefläche nach dem Layer Stehende Gewässer. Sonstige: Schutzgebiete nach den einschlägigen Layern.

Andere Belege

Literatur Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 7520 Mössingen, Nr. 7521, Reutlingen, Nr. 7620 Jungingen, Nr. 7621 Trochtelfingen, Nr. 7720 Albstadt, Nr. 7721 Gammertingen, Nr. 7820 Winterlingen, Nr. 7821 Veringenstadt und Nr. 7921 Sigmaringen

Weblinks

Karte von Lauf und Einzugsgebiet der Lauchert auf: Karte von Lauf und Einzugsgebiet der Lauchert auf: Meßtischblätter in der Deutschen Fotothek 7520 Mössingen von 1911 7521 Reutlingen von 1908 7620 Talheim/Jungingen von 1910 7621 Trochtelfingen/Undingen von 191 7720 Ebingen/Burladingen von 1910 7721 Gammertingen (Preuß.) Mägerkingen (Württ.) von 1910 7820 Stetten am kalten Markt von 1883 7821 Veringenstadt (Preuß.) Emerfeld (Württ.) von 1910 7921 Göggingen von 1883 – Landkreis Reutlingen – Landkreis Sigmaringen – Zollernalbkreis

Kategorie:Fließgewässer im Landkreis Reutlingen Kategorie:Fließgewässer im Zollernalbkreis Kategorie:Fließgewässer im Landkreis Sigmaringen Kategorie:Landschaftsschutzgebiet im Landkreis Reutlingen Kategorie:Landschaftsschutzgebiet im Zollernalbkreis Kategorie:Landschaftsschutzgebiet im Landkreis Sigmaringen Kategorie:Fluss der Schwäbischen Alb

Kategorie:Geographie (Sonnenbühl) Kategorie:Gewässer in Burladingen Kategorie:Geographie (Trochtelfingen) Kategorie:Geographie (Gammertingen) Kategorie:Geographie (Hettingen) Kategorie:Geographie (Veringenstadt) Kategorie:Geographie (Sigmaringen) Kategorie:Geographie (Bingen, Landkreis Sigmaringen) Kategorie:Geographie (Sigmaringendorf) Kategorie:Schutzgebietsgründung 1955