thumb|St. Martin in Glaning thumb|Der Hof Steifler in Oberglaning, ein spätmittelalterlicher Wohnturm mit regelmäßig geschichtetem Sichtmauerwerk Glaning (italienisch Cologna) ist eine Streusiedlung der Gemeinde Jenesien bei Bozen in Südtirol.
Der Weiler befindet sich an der Südwestabdachung des Tschögglbergs, eines sich zwischen dem Etschtal und dem Sarntal erhebenden Bergrückens der Sarntaler Alpen, und schließt den Guntschnaberg ab. Er besteht aus Oberglaning und Unterglaning und nimmt Höhenlagen zwischen und ein. Die höchste Erhebung ist der Alten (Altenberg) mit .
Die Siedlung besteht aus verstreuten Höfen und Häusern. Ihren Mittelpunkt markiert die spätgotische St.-Martins-Kirche beim Messnerhof, eine Expositur der Benediktiner der Abtei Muri-Gries, deren Bau bereits 1334 bezeugt ist.Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler Südtirols. Teil 1: Ritten, Sarntal, Tschöggelberg. Wien-Augsburg 1929, S. 74. (online) Ihr ist der von Bozen aus ins Auge springende Wernerbichl vorgelagert.
Die alten, seit dem 13. und 14. Jahrhundert urkundlich bezeugten Formen des Toponyms sind Glænie, Glanie, Glänie de sancto Jenesio, Gleni, Glänie und Glany. Auch ist in Bozen seit dem frühen 14. Jahrhundert der Herkunftsname Glaninger (Glaenyer, Glænier, Glanier) bezeugt. Im Atlas Tyrolensis von 1774 wird die Örtlichkeit als Glanig bezeichnet. mini|left|„Glanig“ auf dem Atlas Tyrolensis von 1774
Zu den ältesten Hofstellen Glanings gehören in Oberglaning Steifler (mit einem Wohnturm des 14. Jahrhunderts)Martin Bitschnau: Bauernhäuser des Mittelalters in Tirol und Vorarlberg. In: Benno Furrer (Hrsg.): Kulturaustausch im ländlichen Hausbau: Inneralpin und transalpin (= Beiträge zur historischen Hausforschung in den Alpen. Band 1). Petersberg 2003, S. 77–92, Bezug S. 89 (mit Aufmessung)., Plattner, Kreuzer, Kerschbaumer, Malgarer und Mair zu Rumsein (bereits 1288 im Urbar Graf Meinhards II. als maierhof ze Rumsin genanntOswald Zingerle (Bearb): Meinhards II. Urbare der Grafschaft Tirol (= Fontes rerum Austriacarum. 2. Abt., Band 45/1). Wien: Tempsky 1890, XXIV, 15.), in Unterglaning Egger, Messner, Möckl, Noner (Parlegg), Noafer (mit moderner Kapelle), Weingartner und Werner.Josef Tarneller: Die Hofnamen im Burggrafenamt und in den angrenzenden Gemeinden: Meraner Gegend, Schnals, Passeier, Tschögglberg, Sarntal, Gericht Neuhaus, Gericht Maienburg, Deutschgegend auf dem Nons, Ulten und Martell (= Archiv für österreichische Geschichte. Band 100). Wien: Hölder 1909, S. 364–369. Bei Unterglaning liegt die im Etschtal weithin sichtbare Ruine der Burg Greifenstein; bei Oberglaning befindet sich die Ruine der Helfenburg, die aber bereits zum Gemeindegebiet von Terlan gehört.
Glaning ist erreichbar über eine von der von Bozen nach Jenesien führenden Landesstraße auf halber Höhe abzweigenden Nebenstraße. In alter Zeit führte ein heute noch bestehender Saumpfad von Gries-Quirein, ausgehend vom Ansitz Berndorf, über den Guntschnaberg nach Glaning. Der Weg wird seit 1866 von 14 (heute nur noch im oberen Abschnitt erhaltenen) Stationenbildern gesäumt, die im Geiste des Kulturkampfs des späten 19. Jahrhunderts mit bischöflicher Genehmigung als Wallfahrt von Gries nach Glaning konzipiert wurden.Leopold Irschara: Wallfahrts-Büchlein von Glaning bei Bozen in Tirol, enthaltend Berichte und Gebete. Mit Genehmigung des Fürstbischöflichen Ordinariates in Trient. Verlag des Herausgebers 1876.
Literatur Karl Atz, Adelgott Schatz: Der deutsche Anteil des Bistums Trient. Topographisch-historisch-statistisch und archäologisch beschrieben. Band 1: Das Decanat Bozen. Bozen: Ferrari-Auer 1903, S. 267ff. (Digitalisat online bei Teßmann)
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