Die Schlacht um Wakde-Sarmi, auch Schlacht am Lone Tree Hill genannt, war ein alliiertes Landungsunternehmen am Küstenstreifen nahe der Maffin Bay und Sarmi zur Einnahme der vorgelagerten Insel Wakde und zur Sicherung des Küstenstreifens zwischen Arare und Sarmi in Niederländisch-Neuguinea während des Pazifikkrieges im Zweiten Weltkrieg.
Vorgeschichte Vom Kap D’Urville beträgt die Entfernung westwärts über die Bucht nach Manokwari auf der Vogelkop-Halbinsel etwa 400 Kilometer. Gegenüber dem nördlichen Eingang zur Geelvink Bay liegen viele kleine Inseln und Inselchen. Zur Schouten-Gruppe gehören Biak, Supiori, Owi und Mios Woendi; Yapen, Mios Noem und Noemfoor liegen südlich und westlich der Schoutens. Viele der Inseln sind groß genug um Flugplätzen Platz zu bieten, von denen einige von den Japanern errichtet worden waren. Die Alliierten konzentrierten sich auf Biak. Das Gelände am südöstlichen Ufer dieser Insel eignet sich gut für Flugplätze, und die Japaner hatten dort Ende 1943 mit dem Bau von Flugplätzen begonnen.
Biak liegt etwa 525 Kilometer nordwestlich von Hollandia. Auf dem Festland von Neuguinea liegt etwa 290 Kilometer südöstlich von Biak und 230 Kilometer nordwestlich von Hollandia die Stadt Sarmi. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Sarmi Sitz der lokalen niederländischen Ostindien-Regierung und ein kleines Handelszentrum. In den letzten Monaten des Jahres 1943 begannen die Japaner die Sarmi-Region zu okkupieren, um Versorgungs-, Truppen- und Luftwaffenstützpunkte zu errichten, da die Region eine wichtige Verteidigungsanlage auf Japans strategischer Hauptverteidigungslinie während des Rückzugs sein sollte. Etwa 10 Kilometer östlich von Sarmi bauten die Japaner das Sawar-Flugfeld, das bis zum 1. April 1944 betriebsbereit war. 6,5 Kilometer weiter östlich, an der Küste der Maffin Bay, begannen die Japaner Anfang 1944 eilig mit dem Bau einer weiteren Landebahn. Rund 32 Kilometer östlich von Sarmi und etwa 3 Kilometer vor der Küste liegen die Wakde-Inseln, Insumar und Insumanai.
Wakde wurde Im April 1942 von den Japanern während ihrer Besetzung von Niederländisch-Neuguinea eingenommen. Der auf Wakde gebaute Flugplatz wurde während amerikanischer Aufklärungsflüge im Februar 1943 entdeckt. Dieser war bis zum folgenden September mit einer Funkstation und Quartieren für etwa 1.000 Mann ausgestattet worden. Dazu kamen Verteidigungshöhlen und Unterstände, 20mm-Flugabwehrkanonen sowie Maschinengewehre. Auch zwei Panzer vom Typ 95 Ha-Gō der Panzereinheit der 36. Division der japanischen Armee wurden auf Wakde stationiert.
Die japanische Situation Als die Japaner Ende 1943 und Anfang 1944 ihre strategische Hauptwiderstandslinie nach Westen gegen Wakde-Sarmi zurückgezogen hatten, war die 2. Armee von Generalleutnant Teshima Fusatarō angewiesen worden, dieses Gebiet um jeden Preis zu halten und zu diesem Zweck die 36. Division einzusetzen, abzüglich der 222. Infanterie auf Biak. Doch nach dem Verlust von Hollandia im April war Wakde-Sarmi zu einem wichtigen Gebiet geworden, ohne Schutz von Osten, Norden oder Süden. Die nächste Basis nach Westen war die etwa 320 km entfernte Insel Biak, die nur teilweise erschlossen war. Da das Gebiet um Wakde-Sarmi nicht mehr verteidigt werden konnte, teilte das kaiserliche Hauptquartier am 2. Mai der 2. Armee mit, dass die strategische Hauptwiderstandslinie im Gebiet Neuguineas auf die Linie Biak-Manokwari zurückgezogen werden sollte.
Nach der Katastrophe des Take-Ichi-Konvois empfahl Generalleutnant Korechika Anami, Kommandeur der 2. Regionalarmee, eine Reihe von Umstrukturierungen für West-Neuguinea. Er schlug vor, die 219. Infanterie von Palau nach Biak zu bringen und ein weiteres Regiment der 35. Division von Halmahera, wo ihre Überreste nach der Katastrophe schließlich gelandet waren, nach Neuguinea zu entsenden. General Anami hatte auch Pläne, ein Regiment der 32. Division nach Biak zu schicken, um die 222. Infanterie zu verstärken oder zumindest die Division auf die Vogelkop-Halbinsel zu verlegen. Er schlug ebenso vor, die 2. Amphibische Brigade, eine kürzlich organisierte Einheit, die für den Transport von Kleinbooten und die Amphibienkriegsführung ausgebildet wurde, von den Philippinen nach Manokwari oder Biak zu verlegen. Allerdings war dem kaiserlichen Hauptquartier bewusst, dass diese Pläne mangels verfügbarer Schiffe nicht durchführbar waren. Daher genehmigte es nur die Konzentration der 35. Division in Sorong, die bis Ende Mai abgeschlossen war. Die 32. Division wurde in Halmahera stationiert und dort neu organisiert. Die neue Linie bedeutete einen strategischen Rückzug von über 965 km aus dem Gebiet Wakde-Sarmi seit März 1944. Biak und Manokwari vor der neuen Linie sollten so lange wie möglich als Außenposten gehalten werden. Die Streitkräfte des Wakde-Sarmi-Gebiets wurden praktisch als Verlust abgeschrieben und angewiesen, so gut sie konnten durchzuhalten.
Die Yuki-Einheit Die gesamte Truppe im Sarmi-Gebiet wurde als Yuki-Einheit bezeichnet. Die Matsuyama-Truppe, befehligt von Oberst Soemon Matsuyama, dem kommandierenden Offizier der 224. Infanterie, befand sich in Armopa, etwa auf halber Strecke zwischen Sarmi und Hollandia, als die Alliierten am 17. Mai auf dem Festland gegenüber Wakde landeten. Fast zeitgleich mit dem Abzug der Matsuyama-Truppe nach Hollandia teilte General Tagami das Gebiet Wakde-Sarmi in drei Verteidigungssektoren auf:
Der rechte Sektor: Die Insel Wakde sowie 21 km Küstenlinie von Tementoe Creek West bis zum Fluss Woske. Verteidigt von 300 Mann unter Oberstleutnant Kato. Der mittlere Sektor: Westlich etwa 7 km bis Sawar Creek mit dem Sawar-Flugfeld. Verteidigt von ungefähr 2.500 Mann unter Oberst Naoyasu Yoshino. Der linke Sektor: Von Sawar Creek rund 10,5 km nach Westen bis zum Tevar Creek. Verteidigt von ungefähr 2.500 Mann unter Generalmajor Shigeru Yamada.
Zusätzlich zu diesen Verteidigungssektoren und der Matsuyama Truppe gab es eine Reihe von unabhängigen Einheiten, die unter der Yuki-Gruppe operierten; Patrouillen an der Küste weit westlich von Sarmi und an Punkten tief im Landesinneren.
Die gesamte japanische Truppenstärke in der Sarmi-Region, einschließlich der vorübergehend abwesenden Matsuyama-Truppe, betrug etwa 11.000 Mann. Von diesen waren etwas mehr als die Hälfte ausgebildete und effektive Kampftruppen. Die genauesten Schätzungen der Alliierten vor dem 17. Mai gingen von insgesamt 6.500 Japanern aus, von denen etwa 4.000 als Kampftruppen galten.
Alliierte Planung Ursprünglich war geplant Wakde schon während der Hollandia-Operation einzunehmen was dann verworfen wurde. Allerdings rückte das Gebiet um Wakde-Sarmi schnell wieder in den Fokus der Alliierten, da die Japaner dort weitere Flugfelder aufbauten, sowie Truppen und Nachschub konzentrierten. Tatsächlich waren die alliierten Luftstreitkräfte der Ansicht, dass eine frühe Eroberung der Region Wakde-Sarmi nach der Einnahme Hollandias eine Voraussetzung für die weitere Bewegung in Richtung der Philippinen war. Als die Joint Chiefs of Staff im März 1944 General MacArthur angewiesen hatten, Luftunterstützung für Operationen im Zentralpazifikraum zu leisten, nahm die Besetzung sowohl des Wakde-Sarmi-Gebiets als auch der Insel Biak in der Strategie an Bedeutung zu.
Noch während der Hollandia-Operation konferierte MacArthur mit seinem Stab um die Vorbereitungen für die Operation der Wakde-Inseln möglichst schnell abzuschließen. Am 29. April teilte er dem Kriegsministerium mit, dass er etwa am 5. Mai Stellungen in der Region Wakde angreifen werde, mit dem vorrangigen Ziel, „mehr Flugplätze für die Stellung der Luftstreitkräfte nach vorne zu bekommen.“ Zudem sollten kleine Marinestützpunkte aufgerieben werden um feindliche Angriffe auf das Hollandia-Gebiet zu verhindern und spätere eigene Angriffe auf die Vogelkop-Halbinsel zu unterstützen.
mini|Die Wakde-Sarmi Operation Es wurde beschlossen, in Sarmi eine Division ohne ein Regimentskampfteam einzusetzen und das Regimentsteam für die Eroberung von Wakde einzusetzen. Das 163. Regimentskampfteam der 41. Division (TORNADO Task Force) wurde angewiesen einen Brückenkopf in der Region Toem-Arare zu sichern, die Insel Wakde zu besetzen und den Ausbau der erforderlichen Basis zu schützen. Wakde war eine zu kleine Insel, um alle erforderlichen Kampf- und Versorgungstruppen ohne ernsthafte Überlastung direkt anlanden zu können. Da sich Toem in unmittelbarer Nähe feindlicher Küstenartillerie befand, die möglicherweise auf Wakde stationiert war, war geplant zuerst in Arara zu landen und von dort aus in Position für die Wakde-Invasion zu gehen.
Planänderungen Die Vorbereitungen für die Wakde-Sarmi Operation näherten sich in der ersten Maiwoche schnell dem Abschluss. Die drei Kampfteams der 41. Division waren in Hollandia und Aitape abgelöst worden und verluden ihre Vorräte. Marineeinheiten sammelten sich in den beiden vorgesehenen Bereitstellungsräumen. Die alliierten Luftstreitkräfte hatten begonnen die Ziele vor dem Angriff zu bombardieren.
Admiral Barbey, verantwortlich für die Koordinierung der Marineplanung, schlug am 4. Mai vor den D-Day auf den 21. Mai zu verschieben und gab zwei Gründe für die Verschiebung an: Höhere Gezeiten am 21. Mai im Wakde-Gebiet als am 15. Mai und Bedingt durch hohe Engpässe bei der Truppen-, Ausrüstungs- und Vorratsverladung im Hollandia-Gebiet sei keine ordnungsgemäße und vollständige Vorbereitung möglich.
General Krueger, der für die Koordinierung aller Planungen für die Wakde-Sarmi-Operation verantwortlich war, berief sofort eine Konferenz von Vertretern der ALAMO-Streitkräfte, der alliierten Luftstreitkräfte und der alliierten Seestreitkräfte ein, um den Vorschlag von Admiral Barbey zu erörtern. Die Konferenzteilnehmer, die am 6. Mai zusammentrafen, beschlossen, dass die Operation frühestens am 16. Mai (einen Tag nach dem bereits festgelegten Datum) beginnen könne, jedoch hätten wichtige strategische Überlegungen dann nicht mehr getroffen werden können. Somit wäre der 21. Mai vorzuziehen. Eine solche Verzögerung würde die Überlastung in Hollandia erheblich verringern und den alliierten Luftstreitkräften Zeit für viele weitere Angriffe gegen das Zielgebiet geben. General Krueger informierte General MacArthur unverzüglich über die auf der Konferenz ausgesprochenen Empfehlungen.
Um die Details dieses überarbeiteten Konzepts zu klären, fand am 9. Mai eine neue Planungskonferenz im Hauptquartier der ALAMO-Streitkräfte statt. Zu den Konferenzteilnehmern gehörten der Stabschef von General MacArthur; die Kommandeure der ALAMO-Streitkräfte, der alliierten Luft- und Seestreitkräfte und Vertreter der Advanced Echelon der Fifth Air Force und der Seventh Amphibious Force. Nach eingehender Diskussion entschieden die Konferenzteilnehmer, dass die vorgeschlagene Wakde-Biak-Operation durchgeführt werden könnte. Die ursprünglich für Wakde-Sarmi geplanten Streitkräfte wurden als ausreichend angesehen. Ein Regimentskampfteam wurde als stark genug für die Wakde-Phase angesehen und es wurde erwartet, dass der Rest der 41. Division die Flugplätze auf Biak besetzen könnte. Abschließend beschloss die Konferenz den D-Day für Wakde auf den 17. Mai und Z-Day für Biak auf den 27. Mai festzulegen.
Zeitgleich sollten zur Ablenkung japanische Schifffahrts- und Hafenanlagen in Surabaya auf Java durch Flugzeuge der Flugzeugträger Saratoga und Illustrious bombardiert werden (→ Operation Transom).mini|Bombardierung von Wakde im Mai 1944 durch B-25 Mitchell.
Verlauf mini|Die HMAS Shropshire bombardiert am 16. Mai das Sawar-Flugfeld