Butzenhof, eine Wüstung im Truppenübungsplatz Hohenfels, war ein Ortsteil der Gemeinde Nainhof-Hohenfels im ehemaligen Landkreis Parsberg.

Geographische Lage Das Dorf lag im oberpfälzischen Jura der Südlichen Frankenalb etwa 3 km südöstlich von Pöllnricht und 1,5 km östlich von Hohenfels auf ca. 448 m über NHN.

Geschichte Die Ansiedelung erscheint in den Salbüchern der Herrschaft Hohenfels um 1400/10 als „Putzenhofen“ mit drei Höfen, um 1494/1500 mit sechs Anwesen und 1567 mit 4 Höfen und drei Gütern.Jehle, S. 298Wilhelm Volkert: Gerichtsverhältnisse im Pflegamt Hohenfels vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 100 (1959), S. 155 Um 1600 ist „Butzenhofen“ im Kartenwerk von Christoph Vogel unter dem Amt Hohenfels verzeichnet.Günter Frank und Georg Paulus: Die pfalz-neuburgische Landesaufnahme unter Pfalzgraf Philipp Ludwig (Regensburger Beiträge zur Heimatforschung, 6). Kollersried 2016, S. 495 Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Butzenhofen nach wie vor aus sieben Anwesen und einem gemeindlichen Hirtenhaus.Jehle, S. 488

Im Königreich Bayern wurde um 1810 der Steuerdistrikt Unterödenhart gebildet und 1811 zum Landgericht Parsberg gegeben. Diesem gehörten die Dörfer bzw. Einöden Unterödenhart, Aicha, Butzenhofen (die Namensform „Butzenhof“ erscheint amtlich erstmals 1871), Machendorf, Oberödenhart, Pöllnricht und Sichendorf an.Jehle, S. 536 Mit dem zweiten bayerischen Gemeindeedikt von 1818 entstand daraus die Ruralgemeinde Unterödenhart,Jehle, S. 545 zu der 1884 noch die Einöde Mehlhaube hinzukam.Jehle, S. 555

Als 1938 ein Wehrmachtsübungsplatz in der Oberpfalz errichtet wurde, musste die Gemeinde Unterödenhart und damit auch das Dorf Butzenhof abgesiedelt werden und ging 1944 offiziell im Heeresgutsbezirk Hohenfels auf.Jehle, S. 518Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980. München 1983, S. 547 1950 lebten dort wieder 16 Bewohner, allerdings in Notunterkünften, die sie im Herbst 1951 in kurzer Frist verlassen mussten, als der US-Truppenübungsplatz Hohenfels errichtet wurde. In ihm wurde Butzenhof zur Wüstung, in der untertägige mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde als Bodendenkmäler gelten.Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Regierungsbezirk Oberpfalz, Landkreis Neumarkt i. d. Opf., Markt Hohenfels, Bodendenkmäler, Stand 1. Mai 2020, S. 13 Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde das Gebiet des „alten“ Truppenübungsplatzes am 1. Oktober 1970 dem Markt Hohenfels angeschlossen.

Einwohner- und Gebäudezahlen 1830: 47 Einwohner in „Butzenhofen“, 7 HäuserKarl Friedrich Hohn: Der Regenkreis des Königreichs Bayern, geographisch und statistisch beschrieben, Stuttgart und Tübingen: Cotta, 1830, S. 163 1838: 54 Einwohner (8 Häuser)Joseph Lipp (Bearbeiter): Matrikel des Bisthums Regensburg. Regensburg 1838, S. 294 1867: 67 Einwohner (16 Gebäude in „Putzenhofen“)Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 798 1871 46 Einwohner (17 Gebäude in „Butzenhof“; Großviehbestand 1873: 2 Pferde, 57 Stück Rindvieh) 1900: 51 Einwohner (9 Wohngebäude) 1925: 61 Einwohner (9 Wohngebäude) 1950: 16 Einwohner in Notwohngebäuden

Kirchliche Verhältnisse Der Weiler gehörte seit altersher (so um 1600)Frank/Paulus, S. 502 zur katholischen Pfarrei St. Ulrich zu Hohenfels im Bistum Regensburg, wohin die Kinder auch zur katholischen Schule gingen.

Literatur Manfred Jehle: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 51: Parsberg, München 1981

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Hohenfels, Oberpfalz) Kategorie:Wüstung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ersterwähnung im 15. Jahrhundert