mini|Dorfpartie in Loddin mini|Der Kölpinsee in der Gemeinde Loddin mini|Loddiner Höft (16 m) über dem Achterwasser mini|Deutschlands (fast) nördlichster Weinberg in Loddin mini|Strandzugang in Stubbenfelde

Seebad Loddin ist eine Gemeinde auf der Insel Usedom, direkt an der Ostseeküste und dem Achterwasser, einer großen Ausbuchtung des Peenestroms. Die Gemeinde wird vom Amt Usedom-Süd mit Sitz in der Stadt Usedom verwaltet. Bis 2005 war die Gemeinde Teil des Amtes Usedom-Mitte.

Geografie Loddin liegt auf der Landenge zwischen Nord- und Südusedom, inmitten einer landschaftlich reizvollen Region zwischen Ostsee, Kölpinsee und Achterwasser. Die Nachbargemeinden sind Ückeritz im Südosten und Koserow im Nordwesten. Etwa 13 Kilometer südöstlich der Gemeinde liegt das Seebad Heringsdorf und acht Kilometer nordwestlich das Seebad Zinnowitz.

Gemeindestruktur

Ortsteile Kölpinsee Loddin Stubbenfelde Wüstungen und Wohnplätze Culpin (Wüstung)

Geschichte Gemeinde Nach der Verwaltungsreform 1815 kam Loddin zur preußischen Provinz Pommern und gehörte von 1818 bis 1945 zum Landkreis Usedom-Wollin. Von 1945 bis 1952 bildete die Gemeinde, mit dem nach dem Zweiten Weltkrieg bei Deutschland verbliebenen Teil des Landkreises Usedom-Wollin, den Landkreis Usedom im Land Mecklenburg. Dieser ging im Jahr 1952 im Kreis Wolgast im Bezirk Rostock auf. Die Gemeinde gehört seit dem Jahr 1990 zum Land Mecklenburg-Vorpommern, von 1994 bis zum 3. September 2011 gehörte sie zum Landkreis Ostvorpommern, der danach im Landkreis Vorpommern-Greifswald aufging.

Loddin Die Gegend von Loddin war schon früh besiedelt. Beim Bau eines Gewerbegebietes wurde ein bronzezeitliches (1800 bis 600 vdZ) Siedlungsgebiet aufgedeckt.

Loddin wurde im Jahr 1270 erstmals urkundlich als „Lodino“ erwähnt. Der Name leitet sich ab von der slawischen Bezeichnung für Lachs und bedeutet so viel wie „Dorf an der Lachsbucht“.

In einer Urkunde vom 15. März dieses Jahres tauschte der Bischof von Cammin, in dessen Besitz sich Loddin befand, auf Verlangen von Herzog Barnim I. von Pommern-Stettin dieses Dorf gemeinsam mit fünf anderen Gemeinden auf Usedom (Ückeritz, Balm am Balmer See, Mellenthin, Suckow und Krienke) gegen Damerow in Hinterpommern (bei Naugard), das dem Prämonstratenser-Kloster Grobe bei der Stadt Usedom gehört hatte. 1309 zog dieses nach Pudagla um.

Loddin hatte die Struktur eines Straßendorfes und in der Funktion war es ein Fischer- und Bauerndorf. Dann entwickelte sich der Ort langsam zu einem Ferien- und Erholungsdorf.

Am 1. Juni 1911 erhielt Loddin den touristisch wichtigen Eisenbahnanschluss mit Haltepunkten in Kölpinsee und (seit 1998) Stubbenfelde.

In den 1920/30er Jahren war der kleine Badeort ein Treff von UFA-Filmstars wie Willy Fritsch, Lilian Harvey, Grethe Weiser, Anny Ondra und Hans Söhnker im 1897 eröffneten Hotel Seerose. Im neuen Hotel Seerose ist eine ständige Ausstellung der Bilder von Walter Womacka, der im Sommer in Loddin lebte.

Nach 1990 weitete sich die Ortschaft wesentlich aus und ist heute schon mit dem Ort Kölpinsee in der Bebauung verbunden. Es sind vor allen Dingen Feriendomizile und im Kernort Hotels, Gaststätten und andere Ferienanlagen. Es gibt nur einen kleinen Bootshafen, denn das Flachwasser vor Loddin und die Küstenverschilfung verhindern einen Ausbau einer Marina.

Kölpinsee Kölpinsee wurde 1421 als „Culpin“ erwähnt. Der Name bedeutet „Schwan“. Mit dem Namen Kölpinsee wurde der Ort im Messtischblatt von 1880 und 1906 im Ortsverzeichnis genannt.

Stubbenfelde Im Jahr 1825 bekam der Bauer Johann Laban aus Ückeritz vom Forstamt Pudagla ein abgeholztes Waldstück als Abfindung und nannte dieses sein „Stubbenfeld“. 1854 wurde Stubbenfelde als „Stubbenfeld“ erstmals offiziell genannt.

Culpin (Wüstung) Culpin wurde 1421 erstmals urkundlich als solches genannt. 1618 wurde es als „Calpin“ in der Lubinschen Karte erwähnt. Es soll am Kölpinsee gelegen haben und ist im Dreißigjährigen Krieg total niedergebrannt worden. Der slawische Gründungsname wird mit „Schwan“ und in Verbindung mit dem See als „Schwanenteich“ gedeutet. Der Ort gehörte dem Kloster Pudagla.Manfred Niemeyer: Ostvorpommern I. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Band 1: Usedom. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Band 1), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6, S. 10 ff.

Die Wüstung wird heute mit dem Ortsteil Kölpinsee gleichgesetzt. → siehe dort

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 1030 1995 960 2000 997 2005 1069 2010 1056 2015 969 Jahr Einwohner 2020 991 2021 972 2022 908 2023 874 2024 872

Stand: 31. Dezember des jeweiligen JahresStatistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Statistischer Bericht. Bevölkerungsstand. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Loddin besteht aus acht Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024:

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 GfL – – 52,4 % 4 WG Loddin 55,5 % 5 42,0 % 3 Einzelbewerberin Kathrin Seeck – – 5,6 % 1 Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) 32,3 % 3 – – Einzelbewerber Heiko Dröse 6,7 % 1 – – Einzelbewerberin Jaqueline Ponndorf 2,7 % – – – Einzelbewerber Thorsten Wohlrab 1,5 % – – – Einzelbewerber Wolfgang Pietrucha 1,3 % – – – Insgesamt 100 % 9 100 % 8 Wahlbeteiligung 70,4 % 76,8 %

Bürgermeister Sven Werner ist seit 2024 Bürgermeister der Gemeinde.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024

Wappen

Flagge Die Gemeinde verfügt über keine amtlich genehmigte Flagge.Hauptsatzung § 1 (PDF; 821 kB).

Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „GEMEINDE SEEBAD LODDIN * LANDKREIS VORPOMMERN-GREIFSWALD“.

Sehenswürdigkeiten → Siehe: Liste der Baudenkmale in Loddin

Kölpinsee nördlich des Kernorts an der Ostsee Historisches Fischerdorf mit reetgedeckten Katen Ausstellung von Bildern des Malers Walter Womacka im Strandhotel Seerose in Kölpinsee Gedenktafel für Walter Womacka im Kurpark Kölpinsee Steilküste am Ostseestrand mit dem Aussichtspunkt Teufelsberg im Ortsteil Stubbenfelde (bis zu 40 Meter hoch), vom Teufelsberg führt eine Treppe hinab zum Strand Hochuferwanderweg über der Steilküste des Achterwassers südlich des Kernortes Loddin. Loddiner Höft heißt der 16 Meter hohe Hügel an der Spitze der Landzunge, von dessen Aussichtspunkt man einen weiten Rundblick über das Achterwasser bis zu den Halbinseln Lieper Winkel und Gnitz genießt Hans-Dietrich-Genscher-Straße und Dr.-Helmut-Kohl-Straße im Nordteil des Ortsteils Loddin, wurden entgegen einer weithin beachteten Norm bei ihrer Namensgebung nach damals noch lebenden Politikern benannt

Verkehr Die Ortsteile Kölpinsee und Stubbenfelde liegen direkt an der Bundesstraße 111. Durch die Gemeinde führt der Radfernwanderweg Berlin–Usedom.

Die Haltepunkte Kölpinsee und Stubbenfelde liegen an der Bahnstrecke Ducherow–Heringsdorf–Wolgaster Fähre, die von der Usedomer Bäderbahn befahren wird.

Der nächstgelegene Regionalflughafen liegt südlich von Heringsdorf und ist 26 Kilometer von Loddin entfernt. Schiffe der Adler-Linie legen sechs Kilometer entfernt an der Seebrücke von Koserow an und fahren nach Fahrplan mehrmals täglich zu den „Kaiserbädern“ Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck sowie nach Swinemünde.

Persönlichkeiten Fritz Lewerentz (1878–1945), Politiker (SPD), in Loddin geboren Walter Womacka (1925–2010), Maler, lebte in Loddin Gerd Schulz (* 1947), Politiker (SED, PDS), Hotelinhaber in Kölpinsee

Literatur

Weblinks

Gemeinde Loddin auf den Seiten des Amtes Usedom Süd Loddin bei Ortschroniken M-V

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Vorpommern-Greifswald Kategorie:Ort auf Usedom Kategorie:Seebad in Mecklenburg-Vorpommern