Grün, eine Wüstung im Truppenübungsplatz Hohenfels, war ein Gemeindeteil der ehemaligen Gemeinde PielenhofenDiese amtlichen Ortsnamen Grün und Pielenhofen bestehen nicht mehr im Landkreis Parsberg.

Geographische Lage Der Weiler lag im oberpfälzischen Jura der Südlichen Frankenalb etwa 1,5 km nördlich des ebenfalls abgegangenen Pfarrdorfes Pielenhofen auf ca. 460 m über NHN.

Geschichte Nach einer Amtstafel von 1622 unterstand der Hof Grün hochgerichtlich dem kurpfälzischen Amt Helfenberg, jedoch strittig mit dem Amt Lutzmannstein; im 18. Jahrhundert unterstand Grün unstrittig Pfalz-Neuburg.Jehle, S. 335, 341 Im Kartenwerk von Christoph Vogel von 1600 ist der „Griener Brunn[en]“ verzeichnet.Günter Frank und Georg Paulus: Die pfalz-neuburgische Landesaufnahme unter Pfalzgraf Philipp Ludwig (Regensburger Beiträge zur Heimatforschung, 6). Kollersried 2016, S. 518 Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Grün aus fünf Anwesen, nämlich zwei Halbhöfen des Conn und Zollbrecht und drei Häusl.Jehle, S. 486

Im Königreich Bayern wurde um 1810 der Steuerdistrikt Lutzmannstein im Landgericht Parsberg (später Landkreis Parsberg) gebildet. Ihm gehörten neben dem Markt Lutzmannstein das Dorf Pielenhofen und die Weiler Breitenwinn, Grün, Judeneidenfeld und Kircheneidenfeld an.Jehle, S. 534, 553 Mit dem zweiten bayerischen Gemeindeedikt von 1818 entstand daraus u. a. die Ruralgemeinde Pielenhofen, der das Dorf Pielenhofen, der Weiler Grün und – so nach 1871 – der Weiler Schmiedberg angehörten.Jehle, S. 557 Über diese Gemeinde übten die Freiherren von Giese/Gise die Patrimonialgerichtsbarkeit II. Klasse mittels Gerichtshalter bis 1848 aus.Jehle, S. 545 Anschließend ging die Gerichtsbarkeit an das Landgericht Parsberg über.

Als 1951 für die US- und NATO-Truppen der Truppenübungsplatz Hohenfels geschaffen werden musste, genügte dafür nicht das Gebiet des ab 1838 geschaffenen, 1949 aufgelösten Heeresgutsbezirks Hohenfels. Der westlichen Erweiterung des neuen Truppenübungsplatzes mussten mehrere Gemeinden weichen, darunter auch die Gemeinde Pielenhofen.Wilhelm Volkert: Gerichtsverhältnisse im Pflegamt Hohenfels vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 100 (1959), S. 173Jehle, S. 519 Durch Truppenübungen wurden alle drei Orte der Gemeinde, also auch der Weiler Grün, nach der Absiedelung der Bewohner allmählich zur Wüstung. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde das gesamte Erweiterungsgebiet am 1. Oktober 1970 der Stadt Velburg zugeschlagen.

Gebäude- und Einwohnerzahlen 1830: 35 Einwohner, 6 HäuserKarl Friedrich Hohn: Der Regenkreis des Königreichs Bayern, geographisch und statistisch beschrieben, Stuttgart und Tübingen: Cotta, 1830, S. 164 1861: 26 Einwohner, 10 Gebäude in „Grun“Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 797 1871: 30 Einwohner, 15 Gebäude, an Großviehbestand 1873 25 Stück Rindvieh 1900: 25 Einwohner, 5 Wohngebäude 1925: 35 Einwohner, 5 Wohngebäude 1950: 29 Einwohner, 5 Wohngebäude

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung in Velburg Kategorie:Ersterwähnung 1622