Der K.Bay.Sts.B. Blatt 358 ist ein Bayerischer Güterwagen. Dabei handelt es sich um einen dreiachsigen Plattformwagen der Gattung Sml nach dem Musterblatt 358 für die Bayerischen Staatseisenbahnen gemäß Wagenstandsverzeichnis von 1913. Der Wagentyp wurde in zwei Ausführungen mit unterschiedlichen Radständen gebaut.

Beschaffung In den Jahren zwischen 1880 und 1890 beschafften die K.Bay.Sts.B. insgesamt ca. 240Carstens, Güterwagen Band 5, Seite 90 Plattformwagen der Gattung Sm (zweiachsig) und Sml (dreiachsig). Darunter auch in zwei Baulosen 1880 und 1890 insgesamt 34 Wagen ohne Bremseinrichtung nach den Blatt-Nr. 358 und 361.

Verbleib Ein großer Teil dieser Wagen wurde 1920 noch von der DR übernommen, wo sie das Gattungszeichen Sk(w) Augsburg erhielten. Es ist zu vermuten, dass die Wagen wegen des niedrigen Ladegewichts und der geringen Stückzahl schon sehr früh in den Dienst als X-Wagen übernommen wurden. Ein Nachweis, dass derartige Wagen zur Bundesbahn kamen, fehlt.

Konstruktive Merkmale Untergestell Der Rahmen der Wagen war schon komplett aus Profileisen aufgebaut und genietet. Die äußeren Längsträger hatten U-Form mit nach außen gerichteten Flanschen. Die Querträger waren ebenfalls aus U-Profilen und nicht gekröpft. Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen mit Sicherheitsbügel. Die Zugstange war durchgehend und mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen Stangenpuffer mit einer Einbaulänge von 612 mm. Die Pufferteller hatten einen Durchmesser von 370 mm.

Laufwerk Die Wagen hatten aus Flacheisen geschmiedete Fachwerk-Achshalter der kurzen, geraden Bauform. Gelagert waren die Achsen in geteilten Gleitachslagern bayerischer Bauform. Die Räder hatten Speichenradkörper der Bauart 38 mit einem Raddurchmesser von 986 mm. Die Federung bestand jeweils aus acht 1.130 mm langen Federblättern mit einem Querschnitt von 76 × 13 mm. Die Endachsen waren als Lenkachsen nach Typ B5 ausgebildet.

Wagenkasten Der Wagenkasten war komplett aus Holz mit eisernen Profilverstärkungen aufgebaut. Bei den Wagen nach Typ I waren die Bordwände 290 mm hoch, bei denen nach Typ II 300 mm. In beiden Fällen konnten sowohl die seitlichen, zweigeteilten Bordwände als auch die Stirnwände abgeklappt werden. Die Bodenplanken waren 40 mm stark.

Ausstattung In die Ladefläche konnten insgesamt acht eiserne Rungen – in Bayern auch Kipfstangen genannt – eingelassen werden. Damit konnte ein Ladevolumen von 7,2 m³ auf 12,5 ³ erhöht werden.

Skizzen, Musterblätter, Fotos

Wagennummern Die Daten sind den WVbedeutet Wagenstandsverzeichnis der Kgl.Bayer.Staatseisenbahnen, aufgestellt nach dem Stande vom 31. März 1897 und dem 1. März 1913, sowie dem Buch von Stefan Carstens, Band 5, Güterwagen, entnommen.

HerstelldatenWagennummern je EpocheAbmessungenFahrwerkWändeFassungsraumGewichteZusatzinfos Bau- jahr Her- steller ab 1875 ab 1909(1907) DR(ab 1923) Aus-gemu-stert Anz.Achs. Rad-stand LüP Unt.Gest. LA. Brem-sen Stirn Seite Lade-länge[mm] Lade-breite[mm] Boden-flächem2 Lade-raumm3 Lade-gewicht [t] Eigen-gewicht [t] Bemerkungen Blatt-Nr. 358I(ehemals 235) S.m. Sml Sml Bay 80 (siehe Legende) Wände umklappbar Bordhöhe 290 mm189077 201–77 212Au 78 401–Au 78 41237.000(3.500)11.224EB52210.0002.43024,37,015,08,18 KipfstangenBayerischer Begriff für Steckrungen77 213<191377 214–77 230Au 78 413–Au 78 429 Blatt-Nr. 358II(ehemals 236) S.m. Sml Sml Bay 80 (siehe egende) Wände umklappbar Bordhöhe 300 mm188077 231–77 234Au 78 431–Au 78 43435.500(2.750)11.224EB52210.0002.43024,17,215,07,68 Kipfstangen

Anmerkungen / Hinweise

Einzelnachweise

Weblinks Digitalisat des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Blatt 358 aus dem Wagenstandsverzeichnis von 1913

Literatur

Kategorie:Güterwagen (Deutschland) Kategorie:Bayerische Staatseisenbahnen