Das Schloss Trieglaff ist ein Schloss im heute polnischen Trzygłów, Stadt- und Landgemeinde Gryfice (Greifenberg in Pommern) im Powiat Gryficki (Kreis Greifenberg), Woiwodschaft Westpommern.

Geschichte Der Ort geht auf ein slawisches heidnisches Heiligtum des Triglaw-Kultes zurück, dessen Stelle, von alten Eichen umgeben, heute noch gut zu erkennen ist. Anstelle der Opferstätte wurde im 13. Jahrhundert eine Elisabethkirche erbaut. Erste urkundlich belegter Besitzer ist 1297 Sygfried Lode, Lehensnehmer des Bistums Cammin. Im 14. Jahrhundert wurden die von Mellin Lehensnehmer, später als Afterlehensnehmer der von Eberstein. Ein Teil des Ackerbesitzes gelangte 1445 in Besitz der Greifenberger Bürgers Kurd Helmich. Dieser Besitzteil fiel im 18. Jahrhundert an die von Rango, dann zurück an die von Mellin. mini|hochkant=0.4|links|Adolf von Thadden-Trieglaff. Im Jahr 1800 ging Trieglaff mit Gruchow, Vahnerow und Milchow an die FamilieVgl. u. a. Georg Christian Friedrich Lisch, E. Saß: Urkundliche Geschichte des Geschlechts von Oertzen. Band 4, Schwerin 1886, S. 468., u. S. 497. von Oertzen, die als alte mecklenburgische Familie nun auch kurz in Pommern blieb, zu mindestens die Unterlinie Wendorf. Neueigentümer wurde Heinrich von Oertzen, dann, nach dessen Tod in der Völkerschlacht bei Leipzig, durch Erbgang und Verkauf an Adolph Ferdinand von Thadden-Trieglaff. dessen Familie bis zum Zusammenbruch des deutschen Ostens Besitzerin blieb. Im 19. Jahrhundert war das Schloss im Besitz von Adolf von Thadden-Trieglaff ein Zentrum der christlichen Erweckungsbewegung. Otto von Bismarck lernte hier seine Frau Johanna von Puttkamer kennen.

Im Zuge umfänglicher Umbauarbeiten um 1900 entstand ein neuer Schlossanbau, mit u. a. dem barocken Turm mit kupfergedecktem Helmdach. Um 1939 hatte das Rittergut des letzten Besitzers, dem Juristen Reinold von Thadden, einen Umfang von 1147 ha. Der Verwaltung oblag Ober-Inspektor Engelke.H. Seeliger (Hrsg.): Landwirtschaftliches Adreßbuch für die Provinz Pommern. 1939. Verzeichnis. In: Niekammers Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band I, 9. Auflage, Selbstverlag von Niekammer`s Adressbüchern GmbH, Leipzig 1939, S. 192. Die Familie von Thadden blieb bis zum Zusammenbruch des deutschen Ostens Besitzerin von Schloss und Gut Trieglaff.

Das historische Gutshaus blieb bis heute dabei erhalten.

Bauwerk Der Baukern stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs und liegt am Ostabhang des Hoppenhofschen Sees (Jezioro Trzygłowskie Drugie). Die granitenen und gewölbten Kellergewölbe deuten auf einen viel älteren Vorgängerbau hin. Henning Christian von Mellin braute das Haus im 18. Jahrhundert erheblich im Stil des Barock um. Heinrich von Oertzen ließ den Eingang im Empire-Stil anlegen. Um Missionskonferenzen zu beherbergen, wurde im 19. Jahrhundert ein Saalbau im rechten Winkel zum Bau angelegt, der den Park zum Seeufer abschloss.

Literatur Architektur: Gutshaus Trieglaff. Alte Kirche in Trieglaff, In: Heinrich Gerd Dade: Die Deutsche Landwirtschaft unter Kaiser Wilhelm II. Mutterland und Kolonien. Band 1: Königreich Preußen. Carl Marhold Verlagsbuchhandlung, Halle a/S. 1913, S. 97–100. Helmut Sieber: Schlösser und Herrensitze in Ost- und Westpreußen. Verlag Wolfgang Weidlich, Frankfurt am Main 1958, S. 103–104. Besitzer: DNB: Stammbaum der Nachkommen des weiland Hauptmanns Kurt v. Mellin und seiner Ehefrau Sophie geb. v. Schmeling auf Trieglaff. 1889. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans-Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1955. Band II, Band 11 der Gesamtreihe GHdA, Mit: Portraits. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Glücksburg (Ostsee) 1955, , S. 398–407. Rudolf von Thadden: Trieglaff. Eine pommersche Lebenswelt zwischen Kirche und Politik. 1807–1948. Göttingen 2010, ISBN 978-3-8353-0760-5. Rittergut: Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Pommern. 1914. Verzeichnis. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammers Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band I, 4. Auflage, Reichenbach`sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 26–27. Ilona Buchsteiner: Großgrundbesitz in Pommern 1871-1914. Ökonomische, soziale und politische Transformation der Großgrundbesitzer. Akademie Verlag, Berlin 1993, ISBN 3-05-002332-5, S. 187.

Weblinks

Schlösser und Herrenhäuser in Pommern / Anna Walkiewicz: Trzygłów (Trieglaff) - Gutshaus Evangelische Kommentare / Zeitzeichen / Carola Wolf: Verständigung auf dem Schloss. "Trieglaff" lässt versunkene Lebenswelten lebendig werden

Einzelnachweise

Kategorie:Schloss in der Woiwodschaft Westpommern Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Westpommern Kategorie:Gmina Gryfice Kategorie:Bauwerk in Pommern Trieglaff Kategorie:Thadden Kategorie:Ersterwähnung 1297