mini|Barry Beckett (links), Mitte der 1980er Jahre Barry Edward Beckett (* 4. Februar 1943 in Birmingham, Alabama; † 10. Juni 2009 in Hendersonville, Tennessee) war ein US-amerikanischer Keyboarder und Musikproduzent.
Karriere Beckett wuchs als Sohn eines Versicherungsvertreters und Hobbygitarristen auf.Barry Beckett, Muscle Shoals Musician, Dies at 66, The New York Times (englisch) Er besuchte die University of Alabama, wo er das erste Mal auf seine späteren Mitmusiker und Geschäftspartner Jimmy Johnson und Roger Hawkins traf, die dort mit ihrer Band The Del Rays auftraten.Barry Beckett: Musician who helped form the Muscles Shoals Rhythm Section, The Independent (englisch) Mitte der 1960er Jahre wurde Beckett für eine Aufnahmesession in den FAME Studios gebucht. 1967 erhielt er dort eine Festanstellung, als Spooner Oldham Alabama verließ, um in Memphis für Chips Momans American Sound Studio zu arbeiten. Beckett konnte keine Noten lesen und spielte nach Gehör.Nachruf des The Guardian (englisch)
1969 gründete er gemeinsam mit dem Schlagzeuger Hawkins, Gitarrist Johnson und Bassist David Hood sowie finanzieller Unterstützung durch Jerry Wexler das Muscle Shoals Sound Studio, in dem in der Folge zahlreiche bekannte Künstler wie Paul Simon, Cher und Lynyrd Skynyrd ihre Aufnahmen machten. Zunächst nur als Studiomusiker tätig, begann er in den 1970er Jahren auch mit der Musikproduktion. Er produzierte unter anderem Bob Seger und Bob Dylan. 1973 trat er zusammen mit Steve Winwoods Band Traffic auf, Aufnahmen der Tour erschienen im selben Jahr auf dem Livealbum On the Road. Im selben Jahr erschien Paul Simons Single Kodachrome, auf dem Beckett alle Tasteninstrumente eingespielt hatte. Ab Ende der 1970er Jahre konzentrierte Beckett sich auf die Musikproduktion, teilweise mit seinem Mentor Jerry Wexler. Gemeinsam mit diesem produzierte er die Bob-Dylan-Alben Slow Train Coming und Saved.
1985 zog Beckett nach Nashville, wo er zunächst als A&R-Manager für Warner Brothers tätig war, bevor er sich als Musikproduzent selbständig machte. Er produzierte zahlreiche Country-Musik-Alben, unter anderem drei Alben mit Hank Williams, Jr. In den 1990er Jahren entdeckte er Kenny Chesney und produzierte dessen erste Alben.
Seit Ende 2008 war Beckett auf einen Rollstuhl angewiesen, er war durch eine Krebserkrankung und mehrere Schlaganfälle geschwächt. Im darauf folgenden Jahr starb er im Alter von 66 Jahren; er hinterließ seine Frau und zwei Söhne.
Diskografie (Auszug) 1967: I Can Tell – John Hammond 1968: Tell Mama – Etta James 1969: 3614 Jackson Highway – Cher 1969: Hey Jude – Wilson Pickett 1969: Mourning in the Morning – Otis Rush 1970: This Girl’s in Love with You – Aretha Franklin 1971: Another Cycle – Jimmy Cliff 1971: Don’t Knock My Love – Wilson Pickett 1971: Linda Ronstadt – Linda Ronstadt 1971: Lovejoy – Albert King 1972: Really – J.J. Cale 1972: Stories We Could Tell – The Everly Brothers 1973: Back in ’72 – Bob Seger 1973: Shoot Out at the Fantasy Factory – Traffic 1973: There Goes Rhymin’ Simon – Paul Simon 1974: I’ll Be Your Everything – Percy Sledge 1974: Shotgun Willie/Phases and Stages – Willie Nelson 1975: Atlantic Crossing – Rod Stewart 1975: Breakaway – Art Garfunkel 1977: Izitso – Cat Stevens 1978: Luxury You Can Afford – Joe Cocker 1979: Communiqué – Dire Straits 1979: Slow Train Coming – Bob Dylan 1983: Havana Moon – Carlos Santana 1987: Hank Live – Hank Williams, Jr. 1989: White Limozeen – Dolly Parton 1993: Duets – Elton John 1993: The Last Rebel – Lynyrd Skynyrd 1995: The Tattooed Heart – Aaron Neville 1996: Golden Heart – Mark Knopfler 1998: True at Heart – Doro 2001: Private Radio – Billy Bob Thornton 2002: Anka/Feelings – Paul Anka
Weblinks
Peter B. Olson: Barry Beckett. In: Encyclopedia of Alabama, 24. März 2020.
Einzelnachweise
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