Beim D Pfalz 77 handelt es sich um zweiachsige Abteilwagen, die für die Pfälzischen Eisenbahnen gebaut wurden. Ursprünglich ein Wagen der Gattung C – siehe auch Blatt-Nr. 033 und 034 – wurde er im Wagenstandsverzeichnis der Königlich Bayerischen Staatseisenbahn – linksrheinisches Netz – von 1913 unter den Blatt-Nr. 051 in unterschiedlichen Ausführungen (gebremst, ungebremst) als Wagen der Gattung D geführt.
Beschaffung Zwischen 1861 und 1874 wurde eine größere Anzahl von Abteilwagen mit identischen Abmessungen und Baugrundsätzen beschafft, die in der Folge sowohl als Gattung C als auch als CPost und ab 1907 als Gattung D geführt wurden. Es handelte sich dabei sowohl um ungebremste als auch um gebremste Fahrzeuge. Die Beschaffung erfolgte auf Rechnung aller drei Teilgesellschaften der Pfälzischen Eisenbahnen. Die Beschaffungskosten sind in Rotstift auf dem Seite 47 des Wagenstandsverzeichnis von 1902 vermerkt (siehe Link im Abschnitt Skizzen, Musterblätter, Fotos).
Verbleib Schon im Wagenverzeichnis von 1913 waren einzelne Wagen nicht mehr aufgeführt. Auf Grund des Alters der Wagen ist nicht zu vermuten, dass diese 1920 noch von der Reichsbahn übernommen wurden.
Konstruktive Merkmale Untergestell Der Fahrgestell-Rahmen der Wagen war noch in kombinierter Holz- und Eisenbauweise aufgebaut. So waren die äußeren Längsträger Profileisen während die Pufferbohlen und alle Querträger aus Holz waren. Die äußeren Längsträger hatten doppelte T-Form. Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen, die Zugstange war durchgehend und mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen Stangenpuffer mit einer beidseitigen Einbaulänge von 650 mm.
Laufwerk Die Wagen hatten genietete Fachwerkachshalter aus Flacheisen mit der kurzen, geraden Bauform. Gelagert waren die Achsen in geteilten Gleitachslagern. Die Räder hatten Speichenradkörper und einen Raddurchmesser von 1014 mm. Die lang gestreckte Federung war mit einfachen Laschen in den Federböcken befestigt. Die Wagen gab es in gebremster und ungebremster Ausführung. Die Bremsen wirkten beidseitig auf alle Räder.
Wagenkasten Der Wagenkasten bestand aus einem hölzernen Ständerwerk, die seitlichen Wände waren nach unten leicht eingezogen, die Stirnwände gerade. Das Dach hatte nur eine flache Rundung. Bei den Wagen in der gebremsten Ausführung war auf einer Seite ein hochgesetztes, nur einseitig zugängliches Bremserhaus vor die Stirnwand gesetzt. Die Wagen hatten insgesamt fünf Abteile der 3. Klasse mit je 10 Sitzen. Die Wagen hatten alle lange, seitliche Laufbretter mit Haltestangen am Wagenkasten.
Bei den Wagen gab es zwischen den Abteilen A und B einen seitlichen Durchgang. Ebenso waren die Abteile C bis E durch seitliche Durchgänge miteinander verbunden.
Ausstattung Als Beleuchtung hatten die Wagen zwei Gasleuchten, die in das Dach eingebaut waren. Der zur Versorgung notwendige Druckbehälter mit einem Volumen von 260 Liter hing in Fahrtrichtung unter dem Wagenkasten.
Die Beheizung erfolgte über Dampf. Zur Belüftung besaßen die Wagen Kiemenlüfter über den Fenstern und den Abteiltüren.
Skizzen, Musterblätter, Fotos
Wagennummern Die Daten sind den im Literaturverzeichnis aufgeführten verschiedenen Wagenpark-Verzeichnissen der Pfälzischen Eisenbahnen und der Kgl.Bayer.Staatseisenbahnen – Pfälzisches Netz, sowie den Büchern von Emil Konrad (Reisezugwagen der deutschen Länderbahnen, Band II) und Albert Mühl (Die Pfalzbahn) entnommen.
Blatt-Nr.Herstelld. Gattungszeichen je EpocheWagennummern je Epoche (mit Direktionsangaben) Fahrwerk Ausstattung ZusatzinfosBau-jahrHer- stellerab1875ab1907Rep.1919DR(ab 1923)DRG(ab 1930)Ausge-mustertletzt.Heimat-Bf.Anz.Ach-senLüP Unt.Gest. AchssenArt Brem-sen Bl. Hz. Art u.Anz. Abteile (Sitze je Klasse)[Mil. Nutzung]Mil. BemerkungBlatt-Nr. 051IC.D. D Pfalz 77 (siehe jeweilige Legende) A I. II. III. IV. O MLudwigsbahnauf Rechnung der Gesellschaft der Ludwigsbahn1880/1883W.F.L.208 – 212208 – 21229.350E,HBrh;SbrGD5(50)34Ausstattung mit Kurzkupplung Blatt-Nr. 051I C. D. D Pfalz 77 (siehe jeweilige Legende) A 1. 2. 3. 4. O M Nordbahnauf Rechnung der Gesellschaft der Nordbahnen1880/1883W.F.L.5 1485 14829.350E,HBrh;KpGD5(50)345 1595 1505 1595 150Brh;Sbr Blatt-Nr. 051II C. D. D Pfalz 77 (siehe jeweilige Legende) A 1. 2. 3. 4. O M Ludwigsbahn1878W.F.L.385 – 387385 – 38729.000E,H(ohne)GD5(50)34389 – 396389 – 396 Blatt-Nr. 051III C. D. D Pfalz 77 (siehe jeweilige Legende) A 1. 2. 3. 4. O M Ludwigsbahn1880–1883W.F.L.201320129.000E,HLlGD5(50)34203 – 205203 – 205207207 Blatt-Nr. 051III C. D. D Pfalz 77 (siehe jeweilige Legende) A 1. 2. 3. 4. O M Nordbahn1880–1883W.F.L.5131–31335131–513329.000E,HLlGD5(50)345137–51405137–5140
Anmerkungen
Weblinks Digitalisat des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Blatt 51 aus dem Wagenstandsverzeichnis der königlich Bayerischen Staatseisenbahnen linksrheinisch von 1913
Literatur
Kategorie:Reisezugwagen (Bayerische Staatseisenbahnen) Kategorie:Reisezugwagen (Pfälzische Eisenbahnen) Kategorie:Schienenfahrzeug (Waggonfabrik Ludwigshafen)