Jiaoxi () ist eine Landgemeinde im Landkreis Yilan in der Republik China (Taiwan).
Lage Jiaoxi liegt Norden des Landkreises Yilan nahe der Nordostküste der Insel Taiwan. Der östliche Teil der Gemeinde gehört zur Yilan-Ebene, einer ausgedehnten Schwemmebene, die durch Sedimentablagerungen des Flusses Lanyang und anderer Flüsse entstanden ist. Das Gebiet ist nur durch einen schmalen, etwa 400 bis 850 Meter breiten Landstreifen von der im Osten liegenden Pazifikküste getrennt. Der Westen Jiaoxis gehört zu den Ausläufern des Xueshan-Gebirges. Die Ost-West-Ausdehnung der Gemeinde beträgt etwa 19,5 Kilometer, die maximale Nord-Süd-Ausdehnung etwa 8 Kilometer. Die benachbarten Gemeinden sind Zhuangwei im Südosten, die Stadt Yilan im Süden, Yuanshan im Südwesten, Toucheng im Nordosten, sowie die Bezirke Wulai und Pinglin der Stadt Neu-Taipeh im Nordwesten.
Geschichte Das Gebiet des heutigen Jiaoxi war ursprünglich von austronesischen indigenen Völkern bewohnt. Die ersten Han-chinesischen Siedler, die aus Nanjing in der chinesischen Provinz Fujian stammten, ließen sich hier ab 1773 nieder. Die Ureinwohner wurden nach und nach ins westliche Bergland oder nach Süden verdrängt. Im Jahr 1812 kam das Gebiet formell unter die Verwaltung der Qing-Dynastie. Im Jahr 1920, zur Zeit der japanischen Herrschaft über Taiwan (1895–1945), wurde die Verwaltungseinheit Dorf Jiaoxi () geschaffen. Als Taiwan 1945 von der Republik China übernommen wurde, wurde daraus die Landgemeinde Jiaoxi, ab 1950 im neu eingerichteten Landkreis Yilan.
Einwohner Mit 36.575 Einwohnern lag Jiaoxi im Juli 2025 unter den 12 Gemeinden des Landkreises Yilan an sechster Stelle. Ende 2019 lebten 327 Angehörige indigener Völker in Jiaoxi, entsprechend etwa 0,9 % der Bevölkerung. Gliederung Jiaoxis400px Verwaltungsgliederung Jiaoxi ist in 18 Dörfer () untergliedert:
Wirtschaft Die Wirtschaft Jiaoxis beruht auf der Landwirtschaft, örtlicher Kleinindustrie und dem Tourismus. Als lokale Spezialität gilt „Heiße-Quellen-Gemüse“ () – Wasserspinat, Schwammkürbis, Bambussprossen, Tomaten –, das mit Wasser aus Jiaoxis heißen Quellen bewässert wird. Auch der Anbau von Zierpflanzen, Kumquats, Tee () und Reis ist von Bedeutung. Daneben spielt die Tierhaltung eine Rolle (Hausgänse, Weichschildkröten, tropische Fische). Aus den Quellen Jiaoxis wird Mineralwasser gewonnen.
Verkehr Alle überregionalen Straßenverbindungen durchqueren Jiaoxi in Nord-Süd-Richtung und liegen im Osten der Gemeinde. Hierzu gehören die Autobahn Nationalstraße 5 und die im Wesentlichen parallel dazu verlaufende Provinzstraße 9 einen Kilometer weiter landeinwärts. Entlang der Provinzstraße verläuft die Yilan-Linie der Taiwanischen Eisenbahn mit einem Haltebahnhof in Jiaoxi. Parallel zur Autobahn, aber weiter östlich, verläuft die Kreisstraße 191.
Höhere Bildungseinrichtungen mini|Gebäude der Fo-Guang-Universität Im Dorf Linmei befindet sich seit 2000 die private buddhistische Fo-Guang-Universität ( ), an der geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer gelehrt werden. In Linmei hat auch die private Tamkang-Universität einen Campus ().
Besonderheiten mini|Wufengqi-Wasserfall (erste Kaskade) mini|Katholische Kapelle von Jiaoxi Jiaoxi ist besonders für seine Natursehenswürdigkeiten bekannt. Dazu zählen die heißen Quellen, um die sich eine Bäder-Kultur mit zahlreichen Hotels entwickelt hat.
Die Natur kann auf verschiedenen Wanderwegen erkundet werden. Die bekanntesten sind der Alte Paoma-Weg (), der Wufengqi-Wasserfall-Wanderweg (), der Shengmu (Maria)-Wanderweg () und der Linmei-Shihpan-Wanderweg ().
Der Wufengqi-Wasserfall-Wanderweg führt zu dem gleichnamigen Wasserfall (), der aus drei getrennten Kaskaden besteht. In seiner Nähe befindet sich die kleine, im Stil eines kleinen chinesischen Himmelstempels gestaltete katholische Shengmu-Kapelle ( ).
Ein weiterer Wasserfall ist der Houdongkeng-Wasserfall () im Dorf Baiyun, der allerdings nur während der Regenzeit Wasser führt. Der Longtan-See ( ) im gleichnamigen Dorf ist mit etwa 17 ha Fläche der größte der fünf Seen im Landkreis Yilan.
Im Xietian-Tempel ( ) im Dorf Dazhong wird Guan Yu verehrt. Der Tempel geht auf das Jahr 1803 zurück und wurde im 19. und 20. Jahrhundert mehrmals ausgebaut. Der Yuqing-Tempel ( ) ist ein Heiligtum zur Verehrung des „Jadekaisers“ Yu Di aus dem Jahr 1976.
Jedes Jahr zieht das Drachenbootrennen im Dorf Erlong () Touristen an.
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Einzelnachweise
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