Julius Jelski (geboren 29. November 1867 in Slonim, Russisches Kaiserreich; gestorben 8. Januar 1953 in Montevideo, Uruguay) war ein deutscher Philosoph und Prediger an der Jüdischen Reformgemeinde zu Berlin.

Leben mini|Stolperstein am Haus, Kudowastraße 29, in Berlin-Schmargendorf Julius Jelski wurde als Sohn des Kantors Isaak Jelski und dessen Frau Ida, geb. Kremer, in Slonim geboren.Landesarchiv Berlin, Heiratsregister der Berliner Standesämter 1874–1920; Standesamt Berlin III, Urkunde Nr. 1034, Laufende Nr. 356 Er besuchte in Danzig, wo sein Vater als Kantor arbeitete, das Städtische Gymnasium, auf dem er 1888 sein Abitur ablegte. Jelski erhielt seine Ausbildung zum Rabbiner an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin und promovierte 1897 mit einer philosophischen Arbeit über Spinoza magna cum laude zum Dr. phil.Jelski, Julius; Lebensabriss, Berlin, 2. März 1939, unveröffentlichtes Dokument in Privatbesitz Noch vor Ablegung der Rabbinatsprüfung wurde Jelski zum Prediger der Jüdischen Reformgemeinde gewählt. Am 1. Juli 1897 trat er seine Stelle an, Ende Dezember des Jahres heiratete er die Tochter des Predigers Wilhelm Klemperer, Martha. Das Paar hatte drei Kinder: Walter, Lilly und Wilhelm. Erst 1913 wurde sein über 16 Jahre befristeter Vertrag in einen Vertrag auf Lebenszeit umgewandelt. Jelski blieb bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand am 20. Mai 1934 Prediger in der Reformgemeinde. Bei der Amtseinführung seines Nachfolgers Dr. Max Koppel im Oktober wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft der Gemeinde überreicht.Jüdisch-liberale Zeitung, 14 (1934), S. 82–83 (12.10.1934) Am 3. April 1939 flüchteten Julius und Marta Jelski zu ihrer Tochter nach Montevideo.Klemperer, Victor; Karfreitag, 7. April 1939; In Klemperer Online. 2019. Berlin, Boston: De Gruyter Oldenbourg. Abgerufen am 23. Juni 2020 Beigesetzt wurden Julius und Marta Jelski auf dem Jüdischen Friedhof in La Paz (Canelones).

Julius Jelskis Schwester Franziska (1877–1932) war in erster Ehe mit dem in Lodz tätigen Prediger Israel Jelski-Goldin verheiratet.Landesarchiv Berlin; Berlin, Deutschland; Personenstandsregister 1876–1945; laufendenummer: 11942, Urkunde Nr. 628 Seine Zwillingsschwester, die Danziger Gesangslehrerin Martha (1867–1943) und seine Brüder, der langjährige Leiter des Steuerbüros der Jüdischen Gemeinde Berlin, David (Fritz) Jelski (1872–1943) und der Danziger Sanitätsrat und Kinderarzt Dr. med. Bernhard Jelski (1869–1942) wurden in der Shoah ermordet.

Ehrungen Am 24. Juni 2023 wurde vor seinem ehemaligen Wohnort, Berlin-Schmargendorf, Kudowastraße 29, jeweils ein Stolperstein für ihn und seine Frau verlegt.

Schriften (Auswahl) Vgl. Paul Fiebig: [Rezension zu:] Jelski, Dr. W. (Prediger der jüdischen Reformgemeinde in Berlin), Das Wesen des Judentums [etc.]. In: Theologisches Literaturblatt. Band 24, Nr. 10, 6. März 1903, Sp. 116 f., .

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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