miniatur|200px|Seyit Rıza Seyit Riza (zazaisch: Sey Rıza, Kurmandschi: Seyîd Riza, ; * 1862 im Dorf Derê Arí (Mühlendorf) im Landkreis Ovacık in Dersim (heute Tunceli); † 15. November 1937 in Elazığ) war der wichtigste geistliche und tribale Anführer des Zaza-kurdischen Dersim-Aufstandes.Hans-Lukas Kieser in: Paul J. White und Joost Jongerden (Hrsg.): Turkey's Alevi Enigma. Leiden 2003: "the most important tribal chieftain and spiritual leader of the Dersim rebellion". Er wurde nach einem Gerichtsverfahren hingerichtet.
Leben Seyit Riza war ein Zazaki-sprechender alevitischer Kurde und gehörte zum Stamm der Abasan, der die direkte Linie innerhalb des Seyh Hasanan Stammes bildet. Er war der vierte und jüngste Sohn von Seyid Ibrahim. Seyit Riza genoss eine gute Ausbildung vom gelehrten Mehmet Ali Efendi.
Nach dem Tod seines Vaters erhielt er die Führung über seinen Eşiret und den Titel des Seyyid (arabisch für Herr). Dieser Titel wurde nur den (vermeintlich) direkten Nachkommen des Propheten Mohammed verliehen. Seyit Riza lebte dann in Axdat am Hang des Berges Tujík.
1937 brach der Dersim-Aufstand aus, dessen Anführer Seyit Riza war. Im September wurde Rızas Lage aussichtslos. Seine zweite Frau Bese, ein weiterer Sohn sowie eine große Anzahl von Bewohnern seines Dorfes wurden von Soldaten getötet. Desillusioniert und offenbar auch auf Druck seines eigenen StammesFaik Bulut: Belgelerle Dersim Raporlari. Istanbul 1991, S. 199 ergab sich Seyit Rıza. Er wurde mit 50 Gefolgsleuten verhaftet, vor Gericht gestellt, nach einer viertägigen Verhandlung verurteilt und unverzüglich Mitte November hingerichtet.Erhard Franz: Kurden und Kurdentum. Hamburg 1986, S. 142M. Kalman: Belge ve tanıklarıyla Dersim Direnişleri. Istanbul 1995, S. 348 Das Gerichtsverfahren und die Hinrichtung erfolgten unter großem Zeitdruck, da man Atatürk, der die Region am nächsten Tag besuchen wollte, nicht mit Gnadenersuchen belästigen wollte.İhsan Sabri Çağlayangil: Anılarım. Istanbul 1990, S. 45–55 Der Mann, der das Gerichtsverfahren als junger Beamter organisierte, war der spätere Außenminister İhsan Sabri Çağlayangil. Er schilderte die Hinrichtung in seinen Memoiren mit folgenden Worten: Mit Seyit Rıza wurde auch sein Sohn Resik Hüseyin hingerichtet.
Im Jahr 2010 ließ die Stadtverwaltung von Tunceli eine Seyit-Riza-Statue am Eingang zur Altstadt aufstellen.
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