mini|hochkant=1.25|Johann Lafer, 2012 rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|hochkant=0.5|Unterschrift Johann Lafer Johann Lafer (* 27. September 1957 in St. Stefan im Rosental, Steiermark) ist ein österreichischer Koch, Fernsehkoch, Unternehmer und Sachbuchautor. Einem breiten Publikum wurde Lafer vor allem durch Kochsendungen wie Himmel un Erd, Genießen auf gut deutsch oder Lafer! Lichter! Lecker! und seine zahlreichen Kochbücher bekannt.

Von 1983 bis 2019 war sein Restaurant mit einem, von 1987 bis 2009 mit zwei Michelinsternen ausgezeichnet.

Werdegang und berufliches Engagement mini|Johann Lafer karikiert von Michael Apitz (1996)|371x371px

Johann Lafer wurde als Sohn des Landwirts Johann Lafer sen. und dessen Frau Irmgard, geb. Wurzinger, in St. Stefan im Rosental geboren. Sein Vater arbeitete während der Woche in einem Magnesitwerk in Bruck an der Mur; die Mutter bewirtschaftete den Hof. Nach der Ausbildung (Lehre von 1973 bis 1976 im Restaurant Gösser-Bräu in Graz) und dem Wehrdienst wechselte Lafer 1977 ins Berliner Hotel Schweizer Hof. Er arbeitete ab 1979 in Josef Viehhausers Restaurant Le Canard in Hamburg und anschließend als Chef-Pâtissier im Hotel Schweizer Stuben in Wertheim. 1980 bekam er die Auszeichnung als bester deutscher Patissier. Er war 1981 Chef-Pâtissier im Restaurant Aubergine von Eckart Witzigmann. Witzigmann und Lafer verfassten mehrere Bücher. Ab 1982 arbeitete er für den Pariser Pâtissier und Boulanger Gaston Lenôtre.

Im Mai 1983 wurde er Küchenchef im Restaurant Le Val d’Or seiner späteren Ehefrau Silvia Buchholz in Guldental. Das Restaurant erhielt 1983 wieder einen Michelinstern und 1987 einen zweiten Stern.

1994 übernahm das Ehepaar Lafer die nahegelegene Stromburg im Hunsrückstädtchen Stromberg. Nach aufwändigen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen, die mit einer Bürgschaft des Landes Rheinland-Pfalz finanziert wurden,Sven Astheimer: In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. Dezember 2006, abgerufen am 9. September 2013. wurde im Dezember 1994 das Restaurant Le Val d’Or von Guldental auf die Stromburg verlegt. Parallel dazu wurden auf der Stromburg die Turmstube als Zweitrestaurant und ein Hotel eröffnet. In den ehemaligen Räumen des Le Val d’Or richtete er eine Kochschule mit dem Namen Table d’Or ein. Im selben Gebäude befindet sich sein Fernseh- und Fotostudio, in dem neben Produktionen für fremde Auftraggeber auch eigene Kochsendungen Lafers gedreht und hergestellt wurden.

Ende 2009 wurde dem Le Val d’Or der zweite Stern aberkannt. Lafer schloss das Val d’Or Anfang 2019 und öffnete im Februar 2019 das Restaurant Johanns Küche, das mit einem Stern ausgezeichnet wurde, schloss es aber im Mai 2019 wieder und verließ die Stromburg.

Seit 2011 engagiert sich Lafer für eine gesunde Schulverpflegung als Betreiber der Schulmensa im Gymnasium am Römerkastell, Bad Kreuznach. Lafer wurde zum Wintersemester 2009/2010 auch Lehrbeauftragter an der Hochschule Fulda im Fachbereich Ökotrophologie.

Im Dezember 2020 äußerte sich Lafer zur Lage der Gastronomie während der COVID-19-Pandemie. Er sagte, viele Betriebe stünden wirtschaftlich unter starkem Druck, es fehle an Planungssicherheit und staatliche Hilfen kämen teilweise verzögert, wodurch ein erhöhtes Insolvenzrisiko bestehe. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass die Pandemie durch Impfungen eingedämmt werde und Gastronomie sowie Tourismus danach wieder anlaufen könnten.

Über das Internet und den Lebensmitteleinzelhandel vertreibt Johann Lafer unter seinem Namen als Markennamen Feinkost­produkte wie Salze, Öle und Fonds sowie einen Römertopf. Lafers Unternehmen machten 2009 mit rund 80 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von circa 10 Millionen Euro.

Im März 2026 entwickelte Lafer neue Gerichte für die Lufthansa AG.Starkoch im Interview: Johann Lafer: "Ich wollte zu viel", n-tv, 29. März 2026

Heli Gourmet Lafer gründete eine Firma, die Flüge über das Rheintal anbot, nach denen sich ein Gourmetmenü anschloss.

Strafbefehl Wegen Steuerhinterziehung und Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt erhielt er am 30. April 2016 einen Strafbefehl, in dem eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung und eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen verhängt wurde. Lafer akzeptierte die Strafe.

Auftritte in den Medien Fernsehen Johann Lafer trat bereits früh nach der Übernahme der Küchenleitung im Le Val d’Or als Fernsehkoch auf; erstmals am 28. Juli 1984, als er eine Himbeer-Charlotte in der Südwestfunksendung Glaskasten zubereitete. In der Folge war er in verschiedenen Sendungen präsent. So war er zwischen 1993 und 2006 neben Ulrike Neradt Moderator des Fröhlichen Weinbergs. Außerdem bereitete er regelmäßig in der Show Lanz kocht! vor Publikum mit anderen Fernsehköchen Fünf-Gänge-Menüs zu. Die Sendung wurde zum 28. Dezember 2012 eingestellt. Am 30. November 2006 startete im SWR seine Kochshow L wie Lafer, die Nachfolgesendung der nach zehn Jahren eingestellten Serie Himmel un Erd.

Von Dezember 2006 bis März 2017 war er samstags im ZDF in der Kochshow Lafer! Lichter! Lecker! zu sehen, in der er zusammen mit Horst Lichter und jeweils zwei Prominenten kochte. Am 8. November 2007 trat Lafer in der VOX-Sendung Die Kocharena gegen fünf Gewinner aus der Kochsendung Das Perfekte Dinner an und gewann bei 3 von 5 Gängen. Seit 2008 moderiert er im Wechsel mit anderen Fernsehköchen die ZDF-Sendung Die Küchenschlacht.

Im September und Oktober 2014 zeigte das ZDF im werktäglichen Nachmittagsprogramm die 35-teilige Backshow Deutschlands bester Bäcker mit Lafer als Hauptjuror. Dabei handelt es sich um eine von Endemol Shine Germany produzierte Adaption des britischen Formats Britain’s Best Bakery. Im Herbst 2015 wurde eine zweite Staffel der Show gezeigt, gefolgt von einem 18-teiligen Weihnachtsspecial, in dem Deutschlands bester Weihnachtsbäcker ermittelt wurde.

In der 28. Ausgabe der Sendung Weißblaue Geschichten, die in der Steiermark entstand, erschien er in der Rolle eines Kochs in zwei kurzen Abschnitten.

Ab dem 13. Mai 2024 moderierte er bei Sat.1 seine Kochsendungen Drei Teller für Lafer. Die Sendung lief bis August 2024.

Radio Der Radiosender SWR3 veranstaltet in unregelmäßigen Abständen zusammen mit Johann Lafer eine „interaktive Grillparty“. Zu dieser wird jeweils eine prominente Persönlichkeit eingeladen, die beim Grillen helfen darf. Die Zuhörer können sich die Zutaten- und Zubereitungsliste auf der Webseite des Radiosenders vorab ansehen und vor dem Radio mitgrillen. Moderator der Sendung war bisher immer Kristian Thees. Prominente Mitgriller waren ab 2007 zum Beispiel Barbara Schöneberger, Andreas Müller, Simone Thomalla, Sven Ottke, Matthias Steiner und Inge Posmyk, Jürgen Drews, Reiner Calmund und Mirja Boes.

Privatleben Lafer ist seit 1990 mit der Hotelfachfrau Silvia Buchholz-Lafer verheiratet, die ihn sieben Jahre zuvor in ihrem Restaurant angestellt hatte. Sie haben eine Tochter (* 1995) und einen Sohn (* 2001)., abgerufen am 9. September 2013

Lafer erwarb 2002 die Pilotenlizenz für Hubschrauber.

Am 30. Mai 2026 gab Lafer in einem Interview mit der Bild-Zeitung bekannt, seit November 2023 an Lymphdrüsenkrebs erkrankt zu sein. Er befindet sich in chemotherapeutischer Behandlung. Ende Juni 2026 teilte er in einem weiteren Interview mit, dass der Krebs aufgrund von Metastasen im gesamten Körper nicht mehr heilbar sei, jedoch eingedämmt werden könne.

Auszeichnungen 1980: Bester Pâtissier Deutschlands, Prämierung seiner Herstellungsweise und Präsentation von Nachspeisen. 1983: Ein Stern im Guide Michelin 1984 für das Le Val d’Or 1987: Beste Küchenmeisterprüfung in Rheinland-Pfalz 1987: Zwei Sterne im Guide Michelin 1988 für das Le Val d’Or 1997: Lafer wurde vom Gault-Millau als Koch des Jahres ausgezeichnet. 1998: Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark für besondere Verdienste zum Wohl des Landes. 1999: Die Gastronomische Akademie Deutschlands verlieh ihm die Goldmedaille für das Buch Desserts, die mein Leben begleiten und die Silbermedaille für das Buch Johann Lafers Kochschule. 2004: Verleihung des Five Star Diamond Award der American Academy for Hospitality and Science, Ernennung zum Botschafter der Steiermark 2005: Auszeichnung mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Steiermark. Die Vereinigung Ordre des Coteaux de Champagne ernannte Lafer zum Chevallier. Er bekam die erstmals verliehene Auszeichnung Ecole des Chefs Trophy von Relais et Châteaux für besonders herausragende Kochkurse. 2006: Lafer wurde zum Fernsehkoch des Jahres gewählt. 2007: Lafer wurde für seine Verdienste um die Steiermark mit dem Großen Josef-Krainer-Preis, einer der bedeutendsten Ehrungen der Steiermark, ausgezeichnet. 2007: Negativpreis Saure Gurke für einen besonders frauenfeindlichen Fernsehbeitrag (zusammen mit Horst Lichter für Lafer! Lichter! Lecker!) 2010: Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 2012: Ehrung Auslandsösterreicher des Jahres. Auszeichnung des Auslandsösterreicher-Weltbund 2024: Georg-Scheu-Plakette

Weblinks

lafer.de Louis Lewitan: „Ich habe gemerkt, mein Körper lebt noch“. In: Zeitmagazin, Nr. 11/2011, 10. März 2011. (Interview mit Lafer)

Einzelnachweise

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