mini|Die Themenbereiche von User Experience Design User Experience Design (UXD, UED oder XD), deutsch etwa „Benutzererfahrungsgestaltung“, beschreibt in erster Linie den Gestaltungsprozess für eine Service- oder Produktinteraktion, etwa unter Zuhilfenahme digitaler grafischer Benutzeroberflächen, und bildet einen Bestandteil des Phänomens der Benutzererfahrung (engl. User Experience). Diese Interaktion mit einem ProduktAaron Schmidt, Amanda Etches: Useful, Usable, Desirable: Applying User Experience Design. ALA Editions, 2014. ISBN 978-0-8389-1226-3 wird durch das Zusammenspiel von Benutzerfreundlichkeit, Gebrauchstauglichkeit, visuellem Design, Interaktionsdesign, Content-Strategie, Benutzeroberflächen, Typografie und Funktionalität geschaffen. Damit wird das Produkt eines geschäftstätigen Anbieters – unter Umständen bei einem spontanen, oder aber auch bei einem vorgeplanten Event oder Ereignis – für den potentiellen zukünftigen Kunden, für den potentiellen künftigen Benutzer „erlebbar“ gemacht.
Die vom Anbieter des Produkts realisierte Schnittstellen-Bildhaftigkeit, ebenso wie die Erkennung einer haptischen Scrollbewegung oder eines Buttons, werden – vermittels der Deutung der Gestaltung seitens des Benutzers – eins zum anderen, zur Ausgestaltung einer Interaktion, miteinander kombiniert. Die so gestalteten Kontexte und Symboliken für definierte Services und nachgeordnete Produkte können vom Benutzer erkannt und rezipiert werden. „User Experience Design“ bildet daher „den Oberbegriff für eine Vielzahl an Management-Methodiken, die für die Verbesserung von Prozessen, Strukturen und Produkten aus der Perspektive der Kundenzentrierung genutzt werden“.
Ursprung User Experience Design ist eine konzeptionelle Designdisziplin, und deren Ursprung liegt in dem Entwurf von Systemen, die die Erfahrung des Benutzers berücksichtigen. Dabei liegt die Konzentration darauf, eine Verbindung zwischen menschlichen Benutzern, Maschinen und deren Umfeld zu schaffen.Design in motion. In: IBM Design. Abgerufen am 18. Juni 2015.
Mit der Verbreitung von Computern am Arbeitsplatz in den frühen 1990er Jahren wurde die User Experience zu einer positiven Erkenntnis für Designer. Donald Norman, Professor und Forscher auf den Gebieten Design, Benutzerfreundlichkeit und Kognitionswissenschaften, prägte den Begriff „User Experience“ und brachte ihn einem breiteren Publikum nahe."UX Design Defined", 16/08/2010Kujala, Sari; Roto, Virpi; Väänänen-Vainio-Mattila, Kaisa; Karapanos, Evangelos; Sinneläa, Arto (2011). "UX Curve: A method for unlimited long-term user experience". Interacting with Computers. 23 (5): 473–483. doi:10.1016/j.intcom.2011.06.005.
Designwissenschaftler und -praktiker Don Norman bildet eine Zugangsmöglichkeit für alle, die einen Bezug auf ihre geschäftliche Sichtweise durch die User-Experience-Design-Community zu schaffen. Norman behauptet, dass, wenn Designer Menschen nur als Kunden, Verbraucher und Nutzer beschreiben, Designer ihre Fähigkeit, gutes Design zu machen, zulassen.
Bestandteile von User Experience Design
Experience Design Experience Design (XD) ist die Praxis der Gestaltung von Produkten, Prozessen, Dienstleistungen, Events, Veranstaltungen, Omnichannel-Journeys und Umgebungen mit einem Schwerpunkt auf der Qualität einer Benutzererfahrung und kulturell relevanten Lösungen. Experience Design wird nicht von einer einzigen Designdisziplin bestimmt – stattdessen erfordert sie eine disziplinübergreifende Perspektive, die mehrere Aspekte der Marke / des Geschäfts / des Umfelds / der Erfahrungen von Produkt, Verpackung und Einzelhandelsumgebung bis hin zur Kleidung und Einstellung der Mitarbeiter berücksichtigt. Experience Design versucht, die Erfahrung eines Produkts, einer Dienstleistung oder einer Veranstaltung entlang einer oder aller der folgenden Dimensionen zu entwickeln:
Dauer (Einführung, Eintauchen, Abschluss und Fortsetzung) Intensität (Reflex, Gewohnheit, Engagement) Breite (Produkte, Dienstleistungen, Marken, Nomenklaturen, Kanäle/Umwelt/Werbung und Preis) Interaktion (passiv ↔ aktiv ↔ interaktiv) Auslöser (alle menschlichen Sinne, Konzepte und Symbole) Bedeutung (Sinn, Status, Emotion, Preis und Funktion)
Anfängliche Forschung Eine anfängliche Forschung zu dem Themenfeld des Produkts und dem Wettbewerb ist entscheidend für die User Experience. User Experience Design bezieht sich auf Designansätze wie die Mensch-Computer-Interaktion und benutzerzentriertes Design. UX Design beinhaltet zudem Elemente aus ähnlichen Disziplinen wie Interaktionsdesign, visuellem Design, Informationsarchitektur, und vielen mehr.
Personas
Der zweite Teil der Forschung besteht darin, den Endbenutzer und den Zweck der zu erstellenden Anwendung zu verstehen. Auch wenn dies dem UX-Designer klar zu erscheinen mag, werden die besten Ergebnisse erzielt, wenn sich der UX Designer in die Rolle des Benutzers hineinversetzt. Dazu kommen sog. Personas zum Einsatz.
Personas sind fiktionale Personen, die Charakteristiken wie dem Namen, der Altersgruppe, dem Beruf, Hobbys, Gründen wie und warum sie handeln sowie die Wünsche und Problematiken für die Erstellung eines Produkts verdeutlichen. Diese abstrakt generierten Ergebnisse aus der Forschung und Erfahrung werden gebündelt und helfen bei der Entwicklung einer benutzerfreundlichen Anwendung.
Visuelles Design
Visuelles Design, auch bekannt als Grafikdesign, User Interface Design, Kommunikationsdesign und visuelle Kommunikation, repräsentiert die Ästhetik oder das Look-and-Feel des Frontends einer jeden Benutzeroberfläche. Die grafische Anordnung von Oberflächenelementen wird oft als visuelle Gestaltung wahrgenommen. Der Zweck des visuellen Designs besteht darin, visuelle Elemente, wie Farben, Bilder und Symbole, zu verwenden, um dem Publikum eine Botschaft zu vermitteln. Grundlagen der Gestaltpsychologie und der visuellen Wahrnehmung bieten eine kognitive Perspektive, um effektive visuelle Kommunikation zu schaffen.
Informationsarchitektur
Informationsarchitektur ist die Kunst und Wissenschaft der Strukturierung und Organisation von Informationen in Produkten und Dienstleistungen zur Unterstützung der Benutzerfreundlichkeit und Auffindbarkeit.Visual Design Guide. In: Web Style Guide (englisch). Sie soll intuitiv bedienbar sein und sich an das Verhalten der Zielgruppe anpassen.
Im Kontext der Informationsarchitektur sind Informationen sowohl vom Wissen als auch von Daten getrennt und liegen verschwommen dazwischen. Es handelt sich um Informationen über Objekte.What is IA? (PDF). In: Information Architecture Institute, 2013. Die Objekte können von Websites über Software-Anwendungen bis hin zu Bildern u. a. reichen. Metadaten sind ein zusätzlicher Faktor: Begriffe, die zur Beschreibung und Darstellung von Inhaltsobjekten wie Dokumenten, Personen, Prozessen und Organisationen verwendet werden. Zur Informationsarchitektur gehört auch die Strukturierung von Seiten und deren Navigation.
Interaktionsdesign
Interaktionsdesign ist ein wesentlicher Bestandteil des User Experience Designs, bei dem die Interaktion zwischen Benutzern und Produkten im Fokus steht. Ziel des Interaktionsdesigns ist es, ein Produkt zu entwickeln, welches intuitiv und effizient nutzbar ist und den Benutzern ermöglicht, ihr Vorhaben über eine leichte und intuitive Handhabung zu erreichen.
Die derzeitige starke Betonung des User-zentrierten Designs und der starke Fokus auf die Verbesserung der Benutzererfahrung machen Interaktionsdesigner zu einem entscheidenden Faktor bei der Konzeption von Produkten, welche den Erwartungen der Benutzer entsprechen sollen und die Standards der neuesten User-Interface-Muster und -Komponenten erfüllen.
In den letzten Jahren hat sich die Rolle des Interaktionsdesigners von der reinen Konzentration auf die Spezifikation von User Interface-Komponenten und deren Kommunikation mit Ingenieuren hin zu einer Situation verlagert, in der Designer mehr Freiheit haben, kontextbezogene Schnittstellen zu entwerfen, die den Bedürfnissen des Users gerecht werden. Aus diesem Grund hat sich User Experience Design zu einem multidisziplinären Designzweig entwickelt, der zahlreiche technische Aspekte vom Motion Graphic Design über die Animation bis hin zur Programmierung umfasst.
Benutzerfreundlichkeit
Benutzerfreundlichkeit oder auch Gebrauchstauglichkeit ist das Maß, mit dem ein Produkt von bestimmten Benutzern verwendet werden kann, um festgelegte Ziele – einhergehend mit Effektivität, Effizienz und Zufriedenheit – in einem bestimmten Nutzungskontext zu erreichen. Je einfacher, effizienter und effektiver die Bedienung eines Produktes ist, desto höher ist dessen Gebrauchstauglichkeit (im IT-Techtalk „Usability“ genannt).
Die Benutzerfreundlichkeit ist in allen von Menschen benutzten Arbeitsgeräten enthalten und wird sowohl auf digitale als auch auf nicht-digitale Geräte ausgeweitet. Es handelt sich also um eine Untergruppe der User Experience, die jedoch nicht vollständig abgeschlossen ist. Der Abschnitt der Benutzerfreundlichkeit, der sich mit dem User Experience Design überschneidet, bezieht sich auf die Fähigkeit des Menschen, ein System oder eine Anwendung zu benutzen. Gute Benutzerfreundlichkeit ist für eine positive Benutzererfahrung unerlässlich, garantiert sie aber nicht allein.
Benutzerfreundlichkeit ist ein objektives Qualitätsmerkmal von User Experience Design, welche durch Gebrauchstauglichkeitstests getestet werden kann. Dennoch stehen im Fokus der Gebrauchstauglichkeit die auftretenden Probleme der Interaktion eines Produktes und weniger die subjektive Wahrnehmung der Nutzer.
Barrierefreiheit
Die Zugänglichkeit oder auch Accessibility eines Systems beschreibt dessen leichte Verständlichkeit, Nutzung und Erreichbarkeit. Im Hinblick auf die Gestaltung der User Experience kann sie auch mit der allgemeinen Verständlichkeit der Informationen und Funktionen zusammenhängen. Sie trägt dazu bei, die mit einem System verbundene Lernkurve zu verkürzen, durch ein selbsterklärendes Handling. Zugänglichkeit kann in vielen Kontexten auch mit der Einfachheit einer Anwendung für Menschen mit Behinderungen in Verbindung gebracht werden und fällt unter Benutzerfreundlichkeit.
Web Content Accessibility Guidelines
Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0 decken ein breites Spektrum von Empfehlungen ab, um Web-Inhalte leichter zugänglich zu machen. Dies macht im Allgemeinen Web-Inhalte für Benutzer besser verwendbar. Werden Inhalte für alle Arten von Benutzern besser nutzbar und leichter zugänglich gemacht, verbessert dies die gesamte User Experience eines Benutzers.
Webseiten, die den Web Content Accessibility Guidelines entsprechen, sind auch für Menschen mit motorischen und sensorischen Einschränkungen zugänglich. Diese können die bereitgestellten Informationen erfassen und notwendige Eingaben tätigen.
Mensch-Computer-Interaktion
Die Mensch-Computer-Interaktion befasst sich mit dem Design, der Bewertung und Implementierung interaktiver Computersysteme für den menschlichen Gebrauch und mit der Untersuchung der wichtigsten Phänomene, die diese umgeben.
User-Experience-Designprozess
Forschung und Vorbereitung des Designs Benutzermodelle oder Personas sind zusammengesetzte Muster, die auf Verhaltensmustern basieren, welche während der Forschung, mittels einer Recherche, aufgedeckt wurden. Personas bieten Designern eine präzise Art des Denkens und der Kommunikation: Wie sich Benutzergruppen verhalten, in welchem Umfeld sie sich befinden, wie sie denken, was sie erreichen wollen und warum. Sobald diese erstellt sind, helfen Personas dem Designer, die Ziele der Benutzer in bestimmten Zusammenhängen zu verstehen, was besonders während der Ideenfindung und zur Bewertung von Designkonzepten nützlich ist. Andere Arten von Modellen umfassen Workflow-Modelle, Produktmodelle und physikalische Modelle.
Designprozess