mini|Blick vom Johannisberg Der Stadtbezirk Mitte () ist der zentrale Stadtbezirk der kreisfreien Stadt Bielefeld in Nordrhein-Westfalen. Mit mehr als 80.000 Einwohnern ist er auch der bevölkerungsreichste Stadtbezirk von Bielefeld.

Geografie

Der Bielefelder Stadtbezirk Mitte liegt an der Nordostseite des Teutoburger Waldes im Ravensberger Hügelland vor dem nördlichen Ausgang des Bielefelder Passes. Der Teutoburger Wald nimmt am südwestlichen Rand des Stadtbezirks Höhen bis etwa an. Es gibt keinen größeren Fluss im Stadtbezirk; einige Bäche wie Lutterbach, Baderbach, Mühlenbach, Finkenbach und Wellbach entwässern das Gebiet dem natürlichen Gefälle folgend in nordöstlicher Richtung zur Weser hin.

Ausdehnung des Gebiets des Stadtbezirks

Die Nord-Süd-Ausdehnung und die West-Ost-Ausdehnung des Stadtbezirks betragen je knappe sechs Kilometer bei einer Fläche von 18,53 Quadratkilometern. Das Rathaus liegt auf einer Höhe von .

Nachbarbezirke

An einem Punkt im äußersten Westen grenzt der Stadtbezirk Mitte an den Stadtbezirk Dornberg, im Westen und Norden an den Stadtbezirk Schildesche sowie im Osten an den Stadtbezirk Heepen. Den Süden begrenzen die Stadtbezirke Stieghorst und Gadderbaum, wo einzelne Einrichtungen der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel unmittelbar hinter der Stadtbezirksgrenze liegen.

Stadtbezirksgliederung

Der historische Stadtkern Bielefelds bestand im Mittelalter aus zwei getrennten Städten, die je einen eigenen Rat und Bürgermeister besaßen. Das ursprüngliche Siedlungszentrum war die Altstadt um Obern- und Niedernstraße. Ab dem 13. Jahrhundert entstand zwischen der Altstadt und der neu entstehenden Sparrenburg die Neustadt. 1520 wurden beide zu einer Stadt vereinigt. Heute wird umgangssprachlich das gesamte hufeisenförmige Gebiet der historischen Alt- und Neustadt als Altstadt bezeichnet.

Die Bielefelder Altstadt bildet mit den angrenzenden Gebieten rund um das Rathaus, den Jahnplatz, den Kesselbrink und die Bahnhofstraße das Stadtzentrum. Das Stadtzentrum ist das bevorzugte Einkaufsviertel Bielefelds und Sitz zahlreicher Einrichtungen von gesamtstädtischer Bedeutung.

Südöstlich des Zentrums schließt sich am Nordhang des Teutoburger Waldes südlich der Detmolder Straße das Komponistenviertel an, das mit seinen vielen Villen zu den besseren Wohnlagen der Stadt zählt. Nördlich der Detmolder Straße liegt das dicht bebaute Dürkoppviertel, welches direkt östlich an die Altstadt angrenzt und sich vor allem durch seine engen Straßen und seine zahlreichen, eng aneinander gebauten, farbenfrohen Altbauten und die die Straßen überspannenden steinernen Dürkoppbögen, welche die Gebäude auf beiden Straßenseiten miteinander verbinden, auszeichnet. Das südöstliche Randgebiet des Stadtbezirks rund um die Stauteiche und die Oelmühlenstraße sowie die Walkenmühle gehörte bis 1930 zur Gemeinde Sieker und wird auch heute noch so genannt.

Das ausgedehnte Wohngebiet zwischen der Heeper Straße und der Eckendorfer Straße im Nordosten des Stadtbezirks ist ein traditionelles Arbeiterviertel, das im Volksmund auch V. Kanton genannt wird. Das Wohngebiet zwischen der Herforder Straße im Westen und Norden, der Walter-Rathenau-Straße im Osten sowie der Friedrich-Ebert-Straße und Werner-Bock-Straße im Süden wird Ostmannturmviertel genannt. Beiderseits der Herforder Straße und der Eisenbahn im Norden des Bezirks liegen ausgedehnte Industrie- und Gewerbegebiete, an die sich nordwestlich des Hauptbahnhofs mit dem Kamphofviertel ein weiteres traditionelles Arbeiterviertel anschließt. Im Westen der Innenstadt liegt zwischen der Jöllenbecker Straße und der Wertherstraße ein großes Altbaugebiet, das aufgrund seiner Lage und Struktur insbesondere für Universitätsangehörige ein attraktives Wohngebiet darstellt. Mittelpunkt dieses Viertels, auch Bielefelder Westen genannt, ist der Siegfriedplatz. Südlich der Wertherstraße schließt ein bevorzugtes Wohngebiet mit gründerzeitlichen Villen an, dass sich bis über den Nordhang des Teutoburger Waldes erstreckt.

Der Bielefelder Stadtbezirk Mitte ist nicht in amtliche Ortsteile gegliedert. Eine Übersicht über die Bevölkerungsverteilung geben die Einwohnerzahlen der Statistischen Bezirke, in die der Stadtbezirk Mitte eingeteilt ist: Statistischer Bezirk Einwohner(31.12.2024)001 Alt- und Neustadt2.795002 Kesselbrink2.847003 Pauluskirche4.482004 Dürkopp2.778005 Landgericht3.417006 Siegfriedplatz/Upmannstift11.324007 Nordpark4.003008 Stadtwerke2.993009 Güterbahnhof-Ost2.553010 Hammer-Mühle11.130011 Königsbrügge8.620012 Brands Busch2.743013 Stauteiche/Großmarkt4.689014 Heeper Fichten10.681015 Fuhrpark/Kammeratsheide3.147016 Bauerschaft Schildesche2.076

Geschichte

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung des Raums Bielefeld und der damit verbundenen Vergrößerung der Stadt Bielefeld wurden 1973 in Bielefeld Stadtbezirke eingerichtet. Dabei wurde aus den innerstädtischen Teilen der alten Stadt Bielefeld auch der Stadtbezirk Mitte gebildet.

Der Stadtbezirk Mitte besitzt kein eigenes Bezirksamt. Die bezirklichen Verwaltungsaufgaben und Dienstleistungen werden von der Stadtverwaltung Bielefeld im Neuen Rathaus wahrgenommen.

Religionen mini|Neustädter Marienkirche Im Stadtbezirk Mitte haben sowohl die Evangelische Kirche von Westfalen, die evangelische Landeskirche, als auch der zu dieser gehörige Kirchenkreis Bielefeld ihren Sitz. Präses der Landeskirche ist Annette Kurschuss, die seit 2021 auch Ratsvorsitze der EKD-Synode ist. Die Landeskirche umfasst das Gebiet der vormaligen preußischen Provinz Westfalen und der Kirchenkreis das Bielefelder Stadtgebiet mit Ausnahme der Stadtbezirke Brackwede, Senne und Sennestadt.

Im Stadtbezirk Mitte gibt es heute neun Kirchengemeinden dieses Kirchenkreises:Kirchengemeinden im Stadtbezirk Mitte auf der Website des Evangelischen Kirchenkreises Bielefeld. (Abgerufen am 12. August 2011) Ev. Altstädter Nicolaikirchengemeinde Ev.-Luth. Apostel-Kirchengemeinde Ev.-Luth. Jakobus-Kirchengemeinde Ev.-Luth. Lydia-Kirchengemeinde (2004 aus Erlöser- und Johannis-Gemeinde fusioniert) Ev. Markus-Kirchengemeinde (2002 aus Luther- und Markus-Gemeinde fusioniert) Ev.-Luth. Neustädter Marien-Kirchengemeinde Ev.-luth. Paulus-Kirchengemeinde Ev. Petri-Kirchengemeinde Ev.-Reformierte Kirchengemeinde (Süsterkirche) Seit dem 1. Mai 2005 ist die ehemalige Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde wieder Teil der Neustädter Marienkirchengemeinde, aus der sie 1958 hervorgegangen war.

Auch die Römisch-katholische Kirche hat im Stadtbezirk wichtige Verwaltungseinrichtungen konzentriert. Im Winfriedhaus nahe dem Kesselbrink hat der Gemeindeverband Minden-Ravensberg-Lippe des Erzbistums Paderborn seinen Sitz, der zusätzlich noch die Kreise Herford, Minden-Lübbecke und Lippe umfasst. Das Dekanat Bielefeld-Lippe hat seinen Sitz seit 2009 im ehemaligen Klostergebäude neben der katholischen Sankt-Jodokus-Kirche am Klosterplatz. Im Stadtbezirk Mitte gehören zum Dekanat vier Kirchengemeinden: die Kirchengemeinde Sankt Joseph Bielefeld, Sankt Jodokus Bielefeld, die Liebfrauengemeinde Bielefeld und die Kath. Pfarrei Sankt Meinolf.

Daneben gibt es auch noch verschiedene Freikirchen, darunter eine Mennonitengemeinde. Für die Mitglieder der Neuapostolischen Kirche im Stadtbezirk gibt es die Gemeinden Mitte und Kammerratsheide.

Nach langen Jahren in einem Gebäude an der Bismarckstraße hat die jüdische Kultusgemeinde seit September 2008 mit der Synagoge Beit Tikwa eine neue Heimat an der Detmolder Straße gefunden.

Politik mini|Altes Rathaus Seit der Kommunalwahl 2025 (Wahlbeteiligung: 57,2 %) setzt sich die Bezirksvertretung Bielefeld-Mitte wie folgt zusammen:

Wappen Der Bielefelder Stadtbezirk Mitte führt kein eigenes Wappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen mini|Kunsthalle Bielefeld Zu den wichtigsten Museen im Stadtbezirk gehören die Kunsthalle, das Kunstforum Hermann Stenner, das Museum Hülsmann, das Historische Museum, das Naturkundemuseum (Namu), das Museum Wäschefabrik und das Feuerwehrmuseum in der Hauptfeuerwache am Stadtholz. Zeitgenössische Kunst zeigt der Kunstverein Bielefeld in seinem Museum Waldhof. Das Deutsche Fächermuseum zeigt Fächer sowie entsprechende Accessoires und beherbergt eine Fachbibliothek.

Bauwerke mini|Sparrenburg Wahrzeichen Bielefelds und des ganzen Ravensberger Landes ist die am Südrand des Stadtbezirks gelegene Sparrenburg.

Parks mini|Nordpark Der wichtigste Park in Bielefelds Mitte ist der Ravensberger Park, der mit dem Rochdale-Park eine Einheit bildet. Weitere Parkanlagen sind der Bürgerpark, der Nordpark, der Ostpark und der Nicolaifriedhof. Eine kleine Parkanlage (Park der Menschenrechte) ist 2004 durch die Freilegung der Lutter am Gymnasium am Waldhof entstanden. Der „Dr. Mildred Scheel Park“ liegt am Klinikum Mitte der Städtischen Kliniken.

Sport mini|SchücoArena Die beiden größten Bielefelder Fußballstadien liegen im Stadtbezirk Mitte. Das größte ist die SchücoArena, im Volksmund traditionell Alm genannt, und verfügt über 26.515 Plätze. Hier spielt der DSC Arminia Bielefeld. Die Arminia gehört momentan der 2. Bundesliga an. Das zweitgrößte Stadion mit über 12.000 Zuschauerplätzen ist das Stadion Rußheide, in dem der VfB Fichte Bielefeld, die Bielefeld Bulldogs, sowie die zweite Mannschaft der Arminia spielen.

Im neuen Bahnhofsviertel direkt hinter dem Hauptbahnhof liegt das Erlebnisbad „Ishara“. In der Nähe der Ravensberger Spinnerei liegt das städtische Freibad „Wiesenbad“, dass zugleich auch das größte Freibad Bielefelds ist und als einziges einen Sprungturm mit einer 10 Meter-Plattform besitzt.

Nahe der östlichen Stadtbezirksgrenze zu Heepen liegt die in den 1950er-Jahren erbaute Radrennbahn Bielefeld.

Hinzu kommen die diversen Hallen und Gymnastikräume der Schulen im Stadtbezirk, so die Dreifachhalle „Heeper Fichten“ und die Zweifachhalle der Volkeningschule.

Vereine

Zahlreiche kulturelle Einrichtungen und Vereine sind im Stadtbezirk Mitte tätig. Dazu zählen unter anderem: Bielefelder Jugendring (BJR) Pfadfinderstamm „Liebfrauen“ in der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (dpsg) Bund der Deutschen Katholischen Jugend – Stadtverband Bielefeld (BDKJ) Katholische Kaufmännische Vereinigung (KKV) Offene Ateliers Bielefeld e. V. Theater- und Konzertfreunde Bielefeld e. V.

Regelmäßige Veranstaltungen

Die wichtigsten Veranstaltungen in Bielefelds Mitte sind der Leinewebermarkt, das Sparrenburgfest und der Hermannslauf. Weitere inzwischen regelmäßig stattfindende Veranstaltungen sind der Weinmarkt im Innenstadtbereich und die Autoausstellung „La Strada“ in der Altstadt.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr → Siehe auch: Nahverkehr in Bielefeld mini|Hauptbahnhof mini|Der Jahnplatz 1985 mit Straßenbahn Die Detmolder Straße als Teil der B 66 verbindet die Bielefelder Innenstadt direkt mit der etwa sieben Kilometer östlich gelegenen Abfahrt „Bielefeld Zentrum“ der A 2 Dortmund–Hannover. Der Ostwestfalendamm als autobahnartig ausgebautes Teilstück der B 61 Hamm–Minden ist die wichtigste Nord-Süd-Achse Bielefelds. Seine Bedeutung stieg noch mit der Fertigstellung der A 33, womit die zeitweise stark befahrene Detmolder Straße entlastet und eine kreuzungsfreie Autobahnverbindung zum Industrie- und Gewerbegebiet an der Eckendorfer Straße ermöglicht wird.

Im Stadtbezirk liegen die beiden Knotenpunkte des öffentlichen Personenverkehrs, der Bielefelder Hauptbahnhof und der Jahnplatz. Ein weiterer Bahnhaltepunkt ist Bielefeld Ost an der Bahnstrecke nach Lemgo.