Raitenbuch ist ein Gemeindeteil des Marktes Hohenfels in Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern und eine Gemarkung. Raitenbuch war eine Gemeinde im Landkreis Parsberg.

Geographie Lage Das Kirchdorf liegt im oberpfälzischen Jura der Südlichen Frankenalb etwa 3,5 km südwestlich von Hohenfels auf ca. . Bei Raitenbuch kreuzen sich die Kreisstraßen NM 32 und NM 33.

Gemarkung Die Gemarkung Raitenbuch hat eine Fläche von 12,800 km² und ist in 963 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 13292,11 m² haben. In der Gemarkung liegen die Gemeindeteile Buchhausen, Granswang, Hausraitenbuch, Hitzendorf, Kuglhof, Raitenbuch, Röschenberg, Stetten, Vogelherd und Wendlmannthal.

Geschichte „Reitinpuoh“ ist erstmals im 9. Jahrhundert genannt, als der Adelige Adalbertus seinen dortigen Besitz im Tauschverfahren an das Regensburger Kloster Sankt Emmeram tradierte; zwei weitere zeitlich naheliegende Urkunden nennen ebenfalls den Ort.Jehle, S. 8, 16 Das Edelgeschlecht der Raitenbucher ist erstmals 1126/29 erwähnt. Es stand im Dienst des Hochstifts Regensburg; im 12. Jahrhundert erscheinen die Raitenbucher in mehreren Regensburger Urkunden als Zeugen, und zwei Regensburger Bischöfe, Kuno I. und Kuno II., entstammten diesem Geschlecht.Jehle, S. 49 Als die Raitenbucher um 1200 die Burg Hohenfels errichteten, nannten sie sich Hohenfelser;Jehle, S. 50, 454 das alte Raitenbuch wurde spätmittelalterlich zu Hausraitenbuch. Das Schloss Raitenbuch wurde aber im 13. Jahrhundert nicht von den Hohenfelsern, sondern vom Hochstift verliehen; es gehörte zum Erbschenkenamt des Hochstifts. Im 14. Jahrhundert konnten sich die Raitenbucher/Hohenfelser vom Hochstift als Dienstherren lösen.Jehle, S. 302, 455

Hofmark Raitenbuch mini|Bild von Schloss Raitenbuch mini|Raitenbuch mit dem Hofmarkschloss (1965 abgegangen) Die Hofmarksgerechtigkeit Raitenbuchs mit ihren niedergerichtlichen Befugnissen ist 1322 durch ein Privileg Kaiser Ludwigs des Bayern begründet und 1331 dem Heinrich von Raitenbuch als Belohnung für treue Dienste vom Kaiser bestätigt worden;Jehle, S. 408 sie soll bereits 1180 vom bayerischen Herzog Otto I. verliehen worden sein.Jehle, S. 455 Die Landeshoheit übte der Burglengenfelder Landrichter aus. Bei der Bildung des neuen Fürstentums Pfalz-Neuburg 1505 beanspruchte jedoch Pfalz-Neuburg alle Rechte über die Hofmark. 1544 kam es zu dem Vergleich, der die Hofmark endgültig hochgerichtlich unter das kurpfälzische Amt Hohenfels stellte, wenn auch Pfalz-Neuburg seine Ansprüche auf die Blutgerichtsbarkeit formell niemals aufgab.Wilhelm Volkert: Gerichtsverhältnisse im Pflegamt Hohenfels vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 100 (1959), S. 155–158 Durch das Dorf ging die Grenze der Ämter Hohenfels und Velburg; beide Ämter konkurrierten in der Frage der Hochgerichtsbarkeit über die Hofmark.Volkert, S. 156Jehle, S. 456 Im Kartenwerk von Christoph Vogel von 1600 sind die „Hofmarch Raitenbuech“ und das „Raitenbucher Hauß“ als der Ursprungssitz der Raitenbucher genannt.Günter Frank und Georg Paulus (Bearbeiter): Die pfalz-neuburgische Landesaufnahme unter Pfalzgraf Philipp Ludwig. Kollersried 2016, S. 322, 335 1622 bestand die Hohenfelser Hofmark Raitenbuch aus 40 kurpfälzischen „Mannschaften“.Jehle, S. 301 Als 1628 die Herrschaft Hohenfels dem Grafen Tilly tradiert wurde, kam Raitenbuch unter die hochgerichtliche Zuständigkeit des Schultheißenamtes Neumarkt. 1693 gelangte die Hofmark in den Besitz des Regensburger Domkapitels und verblieb dort bis zur Säkularisation 1803.Jehle, S. 457 f. Um diese Zeit, am Ende des Alten Reiches, bestand der Hofmarksitz Raitenbuch aus 14 Anwesen und einem gemeindlichen Hirtenhaus.Jehle, S. 511

Im Königreich Bayern wurde um 1810 der Steuerdistrikt Raitenbuch im Landgericht Parsberg (später Landkreis Parsberg) gebildet. Ihm gehörten neben Raitenbuch die drei Dörfer Hausraitenbuch, Hitzendorf und Stetten, die drei Weiler Granswang, Buchhausen und Gunzenhof sowie die fünf Einöden Fichten, Kleinbissendorf, Loch, Richt und Wendlmannthal an.Jehle, S. 535 Mit dem zweiten bayerischen Gemeindeedikt von 1818 entstand die Ruralgemeinde Raitenbuch aus Raitenbuch, Buchhausen, Granswang, Hausraitenbuch, Hitzendorf, Stetten und Wendlmannthal.Jehle, S. 544 Diese Gemeinde war 1858 um Kuglhof und 1964 um Röschenberg und Vogelherd vergrößert worden, eine Zeitlang auch um die Einöde Haslricht, die vor 1964 als unbewohnt wieder aufgegeben wurde.Jehle, S. 557 f. Zum 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Raitenbuch mit ihren zehn Gemeindeteilen nach Hohenfels eingemeindet.

Gebäude- und Einwohnerzahlen Das Dorf Raitenbuch hatte im Jahr 1832: 80 Einwohner, 15 HäuserJoseph Anton Eisenmann und Carl Friedrich Hohn: Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, 2. Bd., M-Z, Erlangen 1832, S. 358 1838: 94 „Seelen“, 16 Häuser in „Reitenbuch“, Nebenkirche der Pfarrei HohenfelsJoseph Lipf (Bearbeiter): Matrikel des Bisthums Regensburg. Regensburg 1838. S. 295 1861: 75 Einwohner, 32 GebäudeJoseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 797 1871: 82 Einwohner, 43 Gebäude, an Großviehbestand 1873 2 Pferde, 89 Stück Rindvieh 1900: 89 Einwohner, 17 Wohngebäude, 1925: 98 Einwohner, 16 Wohngebäude 1950: 106 Einwohner, 16 Wohngebäude 1970: 104 Einwohner 1987: 107 Einwohner, 24 Wohngebäude, 27 WohnungenAmtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. München 1991, S. 258

Die Gemeinde Raitenbuch von 1285,3 ha (Stand 1900) umfasste 1861: 322 Einwohner, 121 Gebäude (8 Orte) 1871: 322 Einwohner (Katholiken), 161 Gebäude, 62 Wohngebäude (8 Orte) 1900: 310 Einwohner (Katholiken), 65 Wohngebäude (8 Orte) 1925: 365 Einwohner (Katholiken), 58 Wohngebäude (8 Orte) 1950: 368 Einwohner, 59 Wohngebäude (11 Orte) 1970: 249 Einwohner (10 Orte)Jehle, S. 557 f. mini|Die Raitenbucher Kirche St.Aegid

Kirchliche Verhältnisse Die Orte Raitenbuch, Hitzendorf, Kuglhof, Stetten und Wendlmannthal gehörten zur katholischen Pfarrei Hohenfels im Bistum Regensburg. Buchhausen und Hausraitenbuch waren nach Pfraundorf gepfarrt, Granswang, Haselricht, Röschenberg und Vogelherd gehörten zur katholischen Pfarrei Lupburg. Die Kinder des Ortes Raitenbuch gingen im 19./20. Jahrhundert 4 km weit in die katholische Schule des Pfarrortes. Die in die Bayerische Denkmalliste eingetragene Nebenkirche in Raitenbuch hat als Patron den hl. Aegid.Jehle, S. 287 Die Protestanten der Gemeinde Raitenbuch gehörten um 1925 zur evangelisch-lutherischen Pfarrei Neumarkt i. d. Opf., um 1950 zum exponierten Vikariat Parsberg

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Hohenfels (Oberpfalz)#Raitenbuch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Hohenfels, Oberpfalz) Kategorie:Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Ersterwähnung im 9. Jahrhundert Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz