Johann Philipp August Leopold Rüdt (* 8. Dezember 1844 in Mannheim; † 30. Dezember 1918 in München) war ein deutscher sozialdemokratischer Bürstenbinder, Buchbinder R."Buchbinder R." heißt er - im Anschluß an Gustav Kittler - in Albert Großhans’ Buch "100 Jahre SPD Heilbronn 1874-1974" vgl.: Günther Emig , Politiker, Jurist, Redakteur, Mitglied der Zweiten Kammer der Badischen Ständeversammlung.

Werdegang Er bekannte sich während seines Studiums an der Universität Heidelberg bis 1870 zur Römisch-katholischen Kirche. rk., ab ca. 1870 freireligiös (gemäß den Matrikeln der Universität Heidelberg wohl erst nach seinem abgebrochenen Studium, vgl. Badische Biographien, Kohlhammer Verlag, 1996-387 S. 243) Er wurde zum Doktor promoviert, war Publizist in Heidelberg.

Während der Legislaturperioden 1891–1892 und 1891–1892 Mitglied der badischen Zweiten Kammer (SPD).

Ende der 1860er Jahre gründete er in Heidelberg eine Sektion des Lassalleanischen ADAV,ebert-gedenkstaette, Hoch das Manifest der Arbeit, er war auch Mitbegründer der SDAP. 1869 bis 1870 war er Mitredakteur des Der Volksstaat. Ende 1870 wurde er aus Sachsen ausgewiesen. 1887 kehrte er nach Heidelberg zurück.Dieter Fricke, Rudolf Knaack, Dokumente aus geheimen Archiven: Übersichten der Berliner politischen Polizei über die allgemeine Lage der sozialdemokratischen und anarchistischen Bewegung, 1890–1906, H. Böhlau, 1983 - Anarchism - 588, S. 26 Innerhalb des Mannheimer Wahlkreis der Sozialdemokratie pflegte er eine Rivalität zu August Dreesbach, was zu seinem Ausschluss auf dem Parteitag in Breslau 6.–12. Oktober 1895 führte.Parteiausschuß Rüdts und die Gründung der "Freien sozialistischen Vereinigung" ("Unabhängige Sozialisten") Der Ausschlußantrag für Rüdt wurde beim nächsten sozialdemokratischen Parteitag in Breslau durch einen Freund Dreesbachs, Wilhelm Keil, erneut vorgebracht. Rüdt wurde schließlich in Abwesenheit – obgleich als Delegierter entsandt, hatte er sich wegen Krankheit entschuldigen lassen 554 aus der deutschen Sozialdemokratie ausgeschlossen. Stefan Peter Endlich, Sozialgeschichte der Stadt Pforzheim, 1862–1914: Arbeiterbewegung und sozialdemokratische Kommunalpolitik im Zeitraum der Industrialisierung, Lang, 1993 - Business & Economics - 820 S., S. 355

1895: zog er sich vom politischen Leben zurück, war er Gründer und Führer der „Freien Sozialistischen Vereinigung“, „Freier Sozialist“ – Bewegung der „Freien Sozialisten“ mit Zentrum in Mannheim. und wurde Gründungsvorsitzender der Freidenkervereinigung München.

Freidenkervereinigung München Die Freidenkervereinigung München wurde am 17. Juli 1895 unter der Vorsitz von Philipp August Rüdt gegründet. 1901 wurde Rüdt von Josef Sontheimer als Vorsitzender abgelöst.Hrsg. Karl Bosl, Bayern im Umbruch. Die Revolution von 1918, ihre Voraussetzungen, ihr Verlauf und ihre Folgen, Munich and Vienna, 1969, S. 40 f.

Einzelnachweise

Weblinks Rüdt in den Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek

Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Deutsches Kaiserreich) Kategorie:Mitglied der Zweiten Kammer der Badischen Ständeversammlung Kategorie:SPD-Mitglied Kategorie:Person (Mannheim) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1844 Kategorie:Gestorben 1918 Kategorie:Mann