mini|hochkant|Ceca auf einem Konzert in Düsseldorf (2018)
Svetlana Ražnatović (; * 14. Juni 1973 in Prokuplje, Geburtsname Veličković Величковић) ist eine serbische Sängerin des Turbo-Folk, die unter ihrem Künstlernamen Ceca (Цеца) insbesondere in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens und in Südosteuropa populär und umstritten ist. Sie gilt als eine der kommerziell erfolgreichsten Sängerinnen des ehemaligen Jugoslawiens.
Leben, Karriere und Kontroversen Ceca wurde in der Stadt Prokuplje geboren und wuchs im nahegelegenen Dorf Žitorađa auf. Bekanntheit als Sängerin erlangte sie im Alter von 15 Jahren mit ihrem Debütalbum Cvetak zanovetak (1988) beim Musiklabel PGP-RTB. Ihre gleichnamige Single wurde im Jahr 1988 auf dem Ilidža Volksmusikfestival zum Song des Jahres gekrönt. Ihre Popularität und ihr kommerzieller Erfolg wuchsen in den 1990ern durch die Zusammenarbeit mit dem Songwriter-Duo Marina Tucaković und Milan Radulović, woraus unter anderem die Hits Kukavica (1992), Beograd (1995) und Idi dok si mlad (1995) hervorgegangen sind.
Im Jahr 1995 heiratete Ceca den wegen Kriegsverbrechen angeklagten Warlord Željko Ražnatović „Arkan“, mit dem sie zwei Kinder hat. Die Hochzeit im Jahr 1995 wurde international im Fernsehen übertragen und durch die lokalen Medien als ein „serbisches Märchen“ dargestellt. Ceca widmete viele ihrer Lieder direkt oder indirekt Arkan (z. B. Kukavica, Lepi grome moj). Im Jahr 2000 wurde ihr Ehemann in Belgrad erschossen und Ceca erbte die Präsidentschaft des Belgrader Fußballclubs FK Obilić, die sie nach einigen Jahren verkaufte.
Nach einer einjährigen Pause, ausgelöst durch den Tod ihres Ehemannes, veröffentlichte Ceca 2001 ihr bis dato erfolgreichstes Album Decenja. Im Jahr 2002 gab sie im Marakana-Stadion in Belgrad, vor etwa 70.000 Fans, ein Konzert im Gedenken an ihren ermordeten Ehemann, bei dem Wunderkerzen brannten und Sprechchöre den Kampfnamen „Arkan“ ihres Mannes anstimmten. Ihr Open-Air-Konzert im Belgrader Stadtteil Ušće im Jahr 2006, soll sogar über 100.000 Besucher gehabt haben. Im Jahr 2005 ließ sie sich für die serbische Ausgabe des US-amerikanischen Männermagazins Playboy ablichten.ceca.rssrbijadanas.com
Cecas Beziehung zu Ražnatović und die daraus resultierenden Kontakte zur Unterwelt machten sie für eine lange Zeit unantastbar. Nach dem tödlichen Attentat auf den Ministerpräsidenten Serbiens Zoran Đinđić im Jahr 2003, wurde Ceca in der darauffolgenden Polizeioperation Sablja (Säbel), wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen. Bei Ceca wurden unter anderem mehrere Waffen, als auch verschiedene Antiquitäten zweifelhafter Herkunft beschlagnahmt. Anschließend verbrachte sie 121 Tage in Untersuchungshaft und es häuften sich die kritischen Berichte zu ihrer Person, sodass sie nach ihrer Haftentlassung ein Gerichtsverfahren gegen das Boulevardblatt Kurir in Gang setzte.
Ende Januar 2007 wurde Ceca im Prozess gegen Mitglieder des mafiösen Zemun-Clans von einem Kronzeugen beschuldigt, den Besitzer des serbischen Fernsehsenders TV Pink Željko Mitrović als kapitalkräftiges Entführungsopfer vorgeschlagen zu haben. Dieser hatte in der Vergangenheit mit bevorzugten Sendeplätzen in seinem Programm erheblich zur Popularität Cecas beigetragen. Nach Bekanntwerden dieser Beschuldigungen wurden die Videos von Ceca aus dem Programm des Fernsehsenders genommen.… Serbien. In: tagesspiegel.de, 29. April 2007.
Cecas Lied Anđeo drugog reda (aus ihrem Album Autogram) ist im deutschen Spielfilm Tigermilch (2017) zu hören.
Einen drohenden Prozess konnte sie im Frühjahr 2011 durch einen Deal mit der Belgrader Staatsanwaltschaft abwenden. Sie hatte gestanden, als Präsidentin des Belgrader Fußballclubs FK Obilić Gelder des Vereins in Höhe von 5 Millionen Euro aus dem Transfer von Spielern an ausländische Clubs auf private Konten abgezweigt zu haben. Als Strafe musste sie eine Strafe in Höhe von 1,5 Millionen Euro zahlen und ein Jahr Hausarrest abbüßen, von dem ihr aber vier Monate wegen der im Jahr 2003 verbüßten Untersuchungshaft erlassen wurden.Vesna Rajković, Mirjana Dikić: Strafmilderung für serbischen Folk-Star. dw-world.de, 15. April 2011.
Des Weiteren ist Ceca wegen einiger Rechtsfragen von offiziellen Stellen Kroatiens zur Persona non grata erklärt und mit einem Einreiseverbot belegt worden.
Am 12. November 2022 wurde ihr Auftritt auf dem Balkanfestival im schweizerischen Dietikon aufgrund einer Bombendrohung unterbrochen. Nach der polizeilichen Entwarnung durfte Ceca wieder auftreten.
Diskografie Alben 1988: Cvetak zanovetak 1989: Ludo srce 1990: Pustite me da ga vidim/To, Miki 1991: Babaroga 1993: Šta je to u tvojim venama/Kukavica 1994: Ja još spavam u tvojoj majici 1995: Fatalna ljubav 1996: Emotivna luda 1997: Maskarada 1999: Ceca 2000 2001: Decenija 2004: Gore od ljubavi 2006: Idealno loša 2011: Ljubav živi 2013: Poziv 2016: Autogram
Remix-Alben 2005: London Mix 2012: C-Club
Singles (Auswahl) 1989: Zabraniću Srcu Da Te Voli 1990: Pustite me da ga vidim 1992: U snu ljubim medna usta (mit Dragan Kojić) 1992: Neču protiv druga svog (mit Rade Šerbedžija) 1994: K'o na grani jabuka (mit Željko Šašić) 1994: Ja još spavam u tvojoj majici 1995: Beograd 1995: Volela Sam, Volela 1995: Nije Monotonija 1995: Idi Dok Si Mlad 1996: Doktor 1996: Neodoljiv - Neumoljiv 1996: Kad Bi Bio Ranjen 1996: Mrtvo More 1996: Ličiš Na Moga Oca 1999: Drugarice 2001: 39,2 2001: Tačno Je 2001: Bruka 2001: Zabranjeni Grad 2001: Dragane Moj 2004: Gore od ljubavi 2004: Pazi Sa Kim Spavaš 2004: Neću Dugo 2004: Plan B 2006: Pile 2006: Lepi Grome Moj 2006: Manta, Manta 2006: Koža Pamti 2007: Vreme za ljubav ističe (mit Oliver Mandić) 2011: Sve Što Imam I Nemam 2013: Da Raskinem Sa Njom 2013: Ime I Prezime 2013: Turbulentno 2013: Brat 2013: Poziv 2013: 5 Minuta 2013: Dobro Sam Prošla 2013: Udaće Se Suze Moje 2013: Vidimo Se Daso 2013: Mrzi Me 2014: Ne zanosim se ja (mit Aca Lukas) 2016: Autogram 2016: Trepni 2016: Metar Odavde 2016: Nevinost 2016: Jadna Ti Je Moja Moć 2016: Didule 2016: Dobrotvorne Svrhe 2016: Cigani 2016: Anđeo Drugog Reda 2017: Lazov notorni (mit Saša Matić) 2024: Za Kraj 2024: Ne racunaj na mene (mit Maya Berovic) 2024: Više od sreće (mit Željko Joksimović) 2024: Muškarčina (mit Voyage)
Literatur
Weblinks
Website von Ceca Backup der ersten Ceca-Website Die Schlagerkönigin, die Waffen und die Millionen. Kurzporträt. In: Der Bund. 30. März 2011.
Einzelnachweise
Kategorie:Folksänger Kategorie:Musikproduzent Kategorie:Fußballfunktionär (Serbien) Kategorie:Model Kategorie:Musiker (Jugoslawien) Kategorie:Musiker (Serbien) Kategorie:Person (Belgrad) Kategorie:Jugoslawe Kategorie:Serbe Kategorie:Geboren 1973 Kategorie:Frau