Nainhof-Hohenfels war eine provisorische Gemeinde im ehemaligen Landkreis Parsberg und im Bereich des heutigen Truppenübungsplatzes Hohenfels.
Geographische Lage Die Gemeinde lag im oberpfälzischen Jura der Südlichen Frankenalb.
Geschichte Als 1938 damit begonnen wurde, den Truppenübungsplatz Hohenfels nördlich von Hohenfels anzulegen, waren über 50 Ortschaften davon betroffen. Die Ablösung und Räumung der Orte wurde durch die Reichsumsiedlungsgesellschaft umgesetzt.Jehle, S. 517 f. Nachdem die errichteten Barackenlager um den früheren Ort Nainhof herum nur für kurze Zeit mit Truppen belegt war, waren in ihnen bis Kriegsende Kriegsgefangene untergebracht. Zum 1. Oktober 1944 wurde der Heeresgutsbezirk Hohenfels gebildet. Nach dem Krieg war auf dem Areal ein Lager für Displaced Persons (DP). Als diese hauptsächlich in ihre Heimatländer zurückgekehrt waren, kamen dort ab 1948 Flüchtlinge und Vertriebene unter. Am 14. Dezember 1949 wurde der Heeresgutsbezirk schließlich aufgelöst und die zahlreichen Neusiedler zum 1. Januar 1950 in der provisorischen, 9821,32 ha großen Gemeinde Nainhof-Hohenfels mit dem Hauptort Nainhof zusammengefasst; eine Neuordnung in mehrere Gemeinden sollte später erfolgen. Die Gemeinde umfasste 2056 Einwohner in 120 Wohngebäuden, die sich auf die folgenden 55 Orte verteilten, wobei die Ortsnamen 1950 teilweise noch nicht amtlich aufgehoben (gekennzeichnet mit „n.a.a.“) bzw. noch nicht amtlich verliehen (gekennzeichnet mit „n.a.v.“) waren: Nainhof, Siedlung: 773 Einwohner, 9 Wohngebäude, Schule, kirchliche Stellen, Landpolizei-Posten Albertshof, Weiler: 43 Einwohner, 3 Wohngebäude Bergheim, Weiler: 61 Einwohner, 6 Wohngebäude Birket (n.a.v.) , Einöde : 7 Einwohner, 1 Wohngebäude Böhmöd, Einöde: 6 Einwohner, 1 Wohngebäude Butzenhof, Weiler: 16 Einwohner in Notwohngebäuden Christlmühle (n.a.v.), Einöde: 5 Einwohner, 1 Wohngebäude Deinfeld, Weiler: 40 Einwohner, 5 Wohngebäude Drosselberg (n.a.v.), Einöde: 7 Einwohner, 1 Wohngebäude Eggertsheim, Weiler: 22 Einwohner, 4 Wohngebäude Egra, Weiler: 21 Einwohner, 5 Wohngebäude Enslwang, Weiler: 118 Einwohner, 4 Wohngebäude, 1 Kirche, Schule Fischereis, Einöde: 6 Einwohner, 1 Wohngebäude Frabertshofen, Einöde: 37 Einwohner, 1 Wohngebäude Geishof, Einöde: 10 Einwohner, 2 Wohngebäude Großmittersdorf, Einöde: 11 Einwohner, 1 Wohngebäude Haasla, Weiler: 62 Einwohner, 8 Wohngebäude Haidlberg, Einöde: 6 Einwohner, 1 Wohngebäude Harras, Einöde: 17 Einwohner, 2 Wohngebäude Höfla, Einöde: 9 Einwohner, 1 Wohngebäude Hohenfels-Schmidmühlerstraße (n.a.v.), Einöde: 5 Einwohner, 1 Wohngebäude Kählod (n.a.v.), Einöde: 5 Einwohner, 1 Wohngebäude Kirchenödenhart, Weiler: 78 Einwohner, 7 Wohngebäude, Kirche, Schloss Klausen, Einöde: 5 Einwohner, 1 Wohngebäude Kreuzberg, Einöde: 9 Einwohner, 1 Wohngebäude, Kirche Laberthal, Einöde: 9 Einwohner, 1 Wohngebäude Leislberg, Einöde:7 Einwohner, 1 Wohngebäude Machendorf, Weiler: 19 Einwohner in Notwohngebäuden Madöd, Einöde: 9 Einwohner, 2 Wohngebäude Marienthal, Einöde: 5 Einwohner, 1 Wohngebäude Martinsberg (n.a.v.), Einöde: 4 Einwohner, 1 Wohngebäude Matzhausen, Einöde: 14 Einwohner, 2 Wohngebäude Mehlhaube, Einöde: 10 Einwohner, 1 Wohngebäude Neuhaus (n.a.v.), Einöde: 10 Einwohner, 1 Wohngebäude Neuhof, Einöde: 11 Einwohner, 1 Wohngebäude Neurödlhof (Neurödlberg), Einöde: 5 Einwohner, 1 Wohngebäude Oberdietldorf, Weiler: 28 Einwohner, 3 Wohngebäude Oberes u. unteres Forsthaus (n.a.v.), Einöde: 8 Einwohner, 2 Wohngebäude Oberlinder (a.n.v.), Einöde: 19 Einwohner, 1 Wohngebäude Oberödenhart, Einöde: 13 Einwohner, nur Notwohngebäude Philippshof, Einöde: 11 Einwohner, 1 Wohngebäude Pöllnricht, Einöde: 171 Einwohner, nur Notwohngebäude Rauschermühle (Neumühle), Einöde: 21 Einwohner, 2 Wohngebäude Raversdorf, Einöde: 23 Einwohner, 2 Wohngebäude Reiteröd, Weiler: 13 Einwohner, nur Notwohngebäude Richthof, Einöde: 13 Einwohner, 2 Wohngebäude Sichendorf, Weiler: 28 Einwohner, nur Notwohngebäude, 1 Kirche Schneideröd, Weiler: 12 Einwohner, 3 Wohngebäude Schwend, Weiler: 78 Einwohner, 6 Wohngebäude Unterlinder (n.a.v.), Einöde: 11 Einwohner, 1 Wohngebäude Unterödenhart, Weiler: 60 Einwohner, 7 Wohngebäude Viehhausen, Einöde: 6 Einwohner, 1 Wohngebäude Waltersheim, Weiler: 26 Einwohner, 4 Wohngebäude, 1 Kirche Willertsheim, Weiler: 21 Einwohner, 4 Wohngebäude Wölsdorf, Einöde: 12 Einwohner, 1 Wohngebäude
An unbewohnten bzw. abgegangenen Orten gehörten 1950 zur Gemeinde: Aicha (n.a.a.): abgebrochene Einöde in der ehemaligen Gemeinde Unterödenhart Haidensbuch (n.a.a.), Dorf: unbewohnt Haunberg (n.a.a.), Dorf: unbewohnt Johannenberg (n.a.a.), Einöde: abgebrochen Ludwigsberg (n.a.a.), Einöde: unbewohnt Ziegelhof (n.a.a.), abgebrochene Einöde
Für die Kinder der Gemeinde gab es in der Siedlung Nainhof-Hohenfels eine eigene Schule. Entferntere Orte waren den Schulsprengeln Adertshausen (so Enslwang), Dietldorf (so Neurödlhof/-berg, Oberdietldorf, Philippshof und Rauschermühle), Enslwang (so Drosselberg, Eggertsheim, Egra, Leislberg, Schwend und Waltersheim), Emhof (so Geishof, Kirchenödenhart, Matzhausen und Wölsdorf), Hohenburg (so Frabertshofen, Martinsberg, Raversdorf, Viehhausen und Willertsheim), Hohenfels (so Butzenhof, Christlmühle, Haasla, Höfla, Hohenfels-Schmidmühlerstraße, Klausen, Laberthal, Machendorf, Mehlhaube und Sichendorf) sowie Schmidmühlen (so Bergheim, Fischereis, Kählod, Kreuzberg, Madöd, Marienthal, Oberes u. unteres Forsthaus, Reiteröd, Richthof, Schneideröd und Unterödenhart) zugeteilt.
Bei der Bildung des Truppenübungsplatzes Hohenfels 1951 musste das Gebiet bis zum 1. Oktober 1951 erneut geräumt werden; die Ablösungsarbeiten begannen Ende August. Die Orte wurden in der Folgezeit durch den Übungsbetrieb der US-Armee größtenteils zu Wüstungen, einige wenige blieben als Kasernenorte im Truppenübungsplatz oder als Ansiedelungen außerhalb des Truppenübungsplatzes erhalten. Am 6. Oktober 1958 wurde die Gemeinde Nainhof-Hohenfels sowie die Gemeinden Geroldsee, Griffenwang, Pielenhofen und Lutzmannstein durch das Bayerische Staatsministerium des Innern offiziell aufgelöst und die Gemeindegebiete zum 1. Oktober 1970 zum Markt Hohenfels gegeben.Jehle, S. 519Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980. München 1983, S. 547 Seitdem sind die von den US-Streitkräften noch genutzten Orte im Süden des Truppenübungsplatzes (Albertshof, Mehlhaube, Nainhof, Pöllnricht und Unterödenhart) Gemeindeteile von Hohenfels.
Kirchliche Verhältnisse Für die Orte, die zur katholischen Pfarrei Hohenfels (St. Ulrich) im Bistum Regensburg gehörten, gab es im Hauptort Nainhof eine Expositur zu dieser Pfarrei. Einige Orte waren anderen katholischen Pfarreien des Bistums Regensburg zugeordnet. Die evangelischen Christen gehörten zur Tochterkirchengemeinde Nainhof-Hohenfels des evangelisch-lutherischen exponierten Vikariats Parsberg.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Hohenfels (Oberpfalz) Hohenfels Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) Kategorie:Gemeindegründung 1950 Kategorie:Gemeindeauflösung 1958