Nainhof ist ein Gemeindeteil des Marktes Hohenfels im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Nainhof liegt in der Gemarkung Hohenfels. Es ist ein Kasernenort der US Army im Truppenübungsplatz Hohenfels.
Geographische Lage Der Kasernenort liegt im oberpfälzischen Jura der Südlichen Frankenalb auf ca. .
Geschichte Im 19. Jahrhundert wurde aus Grabhügeln bei Nainhof hallstattzeitliche Funde geborgen.Cordula Nagler-Zanier: Ringschmuck der Hallstattzeit aus Bayern. Stuttgart 2005, S. 49
Um 1494 erscheint „Nainhofen“ in einem Urbar der Herrschaft Hohenfels mit zwei Anwesen.Wilhelm Volkert: Gerichtsverhältnisse im Pflegamt Hohenfels vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 100 (1959), S. 155 f. Um 1567 besteht der Ort aus zwei Höfen und einem Gut.Jehle, S. 300 Die Ansiedelung ist auch im Kartenwerk von ca. 1600 von Christoph Vogel im Amt Hohenfels vermerkt; sie heißt dort „Nenhof“.Günter Frank und Georg Paulus (Bearbeiter): Die pfalz-neuburgische Landesaufnahme unter Pfalzgraf Philipp Ludwig. Kollersried 2016, S. 490, 496 Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Nainhof aus einem Ganzhof und zwei kleineren Anwesen.Jehle, S. 489
Im Königreich Bayern wurde um 1810 der Steuerdistrikt Großbissendorf im Landgericht Parsberg (später Landkreis Parsberg) gebildet. Zu diesem gehörten die zwei Dörfer Großbissendorf und Großmittersdorf sowie die Einöden Albertshof, Effersdorf, Harras, Nainhof und Oedenthurn.Jehle, S. 532 Mit dem zweiten bayerischen Gemeindeedikt von 1818 entstanden daraus die Ruralgemeinden Großbissendorf und Großmittersdorf, wobei Nainhof zu Großmittersdorf gehörte.Jehle, S. 542 1830 wurden beide Gemeinden zur neuen Gemeinde Großbissendorf vereinigt.Jehle, S. 550
Als 1938 damit begonnen wurde, den Heeresgutsbezirk Hohenfels nördlich von Hohenfels anzulegen, war auch Nainhof davon betroffen. Die Ablösung und Räumung des Ortes wurde durch die Reichsumsiedlungsgesellschaft umgesetzt.Jehle, S. 517 f. Ab 1939 wurden wegen des Krieges geplante Baumaßnahmen für das Lager Nainhof nicht mehr umgesetzt, sondern nur ein Barackenlager errichtet, das nur für kurze Zeit mit Truppen belegt war, dann bis Kriegsende als Kriegsgefangenenlager genutzt wurde. Danach wurden hier „Displaced Persons (DP)“ untergebracht, hauptsächlich deportierte Polen, die hier auf die Rückkehr in ihre Heimat warteten.
Am 14. Dezember 1949 wurde der Heeresgutsbezirk durch Bayern aufgelöst und die zahlreichen Neusiedler – Flüchtlinge und Vertriebene – zum 1. Januar 1950 in der provisorischen Gemeinde Nainhof-Hohenfels (über 2000 Einwohner) zusammengefasst. Diese bestand aus 55 Orten; der Hauptort war Nainhof(-Siedlung) mit fast 800 Einwohnern. Bei der Bildung des Truppenübungsplatzes Hohenfels 1951 musste die Siedlung Nainhof bis zum 1. Oktober 1951 geräumt werden, sie wurde als Kasernenort („Camp Nainhof“) der US Army ausgebaut. Am 6. Oktober 1958 wurde die Gemeinde Nainhof-Hohenfels durch Bayern offiziell aufgelöst und das Gemeindegebiet zum 1. Oktober 1970 zum Markt Hohenfels gegeben.Jehle, S. 519Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980. München 1983, S. 547 Seitdem ist Nainhof ein amtlich benannter Gemeindeteil von Hohenfels.
Im 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gingen die Kinder 2 km weit nach Großbissendorf in die dortige katholische Schule.Friedrich Friedrich Zahn und Leonhard Reisinger: Statistik der deutschen Schulen im Regierungsbezirke der Oberpfalz und von Regensburg, Regensburg: Pustet, 1866, S. 387 Um 1950 hatte die Siedlung Nainhof-Hohenfels eine eigene Schule.
Gebäude- und Einwohnerzahl 1838: 19 „Seelen“, 2 HäuserJoseph Lipf (Bearbeiter): Matrikel des Bisthums Regensburg. Regensburg 1838. S. 295 1861: 12 Einwohner, 5 GebäudeJoseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 795 1871: 15 Einwohner, 6 Gebäude; Großviehbestand 1873: 2 Pferde, 16 Stück Rindvieh 1900: 18 Einwohner, 2 Wohngebäude 1925: 9 Einwohner, 1 Wohngebäude 1950: 773 Einwohner, 9 Wohngebäude („Siedlung“), Schule 1978: im amtlichen Ortsverzeichnis keine Einwohnerzahl 1987: Lager im Truppenübungsplatz (keine Einwohnerzahl)
Kirchliche Verhältnisse Nainhof gehörte zur katholischen Pfarrei Hohenfels im Bistum Regensburg.Jehle, S. 288 Um 1950 war Nainhof eine Expositur zu dieser Pfarrei. Die evangelischen Christen gehörten um 1950 zur Tochterkirchengemeinde Nainhof-Hohenfels des evangelisch-lutherischen exponierten Vikariats Parsberg.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Hohenfels, Oberpfalz) Kategorie:Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Hohenfels Hohenfels Kategorie:Ersterwähnung 1494