Welt in Flammen, auch Die Dürre (Originaltitel: The Burning World, Neuausgabe 1965 als The Drought), ist ein 1964 erschienener Science-Fiction-Roman des britischen Autors J. G. Ballard.
Deutsche Übersetzungen Welt in Flammen, dt. von Wulf H. Bergner, Hrsg.: Herbert W. Franke, Wolfgang Jeschke, Heyne, München 1968, ISBN 3-453-30488-8. Die Dürre, dt. von Maria Gridling, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-518-37475-3.
Personen Dr. Charles Ransom, Arzt im Krankenhaus von Mount Royal Richard Foster Lomax, Charles Ransoms Nachbar, Architekt Quilter, Sohn von Mrs. Quilter, Lomax’ Helfer und Vertrauter Mrs. Quilter, Mutter von Quilter Captain Tulloch, Dampferkapitän Catherine Austen, Tochter des Zoodirektors von Mount Royal Philip Jordan, junger Einsiedler, Tagelöhner, Freund von Ransom Reverend Howard Johnstone, Pfarrer der Presbyterianer-Kirche von Larchmont Edward Gunn, Besitzer des Geschäfts für Eisenwaren und Bootsbeschläge, Mitglied der Stadtmiliz Matthew Grady, Durchreisender Judith Ransom, Polizistin, Frau von Charles Ransom Captain Hendry, Polizist, neuer Partner von Judith Ransom Miranda Lomax, Schwester von Richard Foster Lomax Whitman, Fahrer eines Tankwagens Jonas, Fischer, Vater von Philip Jordan Saul, Fischer
Sybil Johnstone, Frau von Howard Johnestone Julia Johnstone, älteste Tochter von Sybil und Howard Johnstone Vanessa Johnstone, Tochter von Sybil und Howard Johnstone Frances Johnstone, Tochter von Sybil und Howard Johnstone Herbert, Siedler am Meer Ethel, Siedlerin am Meer Jonathan Grady, Pirat, Matthew Gradys Sohn Bullen, ein Torwächter der Johnstone-Siedlung
Mister Jordan, Philips Pflegevater, circa 75 Jahre, blind
Handlung In einer nicht näher bestimmten Zukunft hält seit fünf Monaten eine weltweite Trockenheit an. Sämtliche Weltmeere sind von einer bis zu 1.500 Kilometer langen hauchdünnen aber widerstandsfähigen monomolekularen Schicht aus saturierten Polymeren in langen Ketten bedeckt. Diese haben sich durch Industrieabfälle und andere Rückstände gebildet und verhindern das Verdunsten des Wassers. Es konnte kein technisches oder chemisches Verfahren zu ihrer Auflösung gefunden werden.
1. Kapitel Dr. Charles Ransom lebt auf einem Hausboot, in der Nähe von Larchmont bei Mount Royal. Seine Bekannte Mrs. Quilter und ihr Sohn leben auf einem morschen Boot – ein Geschenk seines Nachbarn Richard Foster Lomax. Die Frühjahr und Sommer anhaltende Dürre lässt die Wasserpegel sinken, der Lake Constant ist von einem fast fünfzig Kilometer langen See zu einer Reihe kleiner Tümpel geschrumpft, auf dem viele tote Fische und Vögel schwimmen. Mount Royal wird gerade evakuiert. Nach der Schließung des Krankenhauses hat Ransom seine Abreise noch aufgeschoben, bis die großen Staus nach Süden in Richtung Küste sich auflösen. Er kehrt von einem einwöchigen Aufenthalt auf dem ehemaligen Lake Constant zurück und besucht Catherine Austen. Als er bei ihr Wasser holt, legt Philip Jordan am Hausboot an. Er hat einen ölverklebten Schwan an Bord seines Skiffs. Vergeblich versucht Ransom, den Schwan mit Lösungsmittel zu reinigen. Der Bitte Jordans um sauberes Wasser und Seife kann Ransom nicht nachkommen; wegen der Wasserknappheit müsse man Prioritäten setzen und sparen. Jordan rudert davon und will selbst nach sauberem Wasser suchen.
2. Kapitel Ransom geht durch die verlassene und von einer dicken Staubschicht bedeckte Stadt Larchmont. Gärten sind verdorrt, Schwimmbecken verdunstet, überall liegt Müll. Reverend Howard Johnstone fährt mit seinem Auto heran und nimmt Ransom mit. Johnstone hatte Brunnen bohren lassen, eine Stadtmiliz aufgestellt und dazu aufgerufen, den Kampf gegen die Dürre nicht aufzugeben. Trotz der Flucht fast aller Gemeindemitglieder ist er weiterhin fest entschlossen in Larchmont auszuharren. Johnstone erzählt Ransom von den Schwierigkeiten der letzten Woche. Es sei Ransom noch möglich sich von Judith zu verabschieden, die Polizeinachhut wäre noch nicht abgereist. Johnstone und Ransom fahren zu einem gerade eskalierenden Zwischenfall. Edward Gunn beschuldigt einen Fremden, versucht zu haben Wasser aus dem Taufbecken zu stehlen. Der Fremde wollte das Wasser für seine Familie, mit der er schon lange unterwegs ist, und versucht seine Schuld mit Geld zu begleichen. Der Reverend lehnt ab und schickt ihn fort. Ransom gibt dem Fremden seine Adresse und sagt ihm, er könne dort Wasser bekommen. Später erreicht Ransom sein Haus; sein Nachbar Lomax hat eine funktionierende Fontäne und einen gefüllten Pool. Ransoms Haus ist verlassen, die Lebensmittel sind verdorben, seine Frau Judith hatte es in den letzten Jahren nur als zweckmäßig gelegene Wohnung betrachtet, weniger als ein Heim. Ransom sieht die Post durch. Der Fremde taucht auf und stellt sich als Matthew Grady vor. Ransom gibt ihm Wasser, Grady rät ihm auch abzureisen. Captain Hendry und Judith kommen beide mit dem Streifenwagen an. Hendry und Judith wollen in Richtung Küste reisen, Ransom noch ein paar Tage bleiben. Judith teilt die Vorräte auf, wünscht Ransom viel Glück und reist mit Hendry ab.
3. Kapitel Ransom beobachtet die Straßenbrücke über den Fluss und wartet, bis die letzten Bewohner der Stadt nach Süden geflohen sind. Er schlendert über die menschenleeren Straßen Larchmonts, fährt mit einem behelfsmäßigen Floß über die Tümpel des ehemaligen Sees und den Fluss. Er sieht von weitem Philip Jordan und den Dampfer von Captain Tulloch. Nach ein paar Tagen besucht er Johnstones Predigt in der Presbyterianer-Kirche. Die Kirche ist bis auf wenige Familien fast leer. Eine Gruppe Fischer taucht auf, verfolgt die Predigt und verlässt die Kirche wieder. Als Ransom wieder ins Freie tritt, verschwindet die Gruppe gerade in der Ferne; er entdeckt einen Fisch, der in den Staub auf dem Boden gezeichnet ist. Plötzlich erscheint Quilter hinter ihm und richtet ihm aus, dass Lomax ihn sehen möchte. Ransom folgt Quilter zu Lomax und behandelt dessen Ohr, in das beim Baden Wasser geraten war. Lomax erkundigt sich nach den Entwicklungen der letzten Zeit in Mount Royal; er sei zu beschäftigt gewesen, um etwas mitzubekommen. Er fragt Ransom, warum er noch nicht abgereist sei und bietet ihm an, bei ihm einzuziehen. Ransom lehnt ab. Lomax möchte Ransom im Folgenden für ein gemeinsames Projekt begeistern, verrät aber noch nicht, worum es sich handele. Ransom vermutet, dass er die Stadt anzünden will. Als Ransom gehen will, trifft er auf Miranda Lomax – die Schwester von Richard Foster Lomax; sie lädt ihn ein zu bleiben. Ransom lehnt ab und geht schließlich. Draußen unterhält er sich mit Whitman, dem Fahrer des Tankwagens, der das Wasser des Schwimmbeckens als Geschenk für den Zoo in Mount Royal von Lomax bekommen hat. Dieser äußert die Hoffnung die Tiere bald frei lassen zu können, da sie ausgedörrte Landschaften liebten.
4. Kapitel Ransom fährt mit dem Tankwagen mit zum Zoo von Mount Royal. Nach einer Fahrt durch die nahezu komplett verlassenen und verwüsteten Randbezirke erreichen sie den Zoo, dort trifft Ransom auf Catherine Austen, die Löwen füttert. Ransom erfährt, dass Catherine noch bleiben wolle, um die Tiere zu versorgen und nach und nach einzuschläfern, wenn das Futter ausgeht. Sie möchte demnächst in den Zoo einziehen und verabschiedet sich daher von Ransom. Er rät ihr aber, den Zoo bald zu verlassen, da er Whitman für gefährlich und Lomax für berechnend hält. Quilter taucht auf und verrät Ransom schließlich, dass Lomax ihn beauftragt hat, Ransom zu folgen. Ransom wünscht Catherine und Quilter Glück und verlässt den Zoo. Auf dem Rückweg hat er kein Wasser dabei und möchte ein offenes Haus betreten, auf der Schwelle entdeckt er wieder einen gezeichneten Fisch. Daraufhin geht er weiter. Er bemerkt, dass er von den Fischern, die vorher in der Kirche aufgetaucht waren, verfolgt wird. So rennt er schließlich Haken schlagend durch die Stadt, landet in einer Sackgasse und wird von den Männern eingekreist und mit einem Fischernetz gefangen. In einem alten Trawler kommt er wieder zu sich. Später wird ein Landstreicher zu ihm eingesperrt. Ransom wird an Deck geholt und gibt sich als Arzt zu erkennen. Jonas, einer der Fischer, spricht davon, dass es noch einen fließenden Fluss geben solle, den sie finden wollten. Ransom gelingt es zu flüchten, er wird von Saul und weiteren Fischern verfolgt, Quilter erscheint und hilft Ransom zu flüchten. Sie erreichen Philip Jordan auf seinem Boot und können entkommen.
5. Kapitel Zu Hause angekommen möchte Ransom seine Abreise vorbereiten. Er vernimmt eine Explosion, die in der Lackfabrik nahe dem Zoo stattgefunden zu haben scheint. Lomax veranstaltet nebenan ein Feuerwerk. Ransom sieht, wie Johnstones Männer auf das Kirchenportal feuern, er schleicht näher und erkennt Saul. Die Kirche geht in Flammen auf. Ransom rettet den bewusstlosen Jonas aus dem Inneren der Kirche. Als die anderen Fischer zurückkehren, lässt er Jonas zurück und flieht. In der Nacht sind aus der Stadt weitere Explosionen und Schüsse zu hören. Zwei Häuser gegenüber von Ransoms Haus werden angezündet. Erst gegen Mittag erwacht Ransom und stellt fest, dass wieder Ruhe eingekehrt zu sein scheint. Die Stadt ist vom Rauch vieler Großfeuer überdeckt. Johnstones Familie, Edward Gunn und Männer der Stadtmiliz und haben beschlossen abzureisen. Sie laden Ransom ein, mitzukommen. Dieser möchte noch packen, sie wünschen Ransom Glück und fahren ab. Ransom begegnet Quilter, der einen Geparden an einer Kette führt. Dieser richtet ihm aus, dass Miss Miranda ihn sprechen wolle. Er trifft sie im Park von Lomax’ Haus. Sie sagt: “Auf Wiedersehen, ich weiß, dass sie bald zurückkommen werden.” und verschwindet.
6. Kapitel Ransom beschließt, mit dem Hausboot Richtung Meer zu fahren und nach einer einsamen Insel zu suchen, um so dem Chaos auf den Straßen zu entgehen. Er findet sein Hausboot drei Meter von der engen Fahrrinne im ausgetrockneten Schlamm steckend. Er hört einen Anlasser und entdeckt Catherine Austen, die am Steuer ihres Wagens sitzt, sie möchte aus Sorge um die Tiere in den Zoo zurück. Ransom startet den Wagen mithilfe der Batterie eines anderen Wagens und beide fahren los. Ransom versucht unterwegs, Catherine zur Abreise zu überreden. Plötzlich werden sie von Jonas, Saul und der Gruppe Fischer gestoppt. Sie können rückwärts fahrend entkommen, dabei verunfallt der Wagen und sie fliehen zu Fuß weiter. Sie erreichen den Fluss und entdecken Philip Jordan am anderen Ufer. Die drei wollen weiter aus der Stadt fahren. Philip insistiert aber darauf, vorher seinen Vater zu holen. In einer Lagune erreichen sie ein tadelloses Schiff, das Philip aus verschiedenen Teilen zusammen gebaut haben will. An Bord finden sie einen blinden alten Mann, den Philip als seinen Vater vorstellt. Dieser stellt Ransom in einem vertraulichen Gespräch vor die Wahl auch ohne ihn weiterzureisen. Ransom möchte Mister Jordan allerdings auf keinen Fall im Stich lassen. Gegen Abend reise sie ab. Unterwegs sehen sie den Dampfer von Captain Tulloch, der in einer Sandbank festgefahren ist, die in Flammen stehende Stadt Mount Royal sowie einen frei herumlaufenden Löwen. Sie erreichen Larchmont, wo auf einmal die betrunkene Mrs. Quilter erscheint, die ihren Sohn sucht und auf Lomax und Miranda schimpft. Die Gruppe geht durch die brennende Stadt. Quilter erscheint, lässt einen gefangenen Schwan frei schließt sich den anderen an.
7. Kapitel