mini|Wolfgang Harms vor seinem Gemälde "Kontinuum" (2018) Wolfgang Harms (* 3. Mai 1950 in Unterbissingen, Bayern) ist ein deutscher Kunstmaler, dessen Ölgemälde, Wandmalereien, Grafiken und Zeichnungen hauptsächlich dem „Phantastischen Realismus“ zugeordnet werden. Er lebt und arbeitet in Nürnberg.
Leben und Werk mini|hochkant|Wolfgang Harms in seinem Atelier Nach Lehre und Fachhochschule in Augsburg studierte Harms ab 1972 an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Von 1978 bis 1983 war er Assistent von Prof. Günter Voglsamer, der dort Wandmalerei und freie Malerei lehrte. 1981 erhielt er ein Stipendium für die Sommerakademie in Salzburg, wo er den Maler Ernst Fuchs, Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, kennenlernte. Harms, der sich damals in seiner Kunstauffassung von Fuchs bestätigt fand, entwickelte danach einen eigenen, an altmeisterlicher Ästhetik und Technik orientierten Stil. In ihrer handwerklichen Perfektion und intensiven Farbenpracht verweisen seine Tafelgemälde und Wandmalereien auf die Werke der großen Renaissance-Künstler.Höchste technische Perfektion. In: Rother Zeitung. 11. November 2005. Die kennzeichnende Formensprache wird als phantastisch-realistisch bezeichnet.Siegfried Sebelka: PAM präsentiert Phantastisches. In: Mainpost. Kitzingen, 10. Juni 2017Gert Fürtenberger: Mondvögel und flüchtende Würfel, Ausstellung von Wolfgang Harms konfrontiert mit einer überquellend üppigen Phantasiewelt. In: Fürther Nachrichten. 12/1997. Harms gilt ferner als einer der namhaftesten Vertreter der Trompe-l’oeil Malerei.Augentäuschungen. In: Schwabacher Tagblatt. 10. Oktober 2002Schöne Scheinwelten. (ruf) In: Nürnberger Nachrichten. 16. Mai 2007.
Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde Harms vor allem durch seine Wandmalereien im öffentlichen Raum.Evelyn Scherfenberg: Magier der Wände. In: Nürnberger Nachrichten, Wochenmagazin, Ostern 1997. 1986 beauftragte ihn die Stadt Nürnberg mit einem Gestaltungsvorschlag zur Rekonstruktion der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Dürerschen Wandmalereien im historischen Rathaussaal.Peter Schmitt: Kunst in den Mühlen – Eklat um die Ausmalung des Nürnberger Rathaussaales. In: Süddeutsche Zeitung. 2. März 1989. Die Pläne wurden nie realisiert. 1987 bemalte er im Auftrag der Stadt einen städtischen Hochbunker, den sogenannten „Bleißweißbunker“.Claudine Stauber: Der Maler lud per Inserat ins Atelier. In: Nürnberger Nachrichten. 21. Juni 2000.
Für Max Grundig gestaltete er in dessen Schlosshotel Bühlerhöhe bei Baden-Baden einige Wände, danach auch im Berliner Café Möhring am Kurfürstendamm.Benno Kroll: Bühlerhöhe: Zu Gast bei Max Grundig. In: Bunte. Heft 36, 1. September 1988, S. 25.Elisabeth von Walderdorff: Bühlerhöhe – Max Grundigs Millionentraum. In: Ambiente. 9/88, 26. August 1988.Der Hofmaler des Radiokönigs verschönte die Wände …. In: Berliner Zeitung. 8. April 1989 Es folgten etliche öffentliche und private Aufträge für Wandgestaltungen in mehreren europäischen Ländern und in Afrika. 1991 bemalte er einen Teil des Präsidentenpalastes (Das State House/Aso Rock Villa) in Abuja (Nigeria/Westafrika).Magier der Wände ist im Dauereinsatz. In: Cuxhavener Nachrichten. 3. März 2001.Mit Hilfe phantastischer Träume zum eigenen Ich. In: Fränkischer Tag. 10. August 1996.
Parallel dazu schuf er in aufwändiger Lasurtechnik zahlreiche zum Teil großformatige Tafelbilder,Landschaft in Übergröße, Wolfgang Harms arbeitet an sieben Meter breitem Gemälde. In: Nürnberger Nachrichten. 14. September 2010. auf denen er nicht zuletzt einige seiner bevorzugten figurativen Motive, wie Mondvogel und Blütenbläser, variierte. Sie wurden hauptsächlich von privaten Auftraggebern erworben.Josef Schneider: Der phantastisch-realistische Mondvogel. In: Ellwanger Zeitung. 15. Oktober 2001. Für das Umweltmagazin Natur entwarf Harms Titelseiten (Nr. 11, 1982: „Äpfel auf dem Prüfstand“, Nr. 2, 1983: „Möwen. Massenvermehrung durch Wohlstandsmüll“, Nr. 3, 1983: „Rot. Optischer Magnet in der Natur“. Nr. 5, 1983, „Böden. Bergwerke des Lebens“).
Erklärtermaßen verweigert sich der Künstler kommerziell orientierten Kunstmoden. Er wünsche sich, so formulierte er es in einer Ausstellungseröffnung, „Artenvielfalt nicht nur in der Natur, sondern auch Artenvielfalt in der Kunst“.Robert Schmitt: Gegen Gleichmacherei. In: Schwabacher Tagblatt. 21. Januar 2009
Kritiken/Pressestimmen
Ausstellungen (Auswahl) 1975 bis 1982 Beteiligung Kunstsalon München 1978 Tiroler Sommer, Innsbruck 1980 European Galerie Onishi Nagoya, Japan 1988 Wolframs-Eschenbacher Kulturtage 1999 Kloster Benediktbeuern und Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg 2002 Künstlerhaus Nürnberg 2005 Salon d’automne Paris und Galerie Bos, Den Haag 2006 Haus der Kunst, München Salon des Artisten Independants, Paris 2007 „Meister des Augentäuschens in der Malerei der Gegenwart“, Fembohaus Nürnberg 2009 „Dantes göttliche Komödie“, Stadthalle Viechtach 2010 „Macht der Phantasie“, Barockschloss Riegersburg, Österreich 2011 „art-imaginär-2011“, Herrenhof Neustadt-Mußbach 2013 Einzelausstellung im Schloss Höchstädt/Donau 2014 „Innenansichten Weltbetrachtungen“ – Ausstellungszentrum Pyramide im Zentrum für Kultur- und Zeitgeschichte, Berlin 2015 „fantastic art“-Galerie Jacobsa, Nürnberg 2016 „kunstvereint“ – fränkische Künstler im Bayerischen Landtag, München 2017 „Mondvogel und Blütenbläser“, historische Rathaushalle, Kitzingen 2019 „Fantastische Freunde“, Galerie Jacobsa, Nürnberg
Literatur (Auswahl) Erwähnungen und Analysen der Kunst von Wolfgang Harms: Claus Brusen, Claude Verlinde: Imaginaire I: magic realism 2008–2009. Fantasmus-Art, Solsbaek 2008, ISBN 978-87-992147-1-6, S. 68, 69. Claus Brusen: Imaginaire II: magic realism 2010. Fantasmus Art, Saeby 2010, ISBN 978-87-992147-4-7, S. 76, 77, 78, 79. Claus Brusen, Michael Hiep: Imaginaire III: Contemporary magic realism Fantasmus Art. Saeby 2011, ISBN 978-87-992147-8-5, S. 90, 91. Claus Brusen: Imaginaire IV. 2011. ISBN 978-87-993936-1-9, S. 12–25. Gerhard Habarta: Lexikon der phantastischen Künstlerinnen und Künstler…. Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-8427-6, S. 200. Mondvogel und Blütenbläser. Katalogbuch 2017, Kulturverein PAM Kitzingen. Kuno Schumacher: „Innenansichten und Weltbetrachtungen“ Gegenständliche Kunst in Deutschland. Katalogbuch 2014.
Weblinks
harms-malereien.de Künstlerinterview mit Wolfgang Harms (YouTube) Bilder von Wolfgang Harms (YouTube) Masterarbeit von Tanja A. Kramer, Louisiana State University: The Fantastic Bildwelten of Wolfgang Harms, März 2020: digitalcommons.lsu.edu
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Nürnberg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1950 Kategorie:Mann